Handball

HV Westfalen siegt vor Bundessportgericht

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„Wir wollten nur, dass Handball gespielt wird und diese Spiele nicht am grünen Tisch entschieden werden“, sagt Klaus Krass.

Kreisgebiet – Es ist ein Sieg, der eher Genugtuung als Jubel auslöst: Der Handball-Verband Westfalen hat vor dem Bundessportgericht gewonnen. Der Verband muss keine 5000 Euro an den Deutschen Handball-Bund überweisen. Die erste Kammer des Bundessportgerichts hat den entsprechenden Strafbescheid aufgehoben.

Zur Erinnerung: Der DHB hatte bei der Frauen-Weltmeisterschaft 2017 im eigenen Land ein Spielverbot auf Amateurebene erlassen, damit die Hallen bei den Frauen-Spielen voll sein sollten. Daran hielt man sich eigentlich auch flächendeckend – mit einigen wenigen Ausnahmen. 

Im Kreis Lenne-Sieg fanden ein Kreisliga-A-Spiel (Schmallenberg gegen Linscheid), weil seinerzeit die Halle in Schmallenberg vorher längere Zeit gesperrt war, außerdem eine Frauen-Kreisliga-Partie in Erndtebrück statt. In Dortmund hatte es zudem vereinzelt Jugendspiele gegeben. Den DHB hatte dies sehr geärgert, er hatte dies mit einer Strafe geahndet, die erst sogar noch viel höher sein sollte (20 000 Euro), schließlich aber nach einigen Diskussionen einen Strafbescheid über 5000 Euro ausgesprochen. 

Im HV Westfalen war dies sowohl in der Führung als auch an der Basis bitte aufgestoßen. Im HV auch deshalb, weil er die Meinung vertrag, dass in seinem Spielbetrieb auf Verbandsebene kein einziges Spiel stattgefunden hatte, sondern nur in den juristisch eigenständigen Kreisen. Auf jeden Fall legte der HV Westfalen Einspruch ein und bekam nun recht. Zwar bestätigte die Kammer des Bundessportgerichts, dass der Bescheid ordnungsgemäß bekannt gegeben worden sei und dass die Landesverbände im Ergebnis für das Fehlverhalten ihrer Kreise haften. 

Allerdings sah die Kammer keine Rechtsgrundlage für eine Bestrafung. „Es gibt im gesamten Satzungs- und Ordnungswerk des DHB keine Vorschrift, die es unter Strafe stellt, einen Beschluss eines Organs des DHB nicht zu befolgen. Es gilt der Rechtsgrundsatz: Keine Strafe ohne Gesetz“, erläutert Helge-Olaf Käding, Experte für Handballrecht, der den HV vor Gericht vertreten hatte. 

Krass: "Das hätte man anders regeln können"

„Es musste nicht so weit kommen“, sagt der Vorsitzende des Handballkreises Lenne-Sieg, Klaus Krass, für den es eine „Herzensangelegenheit“ gewesen sei, für die Spiele keine Strafe zu bezahlen. „Wir wollten nur, dass Handball gespielt wird und diese Spiele nicht am grünen Tisch entschieden werden“, erinnert er sich, „es ist traurig, gegen den eigenen Verband vor Gericht ziehen zu müssen. Nun steht man da, und es gibt keine Sieger. Das hätte man anders regeln können…“ Der Deutsche Handball-Bundes kann gegen das Urteil der ersten Kammer des Bundessportgerichts in Revision gehen, hat für eine mögliche Revision 14 Tage Zeit.

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