Abschiede, Lehren und Party an einem emotionalen Abend

Ein Trainerduo und ein scheidendes Quartett: (von links) Axel Meyrich, Kevin Herzog, Niklas Polakovs, Dennis Hermann, Jan Stuhldreher und Mathias Grasediek. - Fotos: Baankreis

Halver -  Im Litfass war alles bereitet für die große SGSH-Kehraus-Party, doch an der Mühlenstraße hatten es die Aktiven am Samstagabend erst einmal nicht eilig: Die Pressekonferenz mit einem bestens aufgelegten Timo Blumberg am Mikrofon und mit Verabschiedungen quer durch alle vier SGSH-Mannschaften war ein kleiner Dankeschön-Marathon vor der großen Nicht-Abstiegs-Sause.

Von Thomas Machatzke

Das Drittliga-Team stimmte dabei für ein Quartett kleine Abschieds-Ständchen an. Jan Stuhldreher zieht es bekanntlich zur HSG Menden-Len-dringsen, Dennis Hermann zum TV Strombach, Kevin Herzog und Niklas Polakovs wollen ihre Tore in der nächsten Spielzeit für den Oberliga-Nachbarn TuS Volmetal werfen. Wehmut mochte angesichts des gerade geschafften Klassenerhalts aber bei keinem der Beteiligten aufkommen. Andere Dinge standen im Zentrum des Abends.

Ein Abend war es zunächst einmal gewesen, der sportlich gesehen ein schönes Abschiedsgeschenk an die Fans bereitgehalten hatte. Die 850 Zuschauern hatten immerhin etwas erlebt, das es selten gibt beim Handball: Einen Vergleich zweier Teams, die von unterschiedlichen Spielzeiten ausgegangen waren. Die SGSH hatte 60 Minuten Gas gegeben. Die HSG war eigentlich nur 45 Minuten mit Körper und Geist anwesend gewesen. Die 11:1-Vorgabe für die Gastgeber war ein so sattes Polster, dass es auch gegen einen deutlich stärkeren Gast vom Niederrhein nicht mehr eng wurde.

Klassenerhalt geschafft – da atmete auch der Trainer auf. Die Lehren aus der Saison? – „Fakt ist, dass die Qualität in der 3. Liga unheimlich hoch ist und man gegen jeden Gegner mit ein bisschen weniger Qualität hoch verlieren kann“, stellt Mathias Grasediek fest und schlussfolgert, dass die SGSH an ihrer Qualität für eine noch sorgenfreiere Zukunft arbeiten muss. Das passiert im Hintergrund. Der Kader soll in den nächsten Tagen und Wochen noch signifikant verstärkt werden.

Schwierige Situation, um Spieler zu entwickeln

„Es geht ja auch darum, junge Spieler zu entwickeln. Da ist einfach unheimlich schwierig in so einer Situation“, griff Grasediek einen Punkt auf, der in der abgelaufenen Saison natürlich ein Diskussionspunkt war. Gerade Youngster wie Kevin Herzog und Niklas Polakovs waren nie so zum Zuge gekommen, wie sie und das Umfeld sich das gewünscht hätten. „Kevin und Niklas haben großes Potenzial, aber es ist schwer, wenn man sie nur in großen Drucksituationen bringen kann. Im Training zeigen sie viel mehr als sie dann in solchen Situationen aufs Parkett bringen.“

So wünscht sich der Trainer, dass die SGSH in der neuen Saison noch ein bisschen stabiler und stärker aufgestellt sein wird, um „hier und da auch mal ein Spiel einfach runterspielen zu können.“ Am positiven Fazit fürs laufende Jahr ändert das nichts. „Wir hatten so manchen von den Großen am Rande einer Niederlage – ich denke nur an unser Heimspiel gegen Ferndorf“, sagt Grasediek, „wenn wir da drei, vier Punkte mehr eingesammelt hätten, wäre der Klassenerhalt viel früher durch gewesen. Als Neuling und trotz unserer Verletzungsprobleme – deshalb sollten wir da mal die Kirche im Dorf lassen.“

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