Berechtigte Hoffnungen auf die Wunschzahl

Drei Bundesliga-Reserve-Teams: „Das ist viel“, sagt SGSH-Trainer Mathias Grasediek.

Schalksmühle -  Im Lager der SG Schalksmühle-Halver war es eine Mischung aus Unverständnis und Ärger: Warum – nach Nachfrage beim Neusser HV – hatte dieser Klub in der 3. Liga West exakt die Schlüsselzahl bekommen, die die SGSH eigentlich beantragt hatte? Und dies, obwohl die Neusser darauf gar keinen Wert gelegt hatten...

Von Thomas Machatzke

Ärger und Unverständnis hier, offene Empörung dort: Der SGSH-Ärger wirkt im Vergleich zu dem, was den HSV Hannover und den TSV Burgdorf beschäftigt, wie eine Petitesse. HSV-Reserve und TSV haben einen Platz in der 3. Liga Ost zugewiesen bekommen. Damit warten Reisen nach Leipzig, Pirna oder Dresden. Dafür geht es nicht mehr zu den direkten Nachbarn HF Springe und TSV Großburgwedel. Das Niedersachsen-Quartett ist gesprengt. Springe und Großburgwedel spielen im Norden. Für die beiden fallen nur zwei lukrative Derbys weg, für Burgdorf und Hannover bedeutet die Einteilung 2500 Kilometer mehr Fahraufwand pro Saison. So hat das Quartett einen gemeinsamen Antrag gestellt: Wenn man Hannover, Burgdorf II und Magdeburg II dem Norden und dafür die Füchse Berlin II, Oranienburg und Potsdam statt des Nordens dem Osten zuschlagen würde – dann hätten alle etwas davon. Das Trio aus dem Berliner Großraum würde 400 Kilometer sparen.

Ob sich Staffelleiter Michael Kulus bewegt? Es ist die Frage. Auch im Falle der SGSH. Hier hatten direkt am Sonntag SGSH und Neuss eine gemeinsame Erklärung abgegeben, die Schlüsselzahlen tauschen zu wollen. Für die SGSH hätte dies den unschätzbaren Vorteil, dass die Hallenplanungen, die im Vorfeld von Bernd Dörner vorangetrieben worden waren, nicht komplett neu begonnen werden müssten.

Kulus im Urlaub, Keppler aufgeschlossen

Bewegung bei Funktionären der 3. Liga ist auf jeden Fall nicht im Eiltempo zu haben. Das weiß die SGSH spätestens seit dem Feldmann-Verfahren im Abstiegsjahr 2011. Sei’s drum: Die Staffel West steht. Und die hat es in sich. „Gegen zweite Mannschaften zu spielen, das ist undankbar“, sagt SGSH-Trainer Mathias Grasediek, „die sind meistens sportlich stark, haben aber zu Hause kaum Fans und bringen auch niemanden mit. Drei davon in der neuen Liga – das ist viel...“

Gummersbach II, Minden II und Lemgo II sind die Teams, von denen Grasediek spricht. Lieber wäre er da nach Aurich, Varel oder Wilhelmshaven gefahren. „Da ist die Halle voll, diese Spiele machen Spaß“, sagt Grasediek, „aber wir müssen es nehmen, wie es kommt. Neue Gegner wie Wiesbaden, Zweibrücken oder Saarlouis sind auch gut – das sind interessante Spiele.“

Für ihre zweite Drittliga-Saison trainiert die SGSH seit Montagabend wieder. Die Sommerpause ist schon vorbei. Für welches Auftaktspiel am 30. August? In Leichlingen? Gegen Ferndorf? Die endgültige Antwort darauf muss Michael Kulus geben. Der allerdings ist nach der Klasseneinteilung erst einmal für eine Woche in den Urlaub gefahren. Immerhin: Horst Keppler, Spielausschuss-Vorsitzender des DHB, signalisierte der SGSH gestern, die Umstellung der Schlüsselzahlen anweisen zu wollen – dafür fehlte ihm nur noch die schriftliche Bestätigung des Neusser HV.

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