Handball, 3. Liga Nord-West

Déjà-vu in Chorweiler: Dragons verspielen wieder klaren Vorsprung

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Erstes Saisonspiel: Dominik Spannekrebs (hier gegen Koenen) kam nach der Pause und machte vier Tore, wusste die Niederlage der Dragons in Longerich aber auch nicht abzuwenden.

Köln - Die SGSH Dragons und ihre nächste Auswärtsniederlage der Kategorie unnötig: 24:26 (16:11) unterlag das Dragunski-Team am Samstagabend im Topspiel in Köln-Chorweiler beim Longericher SC und verspielte wie in der Vorwoche in Aurich einen hohen Vorsprung.

Das Trainerteam war konsterniert. Hans-Peter Müller sprach direkt nach dem Schlusspfiff von einem Blackout in Halbzeit zwei. Mark Dragunski prangerte fehlendes Herz an. „Wir gehen da in vielen Situation viel zu analytisch ran“, stellte er fest, „manchmal ist das zu viel Kopf und zu wenig Leidenschaft.“

Halbzeit eins war der Durchgang, in dem Leidenschaft und Emotionen noch nicht die entscheidende Rolle spielten. Es war bis zum 10:10 (23.) ein Kräftemessen mit wechselnden Führungen. Ein Kräftemessen, bei dem beide Teams zeigten, weshalb sie zu den „Top 6“ der Tabelle gehörten. Ein gutes, schnelles, intensives Handballspiel.

"Hier ist noch nicht aller Tage Abend..."

Die SGSH kam über die starken Außen Schetters und Frenzel gut ins Spiel, bald traf auch Klasmann aus der Distanz. Die Klisch-Sieben musste gefühlt härter arbeiten für ihre Torerfolge und machte dann ab Minute 23 sieben Minuten lang bis zur Pause fast alles falsch. Aus dem 10:10 wurde ein 11:16. Und während die Fans der Gäste frohlockten und die Spieler zufrieden gen Kabine zogen, stellte Mark Dragunski fest: „Hier ist noch nicht aller Tage Abend.“ Und wie ein Echo stellte dann auch der Hallensprecher fest: „Hier ist noch nicht aller Tage Abend.“ Beide sollten recht behalten.

Der LSC setzte nach dem Wechsel auf Inzenhofer für Ruch im Tor, nun durchweg auf Koenen und den vorher komplett geschonten Mestrum auf der rechten Angriffsseite. Zudem tauschten Spielmacher Schlösser und Linksaußen Schulz die Positionen. Dazu brachte Klisch im Angriff erst einmal sporadisch den siebten Feldspieler. Nachjustierungen, die Wirkung zeigten.

Spannekrebs-Comeback nach langer Verletzungspause

Aus der 16:11-Führung der SGSH wurde ein 17:15 (34.) und bald ein 19:19 (45.). Nun regierten Verunsicherung und Angst beim Gast. Ein Déjà-vu nur eine Woche nach der Aurich-Fahrt. Nicht schon wieder… Mark Dragunski brachte in seiner Not erstmals überhaupt in dieser Saison Dominik Spannekrebs nach fast sechsmonatiger Verletzungspause - einen Spieler, der immer mit Leidenschaft den Zweikampf sucht. Spannekrebs suchte den Zweikampf und machte am Ende vier Tore. Doch das hielt die Wende nicht auf.

Mit den Fans im Rücken und einem ganz starken Lukas Martin Schulz, zudem mit Emotionskönig Valentin Inzenhofer im Tor machte der LSC aus dem 19:19 ein 25:21 (53.). 23 Minuten, ein 14:5-Lauf. Die Dragons kämpften zwar zurück, doch es war zu spät. 

Ein Platz in der LSC-Chronik für die SGSH

Die Kölner brachten den Vorsprung bis zum 26:24-Endstand ins Ziel. Der Hallensprecher sprach durch und durch überwältigt nun vom größten Longericher Comeback der Drittliga-Historie, und der DJ spielte Karnevalsmusik dazu. Und die Dragons? Sie haben nun zwei Minuspunkte mehr und einen speziellen Platz in der LSC-Chronik. Auf beides hätten sie gerne verzichtet…

Beste LSC-Werfer: Schulz (9/2), Schlösser (5), Dahlke (4), Koenen (3) - beste SGSH-Werfer: Klasmann (7/2), Schetters (4), Spannekrebs (4), Frenzel (4/1)

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