Heim-WM 2019: Die Basis freut sich und hofft

Freut sich auf die Weltmeisterschaft 2019 im eigenen Land: Heiko Fischer. - Fotos: Machatzke

KREISGEBIET -  Vor sechs Jahren wurde die deutsche Nationalmannschaft im eigenen Land Handball-Weltmeister. Seit Montag ist klar: In sechs Jahren werden die Titelkämpfe wieder Deutschland besuchen. Wobei sich Deutschland die Ausrichtung im Jahr 2019 mit Nachbarland Dänemark teilt.

Gegen starke Konkurrenz – unter anderem hatte sich Polen beworben und war zu den Favoriten gezählt worden – setzte sich die Bewerbung von Deutschland und Dänemark durch. Wie aber wird diese Entscheidung an der Basis aufgenommen? Was bedeutet sie für den Handballsport in Deutschland und für das Aushängeschild Nationalmannschaft. Die Lokalzeitung fragte nach:

Roland Janson (Männerspielwart des Kreises Lenne-Sieg): Ich finde es sehr gut, dass wir den Zuschlag bekommen haben. 2007, als wir Weltmeister geworden sind, hatte ich mir allerdings vom Werbeeffekt her mehr erhofft in der Breite. Erst waren alle hellauf begeistert, und dann ist am Ende doch nicht viel hängen geblieben. Leider haben wir immer weniger Mannschaften. Mal sehen, was nun die neue WM bringt. Natürlich hoffen wir, dass diese Weltmeisterschaft in Deutschland mehr Zulauf für die Basis bringt. Aber das muss man erst einmal abwarten.

Fritz Korte (1. Vorsitzender des Handballkreises Lenne-Sieg): Eigentlich finde ich das gut. Vor allen Dingen finde ich gut, dass sich da zwei Nachbarländer zusammengefunden haben und es gemeinsam ausrichten. Wo da nun am Ende was stattfindet, ist dabei aus meiner Sicht sogar unerheblich. Ich denke, dass dies den Handball generell voranbringen kann. Da sind wir ja auch hier in Westfalen ohnehin dran: Am Wochenende ist Klausurtagung des Erweiterten Präsidiums in Dortmund. Da wird es genau um diese Themen gehen.

Hans-Jürgen Wagner (Sportlicher Leiter der SGSH Juniors, der Jugendabteilung von SGSH und TuS Linscheid): 2007 hat die WM unserer Jugendabteilung einen Schub gegeben, speziell bei den Mädchen. Beim Fußball ist das ja auch immer wieder so. Wenn der deutsche Handball bis dahin wieder so aufgestellt, dass er auch nur annähernd mithalten kann und wieder so eine Euphorie entsteht, dann wird das auch wieder an der Basis ankommen. Dann darf man wieder auf einen sehr positiven Effekt hoffen.

Michael Mühlbauer (Jugendleiter der HSG Lüdenscheid): Ich finde das sehr positiv. Ich weiß es noch aus der eigenen Jugendzeit, dass man mit uns Fahrten organisiert hat. Es ist immer etwas ganz Besonderes, sich solche Spiele anzuschauen, viel mehr noch als Spiele von Vereinsmannschaften. Da wird man sicher wieder Fahrten auf die Beine stellen. Selbst habe ich bei der WM 2007 zwei Spiele geschaut – das war schon eine tolle Atmosphäre. Ob es durch die WM neuen Zulauf gibt? Zu hoffen ist das. Durch den demographischen Wandel müssen wir als Verein immer mehr machen, um die Mannschaften voll zu bekommen. Ein solcher Antrieb würde uns helfen.

Heiko Fischer (Trainer der HSG Lüdenscheid II): Natürlich freut man sich darüber, wenn so ein Turnier im eigenen Land stattfindet. 2007 hat sich gezeigt: Da ist ein gewisser Heimvorteil da, dann wächst eine Mannschaft auch schon mal über sich hinaus. Für die deutsche Nationalmannschaft ist es eine besondere Motivation, im eigenen Land zu spielen. Wir hätten 2007 den WM-Titel nicht geholt, wenn das Turnier nicht hier stattgefunden hätte. Und gerade jetzt, wo sich die Mannschaft im Umbruch befindet, ist das gar nicht schlecht: Vielleicht ist so eine Überraschung drin.

Thomas Machatzke

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