Handball, 3. Liga West

Markovic: "Alles ist nun leichter"

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Kein einziger Fehlwurf gegen Minden: Achim Jansen.

Schalksmühle - Als der Druck, dieser ungeheure Druck der letzten Wochen, ein bisschen abgefallen war, ließen sich Trainer und Spieler der SG Schalksmühle-Halver am späteren Samstagabend im „Nöckel“ in Rotthausen noch das eine oder andere Bierchen schmecken. Siegerbier nach dem 35:27-Erfolg gegen den TSV GWD Minden II. Wohltuendes nach dem ersten Sieg unter Neu-Trainer Dragan Markovic.

„Dass Druck da ist, ist normal“, sagt Markovic, „jetzt ist es leichter zu arbeiten. Alles ist nun leichter.“ Der doppelte Punktgewinn gegen den Tabellenvierten war nicht nur für die SGSH in einem verrückten Tabellenbild der 3. Liga West wichtig, er war vor allem auch Balsam für die SGSH-Seele. Die Seele der Spieler, aber auch des Umfeldes. Vor der Partie hatte der 1. Vorsitzende Ken Börner im Vorwort des „Lattenkrachers“ gegen die Selbstzweifel der Fans angesprochen. 

Nach dem Spiel waren diese verflogen. Natürlich kam es der SGSH gelegen, dass die Tagesform der Mindener nicht die allerbeste war. Vielleicht aber war das auch deshalb so, weil die Tagesform der SGSH eine sehr gute war. Gut im Kollektiv, mit Ausreißern nach oben. Moritz Eigenbrodt war in diesem Kontext die Überraschung der 60 Minuten. Auch für den Trainer. „Ich habe im Training die Qualität gesehen“, sagte Markovic in der Rückschau, „aber dass er so mutig spielen würde, damit habe ich nicht gerechnet.“

Mut und Kampf waren die Attribute des SGSH-Spiels beim Sieg des Samstags. Kampf bis zum Umfallen im Abwehrblock, der den GWD-Youngstern nichts schenkte, keinen Zentimeter. Dazu kam ein gutes Rücklaufverhalten. Gute Noten, aber noch keine sehr guten, wie Markovic befand. „Es gibt auch in der Abwehr noch viel zu tun. Kleinigkeiten, die viel bedeuten können“, sagt der Bosnier, „und es gibt noch immer ein paar Leute, die schneller nach vorne laufen als zurück. Dabei ist die Rückzugsphase genauso wichtig, ja sogar noch wichtiger…“ 

Ergebnisse der Konkurrenz schmecken der SGSH nicht

Es ist ein klares Bekenntnis gegen zu große Zufriedenheit. Zwar hat die SGSH am Wochenende den Abstiegsplatz verlassen. Verbessert hat sich die Lage allerdings nur gegenüber Soest. Die Niederlage der Bördestädter, deren Trainer Dirk Lohse am Samstag gemeinsam mit Ex-SGSH-Spieler Alex Brauckmann Gast am Löh war, am Sonntag beim Schlusslicht in Habenhausen war für die SGSH ein zweites Bonbon des Wochenendes. Aber es gab eben auch viel Saures. Volmetals Erfolg in Krefeld, Aurichs Erfolg gegen Fredenbeck, das Gummersbacher Lebenszeichen mit einer durch den langen Baumgärtner verstärkten Mannschaft gegen Varel. Ergebnisse, die der SGSH gar nicht schmeckten. 

„Da waren Überraschungen dabei, aber wir müssen auf unsere Spiele schauen und das Beste für uns herausholen“, sagt Markovic, „wir konzentrieren uns aufs nächste Spiel, ein echtes Vier-Punkte-Spiel.“ Nach Soest geht es am Sonntag. Mehr Brisanz gibt es höchstens noch am Wochenende darauf gegen Volmetal und den im Sommer bei der SGSH anheuernden Stefan Neff auf der TuS-Bank. Brisant genug allerdings ist die Partie in Soest auch. 

Das Lohse-Team ist nun wieder Drittletzter, kann aber mit einem Sieg an der SGSH vorbeiziehen. Abstiegskampf gepaart mit einer gesunden Portion grundsätzlicher Rivalität dieser beiden Vereine versprechen einen hoch-emotionalen Handball-Nachmittag. Einen Nachmittag freilich, den die SGSH nach dem Heimsieg gegen Minden zumindest ein bisschen selbstbewusster angehen kann. Vielleicht dann auch wieder mit Florian Diehl, der in dieser Woche im Training zurückerwartet wird. Eine weitere Trumpfkarte für Wochen, die nicht weniger aufregend werden dürften für die SGSH. Eher das Gegenteil dürfte der Fall sein.

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