Kollektiv-Aussetzer bringt HSV um alle Chancen

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HSV-Kreisläufer Nils Scheuermann (rechts) kann sich in dieser Szenen gegen HSC-Routinier Markus Witkowski behaupten – doch im Team triumphierten die Gastgeber deutlich.

RECKLINGHAUSEN -  Eine Viertelstunde lang sah es am Sonntagvormittag in der Heinrich-Auge-Sporthalle in Recklinghausen so aus, als könnte sich die in der Handball-Verbandsliga abstiegsgefährdete HSV Werdohl/Versetal eine sportliche Bescherung bereiten, daraus aber wurde am Ende doch nichts.

Die Sauerländer Mannschaft war 15 Minuten lang mit dem gastgebenden HSC Eintracht Recklinghausen auf Tuchfühlung und präsentierte sich zu ungewohnt früher Anwurfzeit (11.15 Uhr) ziemlich ausgeschlafen. Doch eine unerklärliche Schwächeperiode mit nur noch zwei HSV-Treffern bis zum Seitenwechsel besiegelte die Niederlage. Die Eintracht zog von 8:6 davon und legte in dieser Phase die Basis zum 33:23 (17:8)-Sieg. Für die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet war es im zwölften Saisonspiel der bislang deutlichste Erfolg.

„Wir leisten uns unnötige Abspielfehler, entscheiden uns für zu frühe Würfe und ermöglichen dem HSC so einfache Gegenstoßtore“, analysierte HSV-Trainer Kai Henning die Verhältnisse in der letztlich spielentscheidenden Phase zum Ende der ersten Halbzeit. Die HSV, die erfrischend begonnen hatte, wurde förmlich auseinander genommen und konnte sich bei Torwart Meckel bedanken, dass der Rückstand zur Pause nicht schon im zweistelligen Bereich lag. „Wir kommen mit einer einfachen taktischen Umstellung des Gegners nicht zurecht“, äußerte Henning und spielte damit auf die HSC-Variante an, den Halblinken der HSV an die Kette zu legen: Eintracht-Stratege Schomburg kümmerte sich entweder um Bardischewski oder Lohmann – die beiden sonst so treffsicheren HSV-Akteure kamen überhaupt nicht zur Entfaltung. Und so setzte sich der HSC über 10:6 (19.), 13:6 (23.) und dem feinen Lupfer von Tesch zum 14:7 (27.) ab.

Henning klagt über mangelnde Konstanz

Immerhin kehrte die HSV aus der Kabine mit dem merkbaren Willen auf das Parkett zurück, die Wende herbeizuführen: Doch da sich die Gastgeber, die immer wieder von Routinier Markus Witkowski auf dem Feld lautstark angetrieben wurden, keine wirklichen Aussetzer leisteten, verringerte sich der Torabstand nicht. Immerhin konnten die Sauerländer die zweite Hälfte offen gestalten und verloren diese nur mit einem Treffer Differenz. Wäre die Kollektivauszeit der HSV von gut zehn Minuten in der ersten Halbzeit nicht gewesen, dann hätte das Team bei der Frühschicht im Ruhrgebiet wohl etwas Zählbares zutage fördern können. „Wir müssen über 60 Minuten konstant spielen, um zu punkten, aber das bekommen wir derzeit nicht hin“, sagte Trainer Henning.

Nico Schwarze

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