Handball, 3. Liga Nord-West

SGSH Dragons: Corona-Stolpersteine schon vor dem Saisonstart

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Mark Schmetz und Brian Gipperich blicken auf eine ungewisse Drittliga-Saison.

Schalksmühle – Cloppenburg, Menden, Opladen: Am übernächsten Wochenende beginnt bei den Handballern in der 3. Liga Nord-West die Spielzeit, doch schon vor dem Start gibt es die Probleme, die bei allen Planungen niemand ausschließen konnte, die gleichwohl den Spielbetrieb mächtig ins Schlingern bringen könnten.

Das Testspiel der SGSH Dragons gegen den TuS 82 Opladen, das am Samstagnachmittag um 16 Uhr in der Halle Mühlenstraße stattfinden sollte, wurde abgesagt. Beim Gast aus Leverkusen, der vor einer Woche bei einem Turnier in Oldenburg gegen den inzwischen aufgrund eines Corona-Falls komplett in Quarantäne geschickten TV Cloppenburg gespielt hatte, hatten sich zwei Spieler mit einer Erkältung gemeldet. 

„Wir wollen wir kein Risiko eingehen und haben das Spiel sicherheitshalber abgesagt“, hieß es in der Begründung. Wenn die Corona-Tests der beiden Spieler nun negativ sein sollten, dann soll der Test am Donnerstagabend an der Mühlenstraße nachgeholt werden. In Menden hatte der Verein am Freitag einen Corona-Verdachtsfall öffentlich gemacht und erklärt, dass die komplette 1. Mannschaft mindestens bis zum 23. September in Quarantäne verbleibt. Bis dahin sollen sich alle Spieler haben testen lassen. Wenn alles gut geht und keine weiteren Fälle auftreten, könnte die Saison trotzdem am 3. Oktober starten. Auch wenn die Vorbereitung für Teams wie Cloppenburg oder Menden bis dahin alles andere als optimal ist. 

Die Staffelleitung wird sogar recht rigoros darauf achten müssen, dass Spiele wirklich nur im Notfall verlegt werden, denn zwischen dem 3. Oktober und dem Mai müssen 34 Spieltage über die Bühne gebracht werden. Das lässt wenig Spielraum für Pausen und auch wenig Platz für Nachholtermine. „Es wird sicherlich diese Fälle geben, aber wir reden hier von der 3. Liga und nicht von der Kreisliga: Wenn dies passiert, wird man auch in der Woche Nachholtermine finden müssen. In der 3. Liga spielt keiner, der kein Geld dafür bekommt. Und dann muss sich ein Spieler auch zur Not mal Urlaub nehmen“, sagt Drittliga-Staffelleiter Andreas Tiemann, „die Regeln stehen ansonsten in den Durchführungsbestimmungen fest: Befinden sich sechs Spieler oder mehr in Quarantäne, darf ein Spiel verlegt werden. Bei bis zu fünf Spielern muss gespielt werden – dafür haben die Vereine mehrere Mannschaften. Und die Quarantäne muss vom Gesundheitsamt angeordnet sein. Das ist unser relevanter Ansprechpartner in dieser Frage.“ 

Notfallplan mit verkürzter Rückrunde

Die Vereine der 3. Liga sind zur Saison frühzeitig befragt worden. Sie haben sich die großen Staffeln gewünscht. „95 Prozent der Vereine wollten eine 16er- oder 18er-Staffel haben, um möglichst viele Heimspiele zu haben“, sagt Tiemann, wenn er darauf angesprochen wird, dass das Unternehmen ein durchaus optimistisches ist. War er auch dafür? Tiemann, der auch Vizepräsident Spieltechnik des HV Westfalen ist, sagt es so: „Was ich favorisiere, das ist in Westfalen umgesetzt worden.“ In Westfalen gibt es in dieser Saison mehr Staffeln mit weniger Mannschaften. Ein Modell, das im Zweifel die besseren Chancen hat, am Ende erfolgreich durchzukommen. 

Für die 3. Liga gibt es übrigens in den Durchführungsbestimmungen auch noch einen Plan B, falls Plan A nicht funktioniert: Sollte man am Ende mit den Terminen tatsächlich aufgrund von Corona-Ausfällen nicht klarkommen, dann könnte es hier eine verkürzte Rückrunde in drei Sechser-Staffeln pro Liga geben, die sich nach dem Tabellenbild ergeben. Dies allerdings ist nur als Ultima Ratio gedacht – anders wäre es allen Beteiligten lieber...

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