Eine zweifelhafte Freude in der WM-Pause

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Die Defensive war am Samstag das Prunkstück des SGSH-Spiels beim 22:22 gegen Korschenbroich. Hier hindern Daniel Buff (links) und Jacek Wardzinski (rechts) den TVK-Akteur Christoph Gelbke mit vereinten Kräften am Wurf.

Schalksmühle - Die Handballer schauen nach Katar. Weltmeisterschaft im Wüstenstaat. Zwei Siege der deutschen Nationalmannschaft. Handballfieber. Während die Handballgemeinde nun also Sky schaut, geht der Spielbetrieb unterklassig weiter. Auch in der 3. Liga West. Mit Folgen für die Teams.

Von Thomas Machatzke

In der 3. Liga West starten mit dem TSV GWD Minden II, der HSG Lemgo II und dem VfL Gummersbach II drei Bundesliga-Reserve-Teams. Die Konkurrenz erfreut das nicht – denn diese drei Mannschaften profitieren von der Pause enorm. Sie müssen nicht nur keine Parallelspiele zur ersten Mannschaft fürchten, durch die Schwellenspieler nicht zur Verfügung stehen. Sie können mitunter auch auf Akteure zurückgreifen, die sonst dem Bundesliga-Kader vorbehalten sind. In Gummersbach zum Beispiel spielte am Samstag sogar Jung-Nationalspieler Simon Ernst gegen Gladbeck. Und mit Ernst standen zum Start ins Spiel nur Akteure auf dem Feld, die auch schon im Bundesliga-Team gespielt haben. So war das 30:32 aus Gladbecker Sicht ein tolles Resultat – die Leistung an sich hätte aber wohl außerhalb der WM-Pause zu mehr gereicht als nur einem mehr als achtbaren Resultat...

Die SG Schalksmühle-Halver hat in der WM-Pause auch die zweifelhafte Freude, gegen gleich zwei der drei Bundesliga-Reserve-Teams antreten zu müssen. Am Samstag geht es nach Lemgo, zwei Wochen später nach Gummersbach. „Die Gummersbacher werden versuchen, ihr Team in der Pause in Richtung Klassenerhalt zu bringen“, sagt Grasediek, „in Lemgo mag man nicht so sehr darauf schauen und unter Druck sein, aber in Gummersbach ist das auf jeden Fall so.“

So ist es im Lipperland ein Bonusspiel unter schwierigen Rahmenbedingungen – die HSG hat ja gerade wie vor dem Hinspiel eine Niederlage gegen einen Neuling wie Zweibrücken zu verdauen und kann für die gute Stimmung wieder ein Team für den Samstag stellen, bei dem der neue Trainer Christian Plesser aus dem Vollen schöpfen kann. Nicht so schön für die Gäste aus dem Sauerland, die sogar wieder mit Georg Pöhle rechnen müssen. Der hatte im Hinspiel ganz alleine den Unterschied ausgemacht. Pöhle spielt zwar inzwischen auch für den Zweitligisten ASV Hamm und weilt seit Samstag mit dem ASV auf Fuerteventura. Am Freitag allerdings kommen die Hammer zurück – Pöhle könnte so am Samstag mit Zweitspielrecht für Lemgo auflaufen.

Die richtigen und die falschen Optionen

Die SGSH schaut derweil auf sich selbst. „Ein Schritt in die richtige Richtung“, nennt Trainer Mathias Grasediek das 22:22 gegen den TV Korschenbroich, „wir brauchen noch mehr Athletik, müssen uns noch mehr in die Situationen reinschmeißen, doch von der Einstellung und vom Kampf her war es gut.“

Vor allem die SGSH-Defensive überzeugte gegen den Gast vom Niederrhein. Vorne dagegen lief vieles noch nicht rund. Wie in der ersten Hälfte in Ferndorf und wie im Hinspiel in Korschenbroich fand die SGSH keine Mittel gegen die Abwehrreihen des Gegners. „Der TVK hat auch keinen Riesen-Rückraum, aber kommt über Schlagwürfe immer wieder zum Erfolg“, sagt Grasediek und schüttelt den Kopf, „ich habe im Moment den Eindruck, dass wir die Situationen, die geeignet sind, einfach nicht nehmen. Wir ziehen nicht die richtigen Optionen. Es gibt doch kaum einen Spieler, der einen besseren Schlagwurf und ein besseres Handgelenk als Julian Mayer hat. Aber sehen würden wir es halt auch mal wieder gerne.“

Immerhin: Für die Wahl der richtigen Optionen gibt es Hoffnung, denn das Comeback von Christian Feldmann war am Samstag ein vielversprechendes. „Das kann nur positiv sein für das Team“, sagt Grasediek und hofft, dass seine Sieben schon am Samstag im Lipperland einen Schritt weiter ist. Ob es dann gegen die Bundesliga-Reserve in der WM-Pause reichen kann – abwarten...

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