Handball, 3. Liga West

"120 Prozent für den TuS Volmetal"

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Hat am Samstag mit dem TuS Volmetal einen Sieg bei der SGSH auf dem Wunschzettel: Stefan Neff.

Schalksmühle - Am Samstagabend um 19.30 Uhr steigt an der Halveraner Mühlenstraße das Drittliga-Derby zwischen der SG Schalksmühle-Halver und dem TuS Volmetal. Die aktuell auf einem Abstiegsplatz rangierende SGSH trifft auf ihren neuen Trainer Stefan Neff, der nach Saisonende beim Nachbarn die Verantwortung übernimmt.

Sollte Neff mit seinem aktuelle Team am Samstag gewinnen, so würde sein neues Team der Oberliga einen Schritt näherkommen – verzwickter könnte die Ausgangslage vor diesem nächsten so wichtigen Abstiegsduell für die Handballer aus Halver und Schalksmühle gar nicht sein. Vor dem Duell sprach Sportredakteur Thomas Machatzke mit Stefan Neff über das auch für den 29-jährigen Hagener ganz besondere Spiel in Halver.

Stefan Neff, am Samstag spielen Sie mit ihrem aktuellen Team gegen ihre neue Mannschaft – beide befinden sich noch im Abstiegskampf. Ein komisches Gefühl? 

Neff: Ja, ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es nicht so wäre. Klar geht es nur um zwei Punkte, aber dieses Spiel hat natürlich eine ungeheure Brisanz. Aber auch diese Partie muss gespielt werden... 

Nach 23 Saisonspielen haben Sie mit dem TuS Volmetal fünf Punkte mehr gesammelt als die mit so hohen Zielen gestartete SGSH. Haben Sie damit auch nur im entferntesten gerechnet? 

Neff: Für uns ist das ein sensationelles Zwischenergebnis – wir haben aus den letzten zehn Spielen 16:4-Punkte geholt. Da ist das Selbstvertrauen natürlich groß, insofern kommt dieses Spiel für uns zu einem guten Zeitpunkt. Trotzdem geht unser Blick weiter nach unten. Zwei, drei Punkte brauchen wir noch – und die wollen wir schnellstmöglich holen. 

16:4-Zähler in Serie mit so herausragenden Ergebnissen wie dem Auswärtssieg in Krefeld: Haben Sie für diese Serie eine Erklärung? 

Neff: Die Mannschaft ist jung und entwickelt sich weiter. Vor allem aber haben wir die Abwehr stabilisieren können. In der Phase, als wir 6:20-Punkte geholt haben, hatten wir 30 Gegentore im Schnitt. In den letzten zehn Spielen waren es nur noch 24 – dank starker Abwehr- und starker Torwartleistungen. Wir haben uns an die Härte der Liga gewöhnt. Vielleicht haben wir diese Schwächephase gebraucht, um die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. 

In den zehn Spielen zuletzt mussten Sie sogar weitgehend auf ihren besten Torschützen Niklas Polakovs verzichten... 

Neff: Nicht nur auf ihn. Auch Kevin Herzog war mehrmals nicht dabei. Jan Stuhldreher hat weiter Knieprobleme und wird ebenso wie Thimo Kirsch, der einen Bandscheibenvorfall hatte, wohl auch am Samstag ausfallen. Aber das ist kein Grund für uns gewesen, dies als Ausrede zu nehmen. Im Gegenteil: Wir sind noch enger zusammengerückt und haben stabil weitergespielt. 

Sie haben sicherlich Video geschaut: Die Soester sind am Sonntag auch eng zusammengerückt und haben die SGSH geschlagen. Ist diese Art von Teamgeist in den engen Partien entscheidend? 

Neff: Ganz sicher ist das auch ein Faktor. Bei uns kommt aber noch ein anderer Vorteil hinzu: Wir haben vom ersten Spieltag an gewusst, dass es einzig und allein gegen den Abstieg gehen wird. Mit Blick auf die Partie am Samstag ist das ganz sicher mental ein Vorteil für uns. 

Am Samstag kommt der TuS nach ersten Schätzungen mit rund 200 Fans nach Halver. Die hoffen ganz fest auf eine Revanche für die Niederlage im Hinspiel. Eine solche würde ihre neue Mannschaft indes dem Abstieg ein bisschen näherbringen und damit auch ihr Arbeitsfeld der Zukunft gefährden. Was für ein Gefühl ist das? 

Neff: Natürlich ist das kein ganz leichtes Gefühl. Aber jetzt bin ich Trainer des TuS Volmetal. Jetzt will ich mit dieser Mannschaft so viele Punkte holen wie möglich. Danach bleiben sechs Spiele, in denen die SGSH noch zwölf Punkte holen kann. Sie hat nicht das allerschwerste Restprogramm. Ich verleugne auch gar nicht, dass ich möchte, dass die SGSH die Klasse hält. Aber eben völlig unabhängig vom Spiel am Samstag. Im Moment gebe ich 120 Prozent für den TuS Volmetal und bin fokussiert darauf, diese beiden Punkte aus Halver mitzunehmen. 

Stefan Neff, vielen Dank für das Gespräch!

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