SGSH verliert gegen Varel

Gescheitert am importierten XXL-Ostfriesen

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Starke Leistung beim Comeback: Maciej Dmytruszynski, hier im Duell mit dem Letten Martins Libergs.

SCHALKSMÜHLE – Die SG Schalksmühle-Halver wartet im Kalenderjahr 2014 weiter auf den ersten Sieg: Gegen die HSG Varel Friesland unterlag das Grasediek-Team am Samstagabend vor nur 300 Zuschauern am Löh 19:24 (11:11). Nach starker erster Halbzeit ging für die Gastgeber nach dem Wechsel lange fast gar nichts mehr. So war die fünfte Niederlage in Serie folgerichtig.

Von Thomas Machatzke 

Die Stimmung nach dem Schlusspfiff war frostig und passte damit bestens zu den Temperaturen in der Sporthalle Löh, in der die Heizung an diesem Abend auf Sparflamme gearbeitet hatte. Von der SGSH konnte man dies in den ersten 30 Minuten nicht sagen.

Die Hausherren waren von Beginn an im Spiel, deckten nach der Rückkehr des direkt starken Maciej Dmytruszynski im 3:2:1-Format sehr engagiert und mit großer Laufbereitschaft. So brachte die SGSH, bei der Florian Diehl (Grippe) erneut passen musste, den Gast von der Nordsee oft an die Grenze des Zeitspiels und über diese Grenze hinaus.

Wenn es etwas zu kritisieren gab, so war es Aufwand und Ertrag. Gefühlt war die SGSH in diesem Durchgang das deutlich bessere Team. Allein im Ergebnis bildete sich dies nicht ab. Auch deshalb, weil die SGSH schon jetzt ein wenig zu lax mit den sich bietenden Chancen umging. Daniel Krüger ließ direkt zu Beginn zwei 100-Prozenter ungenutzt.

Nach dem 6:3 (15.) schlossen sich weitere eher unglückliche Abschlüsse an. So kam die HSG vor allem über Trainersohn Oliver Staszewski besser in die Partie – machte häufiger kurz vor dem Zeitspielpfiff aus halben Chancen jene Tore, die der SGSH aus besseren Positionen nicht gelangen. So ging es mit einem 11:11 in die Pause.

Trotz Überzahl zu Beginn des zweiten Durchgangs und Ballbesitz legten die Gastgeber dann aber einen kompletten Fehlstart hin. Mayers Tor zum 12:12 (32.) war in den ersten zwölf Minuten dieser Halbzeit das einzige für die SGSH. Dazu im Kontrast düpierten die Norddeutschen nun ein ums andere Mal die SGSH-Defensive.

SGSH verliert gegen die HSG Varel-Friesland

Ist es oft so, dass sich ein Team an einer starken Abwehrleistung aufrichtet und auch vorne zulegt, so hatte es nun den Anschein, als ob die Misserfolge der SGSH im Angriff auch die Sicherheit und Stabilität in der Abwehr kosteten. Nach 44 Minuten und 25 Sekunden bemühte Mathias Grasediek eine Auszeit – da war Varel bereits auf 13:18 enteilt.

Fünf Tore in 15 Minuten – das sollte schwer werden gegen eine so robuste Abwehr und vor allem gegen André Seefeldt. Der 36-Jährige ginge glatt als XXL-Ostfriese durch - wäre er nicht gebürtig aus Elmshorn und somit nur ein Ostfriesland-Import. Seine wuchtige Statur bei 1,97 Meter Körpergröße stellte der Torwart des Gastes den SGSH-Angreifern weiter so in den Weg, dass sie den Ball einfach nicht mehr an ihm vorbeibrachten ins Tor. Magere acht Tore sollten es in der zweiten Spielhälfte sein. Da wurden die Gesichter auf der Bank und auf der Tribüne lang und länger.

So etwas wie Hexenkessel-Stimmung in enttäuschend besetzter Halle kam noch einmal auf, als die Referees Andreas Briese und Kim van der Beeck acht Minuten vor dem Ende Dominic Luciano die rote Karte zeigten. Gästecoach Andrzej Staszewski hatte den Ball blockiert, Luciano ihn sich ein wenig zu ungestüm zurückbesorgt.

Staszewski flog dabei auf den Rücken, was womöglich eine etwas übertriebene Reaktion auf den Körperkontakt war. Für Luciano war das Spiel jedenfalls beendet. Da stand es 16:20. Doch selbst das Hexenkessel-Feeling und Stuhldrehers 17:20 wussten die Gastgeber nicht mehr zu nutzen.

Im Gegenteil: Seefeldt blieb gegen Dmytruszynski und Stuhldreher Sieger, Dmytruszynski und Mayer trafen zudem nur Latte und Pfosten. Das nutzte die HSG zum 17:23 (58.). Und damit war das Fell des Bären verteilt. Varel feierte ausgelassen die geglückte Revanche – wenn auch mit weitaus weniger Fans als die SGSH im Hinspiel in Niedersachsen. Der SGSH blieben dagegen nur Frust und Ratlosigkeit.

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