Im Gesamtbild gut, aber letztlich nicht gut genug

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Konzentriert in der Auszeit: Dominik Formella (links) und Jacek Wardzinski.

Schalksmühle - Ostwestfalen-Touren gehören für die Handballer der SG Schalksmühle-Halver seit Jahren fest zu einer Handballsaison dazu. In der 3. Liga West war die Fahrt nach Lemgo am Samstag die erste der Spielzeit. Schnee und Nebel auf der Straße, keine Pluspunkte im Sack. Trotzdem war die Stimmung aber längst nicht so gedrückt wie nach dem Gastspiel vor zwei Wochen in Kreuztal.

Von Thomas Machatzke

Als sich die Halle sowohl an Spielern als auch an Zuschauern – es waren ja ohnehin nur rund 80 gewesen – geleert hatte, zogen irgendwann nur noch Leif Anton und Dominik Formella ihre Bahnen: auslaufen und austauschen. Der Lemgoer Kreisläufer und der SGSH-Keeper haben ja eine gemeinsame Vergangenheit bei den „HSG Youngsters“, wie man im Lipperland die Drittliga-Reserve nennt.

Gerne hätte Formella seinem Ex-Teamkollegen und seinem Ex-Klub am Samstagabend die Punkte geraubt, das hatte man ihm angesehen bei jeder Aktion. Er hatte sich den Angreifern mutig entgegen gestellt, freie Bälle entschärft, Bälle aus der Distanz. 18 Würfe von 50 hatte Formella pariert und damit das Torwartduell gewonnen. Doch es war nur eine gute, keine überragende Leistung gewesen. Von den Außenpositionen hatten die Lemgoer Werfer zu sicher getroffen gegen den SGSH-Torwart.

Formellas Leistung stand als gutes Beispiel für eine SGSH, die vieles richtig gemacht, aber eben keinen perfekten Auftritt hingelegt hatte. Achim Jansen beispielsweise zeigte gegenüber seinem dürftigen Korschenbroich-Auftritt einen Traumstart in die Partie, ließ am Ende aber zwei ganz entscheidende Chancen aus. Julian Mayer begann formverbessert, doch dann schlichen sich Fehler ein, am Ende blieb seine Effektivität bei 40 Prozent.

„Die Mannschaft ist fitter aufgetreten, ist ein gutes Tempo gegangen. Auch kämpferisch war das gut. Damit kann man zufrieden sein“, stellte Trainer Mathias Grasediek zwei Tage nach dem Spiel fest. Gerne hätte er allerdings auch Zählbares mitgenommen. „Auf der Zielgeraden gab es eine deutliche Benachteiligung in den entscheidenden Situationen“, stellte er mit Blick aufs letzte Tor zum 32:31 fest, bei dem die SGSH Hübscher im Kreis gesehen hatte, aber auch mit Blick auf einen finalen vermeintlichen Schrittfehler von Rydz und eine vorherige Zeitstrafe von Dmytruszynski. „Über eine Saison gesehen gleicht sich so etwas aus“, sagte Grasediek, „aber am Samstag war es ärgerlich, im Moment hätten wir gut mal diese Pfiffe für uns und ein Erfolgserlebnis gebraucht.“

Gegen Duisburg wächst der Druck

So stehen nun nach sechs sieglosen Spielen seit dem 15. November 2:10-Punkte in Serie zu Buche. Einer 4:2-Punkte-Startbilanz aus den ersten drei Hinserien-Spielen stehen nun 1:5-Punkte in der Rückrunde gegenüber. Das ist noch nicht alarmierend, aber vor dem Heimspiel am Samstag am Löh gegen Duisburg wächst der Druck. Die Handballer aus Rheinhausen sind aktuell das Team auf dem ersten Abstiegsplatz und liegen sieben Zähler hinter der SGSH. „Wenn wir nicht wieder unten reinkommen wollen, müssen wir dieses Spiel unbedingt gewinnen“, sagt Mathias Grasediek und plant das Ende der sieglosen Wochen ganz fest und überzeugt für den Samstagabend: „Mit der Abwehrleistung aus dem Korschenbroich-Spiel und einem Angriff wie in Lemgo sollte das möglich sein.“

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