Handball, 3. Liga Nord-West

Mark Dragunski nach sechs Wochen ohne Ball: „Die Jungs fehlen mir“

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SGSH-Trainer Mark Dragunski

Schalksmühle – Seit 14 Tagen ist die Saison im Handballverband Westfalen vorbei, seit sechs in der 3. Liga Nord-West. Die SGSH Dragons haben mit ihrem Flaggschiff Rang vier in der Drittklassigkeit erreicht, sind mit der Reserve nicht abgestiegen. Mark Dragunski, Trainer beider Mannschaften, hat das Ende daheim in Recklinghausen aus der Ferne erlebt. Praktisch ist die Saison für ihn seit gut sechs Wochen vorbei. Sportredakteur Thomas Machatzke sprach mit dem Ex-Nationalspieler aus dem Ruhrpott über die Spielzeit und die Corona-Pause.

Mark Dragunski, über Monate haben Sie bei der SGSH eine Mannschaft in der 3. Liga, eine weitere in der Verbandsliga und dazu eine B-Jugend in der Verbandsliga trainiert. Nun ist alles auf Null gefahren. Was macht das mit einem Menschen?

Es war am Anfang schon sehr schwer, und wenn ich ehrlich bin, ist es auch jetzt noch schwer, wenn man so den ganzen Tag zu Hause sitzt, auch wenn man natürlich Verständnis dafür hat. Nach dem Nachholspiel mittwochs in Gummersbach ging ja alles ganz schnell. Am Donnerstag kamen die Meldungen von den Absagen. Da war ich eigentlich mitten in der Vorbereitung aufs Heimspiel gegen Spenge. Aber dann haben wir abends gar nicht mehr trainiert, sondern eine Pizza bestellt. Und seitdem habe ich die Jungs auch nicht mehr gesehen. Das ist nun gut sechs Wochen her.

Die Saison ist abgebrochen. Das Drittliga-Team ist Vierter geworden, die Reserve nicht abgestiegen. Unterm Strich alles okay für Sie?

Ja, das muss man wohl so sehen. Es war ja keine leichte Situation. Ich habe eine Mannschaft übernommen, mit der ich keine Vorbereitung hatte, und habe dann auch einen etwas anderen Handball spielen lassen als Stefan Neff. Hier und da war mehr drin, aber Platz vier ist okay. Die 2. Mannschaft hatte kein leichtes Jahr, da waren immer wieder Spieler aus der A-Jugend oder von oben dabei, es gab keinen festen Kader, mit dem man immer arbeiten konnte. Also: Die Ergebnisse gehen so in Ordnung, das war okay. Damit bin ich zufrieden.

Das Spiel in Gummersbach war Ihr Abschied vom Drittliga-Team. Ein kurioser Abschied direkt am Vorabend der Corona-Pause…

Ja, das kann man wohl sagen, aber vor allem tut es mir für die Spieler wie unseren Kapitän Alexandre Brüning, Cedric Geitmann, Dominik Spannekrebs oder Dragan Tubic leid, die die Mannschaft verlassen. Sie haben ja praktisch gar keinen Abschied gehabt, kein Abschiedsspiel. Das ist schon blöd.

Wie sieht denn nun der Tag des Mark Dragunski in Corona-Zeiten aus?

Ich versuche schon, mich zu bewegen und fit zu halten. Und natürlich blickt man nach vorne. Wie sitzen ja praktisch in den Startlöchern, ohne zu wissen, wann überhaupt wieder irgendetwas gehen wird.

Sie werden die 2. Mannschaft und die A-Jugend trainieren…

Ja. Die 2. Mannschaft wird in der nächsten Saison mit den weiteren aufrückenden A-Junioren wie zum Beispiel Max Kahler, Noah Pfaffenbach oder Nico Jannack einen festen Kader haben und gut aufgestellt sein, da bin ich ganz sicher. Dasselbe gilt für die A-Jugend. Da wollten wir eigentlich in Richtung Bundesliga angreifen, aber nun weiß man gar nicht, ob und wann eine Aufstiegsrunde gespielt werden kann. Ich glaube nicht, dass vor August etwas gehen wird, wenn überhaupt. Aber ich hoffe, dass man zumindest bald wieder in Kleingruppen trainieren kann, zumindest ein Lauftraining mit drei Mann. Das wäre schon etwas.

Gut, das wäre aber für Sie auch gut aus Recklinghausen zu delegieren, oder? Das ist ja kein richtiges Mannschaftstraining…

Ja, aber man will sich ja nun auch mal wiedersehen, sich unterhalten, vielleicht ein Bier trinken. Die Jungs fehlen mir. Ich würde mich schon freuen, wenn wenigstens das langsam wieder losginge.

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