Neuer HSV-Coach im Interview

Friedhelm Ziel: "Klassenerhalt muss her"

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Friedhelm Ziel war bis zum Februar dieses Jahres Trainer bei der SG Schalksmühle-Halver II und bei den Oberliga-A-Junioren der SGSH. Nun soll er die HSV Plettenberg/Werdohl vor dem Abstieg aus der Verbandsliga retten.

Plettenberg/Werdohl - Als einziges Team der Handball-Verbandsliga ist die HSV Plettenberg/Werdohl noch sieglos. Das soll sich unter dem neuen Trainer Friedhelm Ziel möglichst schnell ändern. Im Interview mit Christian Müller spricht der neue Coach über seine ersten Eindrücke bei der HSV.

Friedhelm Ziel, am vergangenen Donnerstag leiteten Sie Ihre erste Trainingseinheit bei der HSV. Wie waren Ihre ersten Eindrücke?

Friedhelm Ziel: Der erste Eindruck war gut. Aufgrund von Verletzungen standen einige Spieler zwar nicht zur Verfügung, aber die Mannschaft war dennoch komplett anwesend. Ich habe meine Vorstellungen, wie die Rahmebedingungen aussehen müssen, deutlich gemacht. Wir hatten ein intensives Training, auch die Einheit am Montag hat mir gefallen.

Wie genau sehen Ihre Vorstellungen denn aus?

Ziel: Es ist klar, dass der Vorstand genaue Vorstellungen hat. In dieser Saison muss der Klassenerhalt her. Ich habe mir bereits einen Überblick über die Verbandsliga verschafft. Es ist eine stärkere Liga als vor zwei Jahren, als ich zuletzt in ihr trainiert habe. Es gibt keine Mannschaft, die als klarer Absteiger daher kommt. Deshalb ist es wichtig, dass sich an den Rahmenbedingungen etwas ändert. Ich kann nicht einfach auf den Knopf drücken, die Hand auflegen und dann läuft es besser. Wir müssen uns häufig sehen. Wichtig ist, dass ich ein gutes Training habe. Die Mannschaft muss genau zuhören, denn ich habe hohe Ansprüche an die Konzentration während der Einheiten. Ich habe deutlich gemacht, dass wir Aufwand betreiben müssen – nach Möglichkeit mehr Aufwand als andere.

Die HSV ist Tabellenschlusslicht, es gibt einige verletzte Spieler. Inwieweit sind Sie da auch als Psychologe und nicht nur als reiner Handball-Trainer gefordert?

Ziel: Meine Philosophie ist: Eine Mannschaft ist verunsichert, wenn sie keine Lösungen hat. Wenn die Mannschaft Lösungen hat, kann sie auch auswärts gewinnen. Wenn der Gegner sein Spiel umstellt, muss die Mannschaft wissen: jetzt greift Plan B. Ich glaube, wenn ich die Akteure auf den Punkt fit habe und das entsprechende Konzept verankert ist, dann sind sie in der Lage, selbstbewusst aufzutreten.

Bei Ihrem Debüt auf der HSV-Bank gastieren Sie am Samstag beim Tabellenvorletzten PSV Recklinghausen. Ist es in der jetzigen Situation ein Vorteil, auf einen Gegner zu treffen, der sich vermeintlich auf Augenhöhe befindet?

Ziel: Das ist eine ganz irrige Annahme. Das war auch der Grund, warum ich mir einige Verbandsliga-Spiele angesehen habe. Ich habe die PSV in Riemke gesehen, dort haben sie einen guten Angriff und eine gute Abwehr gespielt. Am Anfang der Saison hatten die Recklinghausener die schweren Gegner, sind darum mit 0:10 Zählern gestartet. Aber in Riemke haben sie zwei verschiedene Defensivkonzepte hervorragend gespielt.

Sie sind im Februar als Trainer der Landesliga-Mannschaft der SG Schalksmühle-Halver zurückgetreten. Wie groß ist jetzt Ihre Lust, wieder an der Linie zu stehen? Und was reizt Sie an der HSV?

Ziel: Wenn man den Handball so liebt wie ich, dann ist das eine große Freude. Es ist einfach schön, seine eigene Philosophie zu vermitteln. Und ich habe das Gefühl, dass die Mannschaft bereits anerkennt, was ich mit ihr mache. Die HSV ist eine Mannschaft, die weiter nach vorne in der Verbandsliga gehört. Und der Vorstand hat ja auch gesagt, wir wollen das Team nach vorne entwickeln. Es ist toll, da dabei zu sein.

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