SGSH: Engpässe und Sprachlosigkeit

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Am Limit: Malte Müller wird auch am Wochenende gegen den TV Korschenbroich sowohl defensiv wie auch offensiv unverzichtbar sein für das personell so gerupfte SGSH-Rumpfteam.

Halver - Beständig ist dieser Tage bei der SG Schalksmühle-Halver allein die Unbeständigkeit. Auch vor dem vorletzten Heimspiel des Kalenderjahres am Samstagabend um 19.30 Uhr an der Mühlenstraße in Halver gegen TV Korschenbroich muss Trainer Mathias Grasediek das Team wieder umbauen.

Auf der Liste der Ausfälle stehen nach den jüngsten Entwicklungen mit Todor Ruskov, Maximilian Büchel, Florian Diehl, Christian Feldmann, Natko Merhar und Maciej Dmytruszynski sechs der 16 Spieler des Kaders. Eine Verletzenliste, die durchaus eine Unwucht im Kader zur Folge hat. „Auf der Linkshänder-Position haben wir keine Probleme“, sagt Mathias Grasediek mit Galgenhumor und lacht. Die Rechtsaußen-Position doppelt besetzt, die Position im rechten Rückraum ebenfalls. Und sonst? Kein gelernter Spielmacher, kein gelernter Linksaußen. Und für die Defensive programmierte Engpässe.

Es muss improvisiert werden

In Gummersbach hatte die SGSH nach dem Ausfall von Florian Diehl schon in ähnlicher Art und Weise improvisierte Lösungen finden müssen. Das war mit Hilfe von der Landesliga-Anleihe Alex Trimpop gelungen. Auf der vorgezogenen Abwehrposition hatte Trimpop ein tolles Drittliga-Debüt gegeben und maßgeblichen Anteil daran gehabt, dass die SGSH in der zweiten Hälfte nur fünf Gegentore kassiert hatte. Auch Trimpop steht dem Drittliga-Team allerdings am Samstagabend nicht zur Verfügung. „Der Vorstand hat mitgeteilt, dass Alex sich vor dem Topspiel der zweiten Mannschaft in Halingen nicht festspielen soll“, sagt Mathias Grasediek, ein bisschen sprachlos. So ist die 3:2:1-Abwehrvariante nun keine realistische mehr. Wer nun statt Trimpop aushelfen wird, ist offen. Im Anforderungsprofil steht Defensivqualität. Auf jeden Fall wird wohl wieder Florian Ludwig für die linke Außenbahn auf Abruf stehen, vielleicht zudem Sebastian Schneider aus der Drittvertretung. „Die zweite Mannschaft spielt vor uns, vielleicht machen wir das dann auch erst ganz kurzfristig“, sagt Mathias Grasediek.

Klar ist, dass das Personal des Rumpfteams angesichts der Rahmenbedingungen erneut ans Limit gehen muss. „25 Minuten pro Halbzeit muss es praktisch mit der ersten Sechs gehen“, sagt Grasediek und fürchtet, dass er nun vor allem Schlüsselspielern wie Müller, Weßeling oder Luciano kaum Pausen geben kann. Gerade der zum Spielmacher umfunktionierte Kreisläufer Malte Müller, der auch im Innenblock deckt, ging zuletzt bereits auf dem Zahnfleisch...

Gar nicht zu Pass kommt der SGSH zudem die Spielkonstellation: Gegen den TV Korschenbroich wartet eine große Rennerei, viel Tempo, hohe Intensität. So winkt zwar im Siegfalle der Sprung vorbei am Rogawska-Team auf den sechsten Platz. Grasediek allerdings gibt sich da betont realistisch: „Wenn wir Korschenbroich in dieser Besetzung schlagen wollen, dann muss am Samstagabend wirklich alles passen.“

Rogawska-Team setzt auf die Trumpfkarte Tempospiel

Der Ex-Zweitligist vom Niederrhein hat in den vergangenen Jahren zwar immer wieder über Probleme geklagt und wichtige Spieler verloren. Trainer Ronny Rogawska hat trotzdem Jahr für Jahr neu eine Mannschaft zusammengebaut, die in der 3. Liga durchaus erfolgreich ist. Die 13:11-Zähler nach zwölf Spieltagen und Rang sechs sind für den TV Korschenbroich eine sehr ordentliche Bilanz, mit der vor der Saison so nicht unbedingt zu rechnen gewesen war. Rogawska setzt beim TVK wie in der Vergangenheit auf Handball mit viel Leidenschaft, gute und flexible Abwehrarbeit und vor allem auf Tempospiel. „In Sachen Tempospiel ist der TVK in der 3. Liga absolut führend“, sagt auch SGSH-Coach Mathias Grasediek anerkennend.

Personell hat der TVK den Verlust absoluter Führungsspieler wie Kreisläufer Marcel Görden (nach Krefeld) und Spielmacher Christoph Gelbke weggesteckt. Die Spielmacher-Rolle füllt nun der Ex-Düsseldorfer Justin Müller aus, am Kreis spielt nun der Ex-Duisburger Dennis Backhaus. Neuer Top-Torschütze ist der Rückraum-Linke Michael Mantsch, mit 84 Treffern aktuell drittbester Werfer der Liga. Verletzungsprobleme gibt es allerdings auch: Schon länter fällt im rechten Rückraum Henrik Schiffmann aus. Er wird durch den aus Mönchengladbach gekommenen Gerrit Stassen ersetzt. Verzichten muss der Däne Rogawska zudem seit einer Woche auf seinen Abwehr-Spezialisten Markus Neukirchen (Teilriss im Fuß, Pause bis Februar 2016).

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