Handball (SGSH)

Neff fordert Bau neuer Halle

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Die fünf Redner des Abends beim 7. Sponsoren-Netzwerk-Treffen der SGSH am Dienstagabend in der Eugen-Schmalenbach-Aula der Firma Turck: (von links) Christian Wolf, Stefan Neff, Mark Dragunski, Markus Knuth und Christian Forner. 

Halver - Quo vadis, SGSH? Die Frage steht fast naturgemäß im Zentrum der Sponsoren-Netzwerk-Treffen des Handball-Drittligisten SG Schalksmühle-Halver. Auch am Dienstagabend bei der siebten Auflage in der Eugen-Schmalenbach-Aula der Firma Turck in Halver.

„Sechster Platz, Übermannschaft Ferndorf raus, die ganz starken Dormagener raus. Als Leistungssportler muss man sich immer neue Ziele setzen...“, leitete Christian Wolf, Geschäftsführer von SGSH-Hauptsponsor Turck, dem Gastgeber des Abends, ein. Doch so konkret mochte niemand die Vorlage aufnehmen von den vier Rednern, die vor den Schnittchen und einem Gläschen Sekt folgen sollten. 

Der 1. Vorsitzende der SGSH, Markus Knuth, zog nach dem ersten Jahr als eigenständiger Handballverein eine positive Bilanz – ohne Probleme auszuklammern. Mit den Kooperationsvereinen ist die SGSH im Gespräch, um andere Lösungen fürs Beitragsmodell zu finden. Da zum Beispiel ein Jugendlicher aktuell parallel erst einmal Mitglied eines Kooperationsvereins ist, schlagen die Beiträge eines Jugendlichen pro Kopf aktuell gerade mit zwölf Euro bei den SGSH-Einnahmen zu Buche – ein Euro im Monat. Neben der Finanzierung der so wertvollen wie kostspieligen Jugendarbeit sprach Knuth auch noch einmal das Hallenproblem an. 

„Die Mitgliederentwicklung ist fortlaufend positiv. Die Marke SGSH haben wir etabliert“, sagte Knuth, „aber es gibt das Problem der Hallenzeiten. Wir können uns eigentlich gar keine zusätzlichen Mannschaften mehr leisten.“ Seine Idee: Die SGSH will sich mit den Trainingsmöglichkeiten nach Lüdenscheid ausdehnen. Und noch etwas hatte Knuth im Gepäck: Mit Blick auf die geographischen Lage der SGSH sprach der Vorsitzende von einem Standortnachteil beim Werben um neue Spieler. „Deshalb müssen wir selbst Spieler für die 3. Liga ausbilden. Das Modell mit den ausländischen Spielern, die sich alle toll integriert haben, ist in diesem Zusammenhang ein Kompromiss gewesen. Aber wir müssen umdenken und ausbilden. Wir brauchen hier mehr ‘local heroes’.“ 

Die Gäste beim 8. Sponsoren-Netzwerk-Treffen lauschten gespannt den Vorträgen der fünf Redner.

Für diese Ausbildung lokaler Helden sind unter anderem Christian Forner aus dem Vorstand der SGSH Juniors und der neue Sportliche Leiter der Juniors, Ex-Nationalspieler Mark Dragunski, verantwortlich. Beide waren gekommen, um den Gästen die Jugendarbeit näherzubringen. Sie berichteten vom Engagement in Kindergärten und Grundschulen, aber eben auch von den Hallenproblemen, die immens seien, von der Notlösung, mit Leistungsteams in der Realschule in Halver oder in Ostendorf trainieren zu müssen. Für Dragunski war es der Antrittsbesuch in dieser Runde. „Ich bin froh, jetzt hier zu sein“, sagte der Hüne aus Recklinghausen und berichtete vom Spaß bei seinen ersten Wochen im Kindergarten, „Spieler zu entwickeln, ist eine schöne Aufgabe. Spieler, die irgendwann an der Tür zur 1. Mannschaft anklopfen sollen.“ 

Also an die Tür von Stefan Neff. Der Hagener von der Kommando-Brücke des Drittliga-Teams hielt sich kurz. „Sachlich und emotional“ wolle er sein, sagte er. Sachlich sprach Neff von einer „offensichtlich etwas zu langweiligen Saison. „Kein Abstiegskampf, kein Aufstiegsrennen“, sinnierte er, „aber als ich kam, war die SGSH 13., danach sind wir Achter und jetzt Sechster geworden. Es geht in die richtige Richtung – und ich wehre mich nicht dagegen, dass es noch besser werden kann.“ 

„Baut eine Halle, damit die Kinder in dieser Halle trainieren können", sagte Stefan Neff in Richtung der Politik.

Emotional ging es ihm aber um etwas anderes, sportlich weniger Konkretes: Um die große soziale Aufgabe, der sich die SGSH stellen müsse. „Als Jobcenter-Manager in Hagen schaue ich den halben Tag auf den Bahnhofsvorplatz und weiß, wovon ich rede“, sagte Neff, „wenn wir in der C-Jugend 20 Spieler haben, dann schafft es vielleicht einer in die 3. Liga. Aber auch die anderen 19 müssen eine tolle Ausbildung auf der sozialen Ebene bekommen. Es geht um Respekt, Disziplin, Pünktlichkeit. Wir als 1. Mannschaft müssen Vorbilder sein. Und die SGSH muss ihren Beitrag leisten, dass die Gesellschaft gewisse Werte erhält und neu wachsen lässt.“ 

An die Politik gewandt sagte Neff: „Baut eine Halle, damit die Kinder in dieser Halle trainieren können.“ An die Gäste gewandt schloss er seinen Vortrag: „Handball ist unser Hauptfokus. Wir lieben diesen Sport. Wir wollen am Wochenende feiern, jubeln oder mitleiden. Aber am Ende des Tages zählt die soziale Aufgabe. Und da wäre auch ein Aufstieg in die 2. Liga eine tolle Begleiterscheinung, aber nicht mehr.“

Auch der 2. Vorsitzende der SGSH, Pascal Thebrath, hörte gebannt zu.

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