Die besonderen Samstage im November

+
Den Moment genießen: Mathias Grasediek und Malte Müller.

Halver - In der 3. Liga West gleicht kein Samstag dem anderen. Es gibt die besseren und die schlechteren, und es gibt die ganz besonders guten – einen solchen erlebte die SGSH am dritten November-Wochenende.

Von Thomas Machatzke

Der 23:17-Sieg gegen den bisherigen Tabellenvierten SV 64 Zweibrücken war in diesem Kontext nur ein Teilaspekt. Die Punkte nahm die SGSH sehr gerne mit, die Leistung hatte gestimmt. Dazu kam indes, dass es ein Handballabend mit einem sympathischen Gast gewesen war, der trotz der dritten Saison-Niederlage nach dem Spiel gut drauf war und Komplimente verteidigte. Die „sehr nette Atmosphäre“ vor dem Spiel lobte Gästecoach Stefan Bullacher, zudem die Arbeit seines Trainerkollegen Mathias Grasediek – zwei Übungsleiter, die sichtlich auf einer Wellenlänge funken.

Grasediek gab die Komplimente gerne zurück, hatte bereits im Vorfeld die konzeptionelle Arbeit seines Kollegen positiv betont. „Eine junge, richtig gut ausgebildete Mannschaft ohne Mätzchen“, stellte Grasediek nach den 60 Minuten fest und stellte das wohltuend faire Spielgeschehen als angenehm heraus. Es war ein Abend ohne Misstöne an der Mühlenstraße.

Zum perfekten Wochenende gehören derweil auch noch die Ergebnisse der anderen. Natürlich nahm die SGSH die Hagener Niederlage in Minden zur Kenntnis, und zwar erfreut. Zwei Wochen vor dem Derby gegen die Eintracht hat die SGSH den so hoch gehandelten Nachbarn überflügelt. „Wenn mir vor der Saison einer gesagt hätte, dass wir irgendwann mal vor Hagen stehen würden – ich hätte es nicht geglaubt, nicht mal am ersten Spieltag“, stellte Grasediek fest, „allerdings ist es eine Momentaufnahme: Genießen, Foto machen, einrahmen – gut...“

Es war auch gar keine Häme dabei mit Blick auf die Eintracht, eher nüchterne Einordnung. „Es kommt auch immer darauf an, wen man in welcher Situation antrifft“, sagt Grasediek, „die Hagener haben diesmal das Pech gehabt, in Minden auf eine richtig gut besetzte Mannschaft zu treffen. Unsere Ausfälle sind am Samstag auf Ausfälle des Gegners getroffen. Man darf nicht vergessen: Gegen Gladbeck und Zweibrücken haben wir nun zwei Heimspiele gehabt, in denen beim Gegner der Toptorschütze gefehlt hat. Das ist das Glück, das man braucht, wenn man einen guten Abstand nach unten aufbauen will.“

Wohlfühlen mit dem "Underdog-Feeling"

Unten – das ist im Moment in der Tat weit weg. Die SGSH ist nach dem vierten Sieg in Serie auf Platz drei geklettert und wird trotz dieses Umstands und des bevorstehenden Heimderbys gegen Hagen (29. November) gar keine Mühe haben, sich erst einmal nicht auf Hagen zu fokussieren. „Hagen ist noch weit weg“, sagt Grasediek. Vorher wartet die HSG Krefeld. Die ist seit Samstag wieder Tabellenführer. „Die HSG handelt sich selbst zurecht weit oben. Das wird mal eine richtig schwierige Geschichte“, sagt Grasediek und darf zumindest in den nächsten zwei Spielen noch auf einen Faktor setzen, der gegen das Gros der Liga demnächst abhanden kommen dürfte: Das, wie Grasediek es nennt, „Underdog-Feeling“. Eine Rolle, in der sich die SGSH bisher wohlgefühlt hat.

In Krefeld ist die SGSH noch einmal Underdog. Obwohl – eigentlich ist es eher schon ein Duell auf Augenhöhe. Jedenfalls gibt es die Papierform so vor. Und wer weiß? Vielleicht wird es gar wieder ein ganz besonderer Samstag. Der Tabellenzweite aus Ferndorf spielt in Lemgo. Dort ist ein TuS-Sieg zumindest keine Selbstverständlichkeit. Sollte es also ganz traumhaft laufen für die SGSH – sie könnte im Falle eines Sieges in Krefeld und einer Ferndorfer Patzers gar als Spitzenreiter ins Derby gegen Hagen gehen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare