SG Schalksmühle-Halver

Klasse besiegt Leidenschaft an der Mühlenstraße

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Machte in der Schlussviertelstunde ein richtig gutes Spiel: SGSH-Youngster Niklas Polakovs, der sich in dieser Situation gegen René Drechsler durchsetzt.

HALVER - Der Favorit wackelte, aber er stürzte nicht. Gegen den Wilhelmshavener HV unterlag die SG Schalksmühle-Halver am Sonntag vor 450 Zuschauern in der Halle Mühlenstraße in Halver 27:29 (12:17).

Aufgrund der ersten Hälfte absolut verdient –nach dem Wechsel kam das Grasediek-Team der Überraschung aber noch einmal näher als es den Gästen von der Nordsee lieb sein konnte.

Es war der Zeitraum zwischen der 15. und 30. Minute, in dem die Klasse des Titelaspiranten eindrucksvoll zu begutachten war. Die linke Wurfhand eines René Drechsler zum Beispiel – irgendwie beeindruckend. Aber auch die rechte Wurfhand eines Lukas Kalafut. Dazu ein Oliver Köhrmann, der in der Spielmacherrolle abgezockt das tat, was zu tun war.

Und eine Abwehr, die auf einmal für eine in den ersten 15 Minuten so munter mithaltende SGSH nicht mehr zu knacken war. 8:8 stand es nach 16 Minuten, 14 Minuten später waren die Gäste aus Wilhelmshaven auf 12:17 enteilt. Es war in diesen 14 Minuten ein Klassenunterschied gewesen. Der Zuschauer durfte sich immerhin damit trösten, hier einem absoluten Topteam der 3. Liga West bei der Arbeit zusehen zu können – wenn es schon nicht spannend werden würde.

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SGSH unterliegt Wilhelmshavener HV knapp 27:29

Doch die Spannung kehrte zurück in den zweiten 30 Minuten. Beim 13:19 (32.) betrug der Vorsprung des Köhrmann-Teams zwar einmal sechs Tore, doch die SGSH machte einfach weiter, war dem Gegner lästig und wurde belohnt. Spätestens nach Mayers 18:21 (39.) merkte die Halle: Da könnte ja vielleicht doch noch etwas gehen. Das hatte nicht nur einen Grund. Zum einen war da Dominik Formella, der die These widerlegte, dass Würfe von Kalafut oder Drechsler nicht parierbar seien. Im Gegenteil: Formella besetzte ein ums andere Mal geschickt die richtige Ecke und machte die Würfe zu seiner sicheren Beute. Dazu kam, dass Julian Mayer vorne nahtlos da weitermachte, wo er in Ferndorf aufgehört hatte. Und am Kreis arbeitete jener Daniel Buff, den man in Kreuztal vermisst hatte. Dort war der routinierte Kreisläufer ja eher ein Schatten seiner selbst gewesen. Schließlich wagte sich Mathias Grasediek, im linken Rückraum Youngster Niklas Polakovs zu bringen – dessen Unbekümmert- und Entschlossenheit machte fortan den Gästen auch viel zu schaffen. Ein Glücksgriff.

Rote Karte für Maciej Dmytruszynski

Dazu kam, dass mit zunehmender Spieldauer auch bei dem einen oder anderen Gast angesichts der Tatsache, dass alle Stützen quasi durchspielen mussten, ein Kräfteverschleiß festzustellen war. Vor allem René Drechsler kam seine Durchschlagskraft der ersten Hälfte komplett abhanden. Und so war selbst ein 22:27 (50.) kein Ruhekissen für die Nordseestädter. Buffs 26:28 (56.) leitete heiße Schlussminuten ein. Dmytruszynski und Kalafut mussten auf die Strafbank (57.), wobei für den SGSH-Akteur (Rot nach dritter Zeitstrafe) damit die Partie vorzeitig beendet war. Tore fielen 180 Sekunden lang gar nicht mehr. Dafür fuhr der Favorit lange Angriffe – sichtlich bemüht, den Sieg einfach irgendwie nach Hause zu spielen. Und das sollte auch gelingen. Vorontsovs 26:29 (60.) nahm der SGSH die letzte Hoffnung, das letzte Tor des Spiels erzielte Daniel Krüger per Kempa-Trick. Es war ein schönes Tor, aber es half nicht mehr.

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