Handball, 3. Liga West

Dramatik pur statt Sommerhandball

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Lutz Weßeling und Ante Vukas können es nicht fassen - die HSG Lemgo II jubelt nach der letzten vergebenen SGSH-Chance am Löh.

Schalksmühle - Es war ein besonderes letztes Heimspiel. Keine Spur von Sommerhandball, Dramatik pur - ohne Happyend für die SGSH, die am Löh vor 250 Zuschauern 25:26 (12:10) gegen die HSG Lemgo II unterlag, aber mit einem Happyend für die Mannschaft, der die SGSH so gerne geholfen hätte: den TuS Volmetal.

Die Volmetaler drehten am Volmewehr das Abstiegsendspiel gegen den OHV Aurich nach einem 18:20-Rückstand zwei Minuten vor dem Ende noch und siegten 21:20. Der TuS ist damit gesichert, die Derbys zwischen SGSH und TuS ebenfalls.

Was aber wäre gewesen ohne dieses Finale in Hagen-Dahl? Die Volmetaler wären auf den drittletzten Platz abgerutscht, denn diesen Platz verließ eine starke HSG Lemgo II nach ihrem Sieg in Schalksmühle. Einem Sieg, der am seidenen Faden hing nach einem Finale, das alleine den Besuch am Löh lohnte.

Das Ausrufezeichen passte ganz gut zu Nicholas Plessers an diesem Abend...

Ein intensives Spiel mit wechselnden Vorteilen war es gewesen. Die SGSH war in der ersten Halbzeit trotz der Klasseparaden von Nicholas Plessers, der erst bei der Einlauf-Choreographie („Danke Jungs!“) für die scheidenden Mitspieler das Ausrufezeichen gehalten hatte und dann selbst einige Ausrufezeichen gesetzt hatte, und einem ganz starken Lutz Weßeling allmählich ins Hintertreffen geraten (6:9). Nach einer Auszeit aber drehten die Hausherren gegen die mit den Bundesliga-Spielern Ebner (9) und Hübscher (3/1) verstärkten Lipperländer die Partie zur 12:10-Pausenführung.

Starkes Spiel: Lutz Weßeling (9/1).

Ein Ruhekissen war die natürlich nicht. Für Lemgo II - mit Ex-Coach Christian Plesser als Verstärkung für Spielertrainer Matthias Struck auf der Bank - ging es um alles. Dafür zog die Bundesliga-Reserve alle Register, brachte nach der Pause, als die Partie nach einem zwischenzeitlichen 13:14 (36.) und 16:16 (42.) beim 22:19 für die SGSH den Bach hinunter zu gehen drohte (51.), auch noch Philipp Harnacke, der sein erstes Spiel seit Anfang März machte und in den letzten zehn Minuten noch vier Tore erzielte.

Neun Treffer für den Gast: Dominik Ebner.

Aus dem 22:19 wurde ein 22:23 (54.). Die Halle stand nun, Weßeling, Luciano und Sackmann glichen die Ein-Tore-Rückstände dreimal aus (25:25, 57.). Dass dann das 25:26 durch den Neu-Ferndorfer Lukas Zerbe in Lemgoer Überzahl bereits das alles entscheidende Tor sein würde (58.) - damit rechnete zu diesem Zeitpunkt niemand. Erst verpasste Merhar den Ausgleich, dann hielt der fünf Minuten vor dem Ende gekommene Ante Vukas zweimal ausgezeichnet gegen Ebner und Harnacke.

Letzter Wurf des Spiels, ausnahmsweise von Torwart Ante Vukas...

Die nächste SGSH-Chance aufs 26:26 war die größte: Lukas Hüller tankte sich durch die Nahtstelle, scheiterte aber an Tyrone Benjamin. Auf der Gegenseite hielt Vukas bei offener Manndeckung im 1:1 gegen Ebner. Die Halle kochte, es blieben 20 Sekunden. Die SGSH bereitete den letzten Wurf für Lutz Weßeling vor - doch wieder hielt Benjamin. Und den Rebound schnappte sich der nach vorne geeilte Vukas, doch auch sein Sprungwurf in der allerletzten Sekunden fand nicht den Weg ins Tor. Und so jubelten die Lipperländer wie nach dem Gewinn der Meisterschaft.

Timo Blumberg verabschiedete Dominik Spannekrebs, Moritz Eigenbrodt, Lutz Weßeling, Dominik Formella und Rouven Schirp.

Und während es zwölf Kilometer weiter zwischen Volmetal und Aurich gerade 14:15 stand, begann die SGSH mit den Verabschiedungen der scheidenden Spieler. Timo Blumberg machte das gut, es war ein würdiger Rahmen und Abschied für Moritz Eigenbrodt, Dominik Spannekrebs, Lutz Weßeling, Konditionstrainer Rouven Schirp und Dominik Formella, der schon im Januar gen Herdecke gezogen war. Danach gab es noch rührende Worte von Kapitän Alexandre Brüning für den nicht offiziell verabschiedeten Malte Müller, der im nächsten Jahr in der Reserve spielen wird.

Gerührt: Der im nächsten Jahr in der Reserve kürzer tretende Malte Müller, der von Kapitän Alexandre Brüning verabschiedet wurde. 

Und als all das geschehen war - die Partie am Löh hatte 15 Minuten vor dem Spiel am Volmewehr begonnen - führte immer noch Aurich. Banges Warten und Mitfiebern. Bis zur frohen Kunde vom Nachbarn. Und danach schmeckte der SGSH das Heimkehraus-Bier noch ein bisschen besser…

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