Tim Kolb entreißt der HSV den sicher geglaubten Sieg

Die HSV Plettenberg/Werdohl (blaue Trikots) führte sechs Minuten vor Schluss noch mit vier Toren, musste sich aber mit einem Unentschieden begnügen. Foto: Jentzsch

Werdohl - Im Vorfeld hatte HSV-Trainer Friedhelm Ziel den RSVE-Youngster Tim Kolb als Wahnsinnstalent bezeichnet. Dann bekam Handball-Verbandsligist HSV Plettenberg/Werdohl die Qualitäten des wurfgewaltigen Siegeners am eigenen Leib zu spüren. In der letzten Spielsekunde entriss der Shooter der Ziel-Sieben den sicher geglaubten Sieg und versenkte den Ball zum 28:28-Endstand im Tor des ansonsten wieder stark parierenden HSV-Schlussmanns Dominik Meckel.

Von Markus Jentzsch

21:22 hatte die HSV in der 47. Minute zurückgelegen, schenkte dem favorisierten Tabellendritten RSVE Siegen dann fünf Treffer in Folge ein und schien beim 26:22 (52.) den zwei Bonuspunkten einen Riesenschritt näher gekommen zu sein. Die gesamte Partie glich einer Abwehrschlacht. Beide Mannschaften verteidigten mit allen Mittel und am Ende auch mit den letzten Kräften. Bis zum 27:23 (54.) wirkte die HSV souverän, schien alles im Griff zu haben – die eigenen Nerven und den technisch starken Gegner.

Entscheidende Fehler schleichen sich ein

Dann schlichen sich Fehler ein, Fehler, die letztlich einen ganz wichtigen Punkt kosteten. Den letzten erlaubte sich Markus Bluhm, der beim 28:27 den Ballbesitz wegen eines Schrittfehlers hergab. Schneller Ballvortrag der Gäste, deren Vorwärtsdrang die HSV auf der halblinken Position bei rund neun Metern drei Sekunden vor dem Ende stoppte. Die Zeit steht, ein letzter Freiwurf und alles schaute auf Tim Kolb. Mit einer unglaublichen Abgeklärtheit versenkt er das Leder und trifft die HSV ins Mark, die den Sieg im Kampf gegen den Abstieg so bitter nötig gehabt hätte.

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