Nach Pleite in Oberaden

HSV-Trainer sieht Vorentscheidung im Abstiegskampf

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Mario Hurlbrink (links) machte in der 6:0-Deckung der HSV in Oberaden einen guten Eindruck und soll die Plettenberger und Werdohler im Innenblock auch in den nächsten Spielen ergänzen.

Werdohl - Zwei Nächte waren gestern seit der 21:26-Niederlage der HSV Plettenberg/Werdohl beim SuS Oberaden vergangen. Die Schlüsse, die Jens Burzlaff, Trainer der Lennetaler daraus zog, blieben am Montag aber die gleichen wie unmittelbar nach Spielende.

Eine Erkenntnis lautet: Der Weg zum Klassenerhalt in der Handball-Verbandsliga ist verdammt weit. Zugegeben, das war er aus Sicht der HSV auch vor dem Anpfiff am Samstag schon. Jetzt aber, da die Plettenberger und Werdohler mit leeren Händen aus dem Bergkamener Ortsteil zurückgekehrt sind und die direkten Konkurrenten Teutonia Riemke und Westfalia Halingen ihre Partien am Wochenende gewonnen haben, erscheint der Verbandsliga-Verbleib zunehmend unrealistisch. 

Das räumt auch Burzlaff ohne Umschweife ein. „Im Abstiegskampf ist damit fast schon eine Vorentscheidung gefallen“, sagte der HSV-Coach gestern Mittag. „Eigentlich müssen wir aus den letzten fünf Spielen jetzt acht Punkte holen, was fast unmöglich ist“, rechnete Burzlaff vor. 

Zwar können die heimischen Handballer in den direkten Duellen mit Riemke, in Halingen und gegen Schlusslicht Recklinghausen noch viel Boden gut machen, allerdings hält das Restprogramm mit dem RSVE Siegen und vor allem Schalke 04 für die HSV auch noch zwei Teams bereit, die zum Top-Niveau der Liga gehören. Und so schöpft Burzlaff seine Hoffnung auch ein wenig aus folgender Erkenntnis: „Wir haben jetzt nichts mehr zu verlieren, können befreit aufspielen.“ 

Anders als gedacht musste die HSV in Oberaden auch ohne Neuzugang „Toto“ Kißling auskommen, weil, so Burzlaff, „die Passstelle den entscheidenden Paragraphen anders interpretiert hat als wir.“ Darum dauert die Sperre des Kreisläufers noch ein bisschen länger, kann er wahrscheinlich erst in den letzten drei Begegnungen eingreifen. 

Was Plettenberg/Werdohl in Oberaden sportlich das Genick brach, war die schwache Ausbeute im Angriff. „Wir hatten zehn, zwölf Hundertprozentige, die wir nicht reinmachen“, rechnete Burzlaff vor. Was der Coach allerdings im gleichen Atemzug erwähnte: Der SuS hatte eine ähnlich dürftige Quote. 

Den Grund für das reihenweise Versagen seiner Sieben vor dem gegnerischen Kasten sah er „50:50“ in der Qualität der Abschlüsse. Zu häufig hätten die HSV-Schützen auf „halber Höhe“ geworfen. „Da ist es leichter, auch von Außen mal einen zu halten“, meinte der Trainer mit Blick auf die anderen 50 Prozent, Oberadens Schlussmann Marvin Makus, der einen guten Tag erwischt hatte. „Er hat das Torhüter-Duell klar gewonnen“, urteilte Burzlaff, wohl wissend, dass auch sein Zerberus Dominic Meckel einige ordentliche Paraden hatte. In der Summe aber eben zu wenige, um ein entscheidender Faktor zu werden.

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