SGSH: Weßeling will oben mitspielen

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Fühlt sich wohl in Halver und Schalksmühle beim Kiepenlisettken: Lutz Weßeling.

Schalksmühle - Lutz Weßeling soll für die SGSH in der kommenden Spielzeit die einfachen Tore aus dem Rückraum werfen. Der Neuzugang aus dem Münsterland im Gespräch mit der Lokalzeitung.

Wenn die Torjäger vom Dienst im linken Rückraum den Verein wechseln, wird gerne und schnell von „Königstranfers“ gesprochen. Auch dem Handball-Drittligisten SG Schalksmühle-Halver ist vor der neuen Saison ein solcher gelungen. Vom Nord-Drittligisten Oranienburg wechselte Lutz Weßeling an die Volme. Sportredakteur Thomas Machatzke sprach mit dem Mann, der in der neuen Saison die „einfachen Tore“ aus dem Rückraum werfen soll.

Lutz Weßeling, Sie kommen aus Emsdetten, haben in der Schweiz und in Oranienburg namhafte Stationen als Handballer gehabt. Warum ist Ihre Entscheidung nun für die SGSH gefallen?

Weßeling: Ich hatte zuletzt in Oranienburg ein richtig gutes Jahr. Über meinen Berater habe ich dann die Chance in Schalksmühle bekommen. Wir haben uns zusammengesetzt, und die Kombination hat super gestimmt hier. Zum einen aus dem Sportlichen: Die SGSH hat eine wirklich gute Truppe zusammengeholt, alles ist sehr professionell. Zum anderen gab es für mich die Chance, näher zu meiner Heimat zu spielen, was mir auch wichtig war nach zwei Jahren, in denen ich ziemlich weit weg war. Dazu kann ich hier mein Studium fortführen, kann in Düsseldorf meine Klausuren schreiben. So hat das Gesamtpaket einfach gestimmt.

Seit dem 1. Juli sind Sie da – wie ist der erste Eindruck vom Sauerland? Ist alles so, wie Sie es sich versprochen haben?

Weßeling: Meine Heimatstadt Neunkirchen ist ähnlich klein und ländlich wie Halver, deshalb fühle ich mich sehr wohl. Die Strukturen – zumindest all das, was ich kennengelernt habe – sind im Verein echt klasse. Wenn man etwas möchte, wird es schnell gemacht, so dass die Spieler zufrieden sind. Da ist viel Herzblut dahinter.

Sie stammen aus einem Verein, der zum Stammpersonal der 2. Bundesliga zählt, sogar ein Jahr in der 1. Liga gespielt hat. Geht da Ihr Blick auch Richtung 2. Liga?

Weßeling: Persönlich auf jeden Fall. Mein Ziel ist es, in der 2. Liga zu spielen. Aber drum herum muss eben auch alles passen. Mir bringt es nichts, wenn ich jetzt zum Beispiel nach Saarlouis ginge und dort mein Studium nicht weitermachen könnte oder mich unwohl fühlen würde. Aber persönlich ist das für irgendwann mein Ziel. Als Mannschaft müssen wir hier natürlich erst einmal zusammenfinden. Ich glaube aber nicht, dass es in der Liga ein so überragendes Team gibt wie Hagen oder Ferndorf im letzten Jahr. Wenn wir da gut in die Saison finden, ist einiges möglich. Ich will auf jeden Fall oben mitspielen.

Sie sind sportlich viel herumgekommen, haben verschiedene Trainer und verschiedene Arten, an Ihren Sport heranzugehen erlebt. Wie ist der Eindruck bei der SGSH?

Weßeling: Hier wird wirklich alles für die Spieler gemacht. Die Belastung ist nicht zu hoch, so dass keine unnötigen Verletzungen entstehen. Ich hatte zuletzt Schulterprobleme, habe da zum Beispiel runtergefahren. Man kann jeden Tag zum Physiotherapeuten gehen. Das läuft alles sehr gut. Das Wochenende im Trainingslager war hart, und das Spiel gegen Menden war auch nicht so gut. Aber es macht unheimlich Spaß, mit den Jungs zu spielen. Und das ist das Wichtigste.

Sehr abwechlungsreiches Training in der Vorbereitung

Unterscheidet sich die Vorbereitung denn von denen, die Sie zuletzt im Seniorenbereich gemacht haben?

Weßeling: In Emsdetten haben wir zweimal täglich trainiert. In den letzten beiden Jahren war das Pensum ähnlich. Hier gefällt mir gut, dass wir schnell angefangen haben, etwas mit dem Ball zu machen. Alles ist ziemlich abwechslungsreich. Wir gehen laufen, wir machen in der Halle Krafttraining, haben das Body-Pump-Programm. Das gefällt mir. Es ist nicht so stupide, dass man zum Beispiel am Anfang nur läuft.

Sie kommen aus einer sehr sportlichen Familie. War da der Handballsport direkt vorgezeichnet?

Weßeling: Ja, mein Vater hat früher auch bei Emsdetten in der 2. Bundesliga gespielt. Ich habe zwar erst Fußball gespielt, aber das war nicht so erfolgreich. Da wollte ich dann gerne etwas machen, was ich besser kann. Mein jüngerer Bruder ist nun auch schon im zweiten Jahr bei Emsdetten in der 2. Liga dabei – mit 17. Das läuft da schon ziemlich gut.

Ist es auch ein Ziel, mal mit ihm zusammenzuspielen?

Weßeling: Wir haben ein super Verhältnis. Es wäre überragend, wenn das mal klappen würde. Aber man weiß natürlich nie, wie sich die Dinge entwickeln. Aber es wäre eine tolle Sache, zumal er sehr gut in der Mitte spielen kann. Das würde schon gut passen…

Neben dem Handball studieren Sie. Wie weit sind Sie da?

Weßeling: Ich studiere BWL an der Fernhochschule WINGS in Wismar, bin dort im zweiten Semester. Das läuft ganz gut. Man kann sich frei einteilen, wann und wo man lernt. Man braucht nur einen Internet-Zugang. Ich kenne einige Handballer, die dort sind. Darüber bin ich auch auf die Hochschule gekommen. In der Schweiz habe ich nur Handball gespielt. Das ist dann schon langweilig. Dann braucht man irgendwann auch was für den Kopf.

Fernstudium und Handball in der 3. Liga – bleibt da noch Zeit für andere Hobbys und Interessen?

Weßeling: Unter der Woche habe ich ganz gut zu tun. Ich gehe da zum Beispiel auch noch am Vormittag ins Injoy, um mich körperlich fit zu halten. Am Wochenende trifft man mal Kumpels, fährt nach Hause – oder ich schaue mir Handballspiele an von alten Teamkollegen. Da bin ich ganz gut ausgelastet.

Lutz Weßeling, vielen Dank für das Gespräch!

Zur Person: Lutz Weßeling

Lutz Weßeling, der gebürtig aus Rheine stammt, wird am 29. Oktober 23 Jahre alt. Nach zwei Jahren bei seinem Heimatverein in Neunkirchen wechselte Weßeling als C-Jugendlicher zum TV Emsdetten und durchlief dort die folgenden Jugend-Stationen. Bereits als A-Jugendlicher gehörte er zum Zweitliga-Kader. Den TVE verließ er erst, als der Klub in der 1. Bundesliga aufstieg und viele starke neue Spieler von Außen holte. Weßeling spielte eine Saison lang in der 1. Nationalliga der Schweiz für den HC KTV Altdorf, danach ein Jahr für den Oranienburger HC in der 3. Liga Nord. Dort wurde der Münsterländer mit 207 Toren Zweiter der Torschützenliste.

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