SGSH-Mut in Ratingen belohnt

SGSH: Formella Held des Abends

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Jubel um den Held des Abends, Dominik Formella.

Ratingen - Der Knoten platzte auf der Zielgerade - mit dem zuletzt so sehr vermissten nötigen Quäntchen Glück: 23:21 (8:10) setzte sich Handball-Drittligist SG Schalksmühle-Halver am Samstagabend bei der SG Ratingen durch und feierte im fünften Saisonspiel den so sehr ersehnten ersten Saisonsieg.

Zwar ohne Natko Merhar, dafür aber erstmals nach seiner Rippenverletzung wieder mit Lutz Weßeling trat die SGSH in der Sporthalle Ratingen-West an. So waren es fünf Namen auf der Ausfall-Liste. Auch die Ratinger waren indes arg gebeutelt. Janus und Oesterwind fehlten, dazu strich der durch Zerrung gehandicapte Artur Giela nach einem überaus unglücklichen Start mit zahlreichen Fehlversuchen ganz früh die Segel.

Der erste Durchgang stand - je nach Blickwinkel - im Zeichen zweier sehr ordentlich arbeitenden Abwehrreihen oder aber im Zeichen zweier Teams mit miserabler Abschluss-Quote. In so einer Konstellation sind es die Keeper, die die Glanzlichter setzen. Dominik Formella verdiente sich ebenso die Bestnote wie Ratingens Malte Jaeger. Nach 15 Minuten stand es gerade 3:3, nach 21 Minuten und zwei leichten Breuer-Toren führte das Löwenrudel 7:4. Es war der Zeitpunkt, an dem sich Mathias Grasediek entschied, Simon Breuer für den Rest der Partie eine Manndeckung zu verordnen. Zur Pause stand es 10:8 für die Gastgeber, die sich im aufgebauten Angriff ohne Breuer und Giela unheimlich schwer taten, überhaupt Chancen zu kreieren.

Büchel und Eigenbrodt für Feldmann und Mayer

Nach der Pause änderte sich am Charakter des Spiels wenig. Auf beiden Seiten wurde defensiv hart geackert, auf beiden Seiten suchten die Offensiv-Reihen Lösungen, fanden sie aber häufig nicht. Und auf beiden Seiten probierten die Trainer Alternativen aus - zunächst noch ohne Erfolg. Bei Ratingen brachten weder Lenz noch später Müller Entlastung für das hart arbeitende Stammpersonal. Bei der SGSH durfte sich Julian Mayer nach einer Halbzeit auf der Bank versuchen, gab seinem Trainerteam aber zehn Minuten lang keinen einzigen Anhaltspunkt, warum er weiter auf dem Parkett bleiben sollte.

Die Ratinger führten 16:13 (41.) - und die Partie steuerte für die SGSH irgendwie auf die vierte Niederlage im fünften Spiel hin. Es war der Zeitpunkt, an dem Mathias Grasediek Mut zeigte - und belohnt wurde. Christian Feldmann ersetzte er fortan durch Maximilian Büchel, der direkt in seinem ersten Drittliga-Angriff überhaupt sein erstes Tor erzielte, Julian Mayer musste im rechten Rückraum für Moritz Eigenbrodt weichen, Bastian Munkel besetzte die linke Außenbahn. „Das war der Schlüssel“, sollte Grasediek später konstatieren.

Mit dem Glück des Mutigen

Es war kein großes Hurra auf der Zielgeraden, aber es war jene Art von leidenschaftlichem Kampf, bei dem der Mut durch Glück belohnt wird. 19:17 und 20:18 führten die Ratinger noch, denen vorne in den letzten Minuten aber endgültig die Kräfte ausgingen. Eigenbrodt und Wardzinski per Siebenmeter glichen zum 20:20 aus (56.).

Das Pendel schlug in dem Moment zu Gunsten der SGSH, als Luciano 120 Sekunden vor dem Ende nach einer tollen Parade von Jaeger gegen Weßeling den Abpraller irgendwie fliegend ins Tor boxte (20:21). Das 21:21 durch Schulz konterte Weßeling brachial zum 21:22. Da waren noch 60 Sekunden zu spielen. Die Ratinger fanden Bartmann am Kreis, der war auch mit vereinten Kräften nur siebenmeterreif zu halten. Da waren es noch 50 Sekunden. 

23:21 SGSH feiert in Ratingen ersten Saisonsing

Schulz gegen Formella hieß das Duell - und Formella machte sich mit einer letzten Parade endgültig zum Mann des Abends. Auf der Gegenseite setzte die SGSH den Schlusspunkt - durch das 21:23 durch Moritz Eigenbrodt. Auch so ein letzter Torschütze, der zum Abend passte wie die Faust aufs Auge. Der Rest war rot-weißer Jubel. Ein geplatzter Knoten wollte gefeiert werden…

Ratka deutet Konsequenzen an

In der anschließenden Pressekonferenz in der Sporthalle Ratingen West deutete Richard Ratka Konsequenzen an: "Ich frage mich, ob ich die Jungs noch erreiche", sagte der Ex-Nationalspieler, "ich habe keine Lust, mit ihnen zu diskutieren. Ich werde über meine Person nachdenken. So kann das nicht weitergehen - vielleicht ist es der bessere Weg, etwas auszutauschen."

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