Handball, 3. Liga West

SGSH: Abstiegskampf in Ostfriesland

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Mit dem Doppelblock zog die SGSH im Hinspiel ein ums andere Mal dem Auricher Schützen Kevin Wendlandt den Zahn – auch am Sonntag in Ostfriesland wird es auf eine starke Defensiv-Leistung ankommen für die Sauerländer.

Schalksmühle - Vorhang auf zu den letzten fünf Saisonspielen in der 3. Liga West: Sie werden die finalen Entscheidungen bringen. Die SG Schalksmühle-Halver geht dieses letzte Sechstel mit einem Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz an. Kein bequemes Polster ist das vor der weiten Reise am Sonntag zum OHV Aurich (Anwurf: 17 Uhr).

In Aurich, der zweitgrößten Stadt Ostfrieslands, steht mit der Sparkassen-Arena die vielleicht schönste Halle der 3. Liga West. Eine Sportstätte, die die SGSH-Handballer bereits zum dritten Mal besuchen: Am 30. April 2011 gewann die SGSH im drittletzten Saisonspiel in Aurich 26:24. Es war das Spiel, das ein langes juristisches Nachspiel um die Rote Karte gegen Christian Feldmann nach sich zog. Die SGSH siegte und stieg zwei Wochen später daheim gegen Ahlen doch ab – als Tabellenelfter mit 30:30-Zählern seinerzeit. 

Das zweite SGSH-Gastspiel in der Sparkassen-Arena war jenes am Totensonntag 2013. 27:26 gewann der OHV seinerzeit, und Julian Mayer durfte auf der Rückfahrt aufgrund eines ausgeschlagenen Zahns den Umweg über ein Krankenhaus in Oldenburg nehmen. In der Saison 13/14 landete die SGSH mit 23:37-Punkten auf Rang zwölf – direkt hinter Aurich – und hielt die Spielklasse. 

Und nun? Geht es wieder ums Überleben. Die Schützlinge von OHV-Trainer Arek Blacha haben vor Ostern mit dem 33:30-Auswärtssieg in Habenhausen einen großen Schritt gemacht in Richtung Klassenerhalt. Sie haben als Tabellenneunter 23 Pluspunkte – vier mehr als die SGSH. Durch ist auch der OHV Aurich noch nicht. Und da dem Viertletzten auch noch eine vorsorgliche Abstiegsrelegation und mithin eine lästige Saison-Verlängerung droht, werden die Ostfriesen gewiss zum „heißen Tanz“ bitten. 

Probleme der personellen Art haben auch sie. In Bremen quälte sich ihr Haupttorschütze Kevin Wendlandt mit geschwollenem Knie durch die Partie, musste am Ende komplett passen. Ein Kraftakt war der Erfolg nicht nur deshalb – auch eine Platzwunde am Kopf, mit der Linksaußen Karlo Oroz trotzdem zu Ende spielte, zeugt von der Intensität des Nord-Vergleichs. 

Gummersbach/Derschlag II gegen den Tabellenletzten

So hat jeder seine eigenen Probleme. Die SGSH vor allem jenes, dass der Abwehrchef auszufallen droht. „Es sieht schlecht aus“, sagt Trainer Dragan Markovic, wenn er auf den Einsatz von Maciej Dmytruszynski angesprochen wird. Der polnische Ex-Nationalspieler trug aus dem Longerich-Spiel nach einem frühen Kopftreffer eine Gehirnerschütterung davon. Die Handverletzung von Malte Müller aus dem Longerich-Spiel dagegen sollte am Sonntag kein Hindernis sein für den Kreisläufer. Und auch die anderen kleineren Wehwehchen und Erkältungen nicht. Markovic plant mit Ausnahme von Merhar, Dmytruszynski und natürlich Feldmann mit dem kompletten Restkader.

Den Gegner sieht Markovic als unberechenbar an. „Sie haben ganz große und ganz schlechte Tage gehabt in dieser Saison“, sagt Markovic, „eine kompakte Mannschaft, wie viele Gegner in der Liga, aber auf jeden Fall schlagbar.“ Ein Sieg – er würde der SGSH ein wenig den Druck nehmen vor dem Heimspiel gegen Gummersbach/Derschlag II. Die Oberbergischen treffen am Samstag auf den Tabellenletzten aus Habenhausen. Sollten sie gewinnen und die SGSH verlieren, so wären es nur noch zwei Punkte Abstand vor dem Derby am nächsten Samstag an der Mühlenstraße. Das würde dann wieder zum Nervenspiel. Eine Konstellation, die die SGSH nicht unbedingt braucht. Sie hat es am Sonntag in der Hand, die Gummersbacher und auch Soest (Heimspiel gegen Leichlingen) zumindest ein wenig auf Distanz zu halten. 

SGSH: Formella, Plessers – Eigenbrodt, Weßeling, Ludwig, Diehl, Müller, Mayer, Eskericic, Ruskov, Wardzinski, Jansen, Luciano

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