Handball-Verbandsliga

HSV hat die "rote Laterne" wieder

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Guter Auftritt, aber keine Punkte auf Schalke: Philip Trattner.

Gelsenkirchen – Das Ergebnis sieht irgendwie total standesgemäß aus: Das Tabellenschlusslicht, das die HSV Plettenberg/Werdohl wegen des 28:26-Sieges des TV Westfalia Halingen über den RSVE Siegen wieder ist, unterliegt beim Spitzenreiter FC Schalke 04 mit 26:36 (12:14). Doch so groß, wie die Differenz der Tore ist, war der Unterschied zwischen diesen beiden Mannschaften nicht. Bei Weitem nicht. „Schade“, sagte HSV-Trainer Kai Henning, als er wenige Minuten nach dem Schlusspfiff in der Schürenkamp-Halle stand. „Wir haben 45 Minuten lang gut gespielt und mitgehalten.“

Dabei hatte es in Gelsenkirchen überhaupt nicht gut für die Lennetaler angefangen, die zu allem Überfluss auch noch auf Michèl Lengelsen verzichten mussten. Der Rückraum-Mann hat sich am Donnerstag beim Training das rechte Knie so verletzt, dass er an Krücken gehen muss. „Wohl Innenband und Meniskus“, sagte Kai Henning. Eine Verletzung des Kreuzbandes scheint nicht vorzuliegen, ein genaues Ergebnis wird Michèl Lengelsen aber erst in der kommenden Woche nach einer MRT erhalten. 

Er sah jedenfalls wie sein Trainer, dass Schalkes Torwart Sven Erzfeld den Ball nach den Würfen von Markus Winkelsträter und Pierre van der Hurk fing und schließlich auch das Siebenmeter-Duell gegen Dominic Scheerer für sich entschied – 0:3. Schnell machte sich das Gefühl breit, der Favorit werde den Außenseiter nun ganz locker schlagen, sozusagen im Spaziergang. Aber da war ja Kai Hennings Versprechen, das er vor dem Anwurf noch einmal wiederholt hatte: „Wir wollen die Schalker ärgern!“ Und das gelang seiner Mannschaft dann tatsächlich. 

Nachdem sich die HSV an die Schürenkamp-Halle gewöhnt und mehrere Bälle ins Seitenaus geworfen hatte, wurde sie besser. Stabiler vor allem. Nicht nur vorne, sondern auch hinten. Zumal Torwart Rico Witt immer mehr starke Paraden einzustreuen wusste. Dank eines Siebenmeter-Tores von Björn Traummüller und eines Rückraum-Treffers von Roberto Krpacic machten die Werdohler und Plettenberger aus dem 10:14 ein 12:14 und waren in dieser Partie wieder mittendrin.

Noch besser sah es aus, als erneut dieses HSV-Duo – diesmal in anderer Reihenfolge – für einen Doppelschlag gesorgt und von 16:19 auf 18:19 verkürzt hatte. Knapp 41 Minuten waren absolviert. Doch kurze Zeit später gelang dem Tabellenführer der entscheidende Zwischenspurt, als er von 22:20 auf 25:20 wegzog – allerdings immer mit freundlicher Unterstützung der Lennetaler, die in den Schlussminuten etwas zu eifrig daran arbeiteten, die Zahl ihrer Patzer in die Höhe zu schrauben.

Mit der HSV wieder Schlusslicht: Markus Winkelsträter.

„Zehn Tore sind arg hoch“, sagte Trainer Kai Henning. „Aber viele Treffer resultierten ja auch aus Tempogegenstößen, weil wir uns zu viele Abspielfehler geleistet und zu viele unnötige Würfe genommen haben.“ Wie der Tabellendrittletzte PSV Recklinghausen (21:27 beim HSC Haltern-Sythen) und der Tabellenvorletzte SV Westerholt (27:30 beim Tabellenzweiten TuS Bommern) hat die HSV Plettenberg/Werdohl nach 17 Spielen nun 9:25 Punkte.

Beste Werfer der HSV in Gelsenkirchen waren am Samstagabend Björn Traumüller, der nach den Patzern von Dominic Scheerer und Nils Scheuermann als dritter Siebenmeter-Schütze achtmal verwandelte (10/8), Roberto Krpacic (5) und Philip Trattner (4). Die erfolgreichsten Schützen der königsblauen Handballer vor 150 Zuschauern waren Felix Busjan (9/4), Thimo Kirsch (7), Julian Ihnen und Jakob Liedtke (jeweils 6). Toni Bertrams

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