Handball (3. Liga West)

Rückkehr zum Löh als gutes Omen

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Vorfreude aufs dritte Saison-Heimspiel in der Sporthalle Löh: Der Ur-Schalksmühler Florian Diehl steht mit der SGSH nach sechs Niederlagen in Serie am Samstagabend gegen die HSG Varel-Friesland mächtig unter Druck.

Schalksmühle - Die Wochen der Wahrheit beginnen am Samstag für die Drittliga-Handballer der SG Schalksmühle-Halver. Und sie beginnen in der Sporthalle Löh in Schalksmühle. Dort ist am Samstag um 19.30 Uhr die HSG Varel Friesland beim Grasediek-Team zu Gast.

Es mag ein gutes Omen sein. Am Löh, in jener Halle, die angesichts der aufgepeppten Halle Mühlenstraße in Halver ein wenig zum Stiefkind unter den SGSH-Heimspielstätten geworden ist, feierte die SGSH am 14. November ihren bis dato letzten Heimsieg. Darauf folgten drei Heimniederlagen in Halver. Die Mühlenstraßen-Bilanz in dieser Saison: 3:9-Zähler, dagegen stehen am Schalksmühler Löh 2:2-Punkte zu Buche.

Noch mehr Zahlenwerk: Nach sechs Niederlagen in Folge ist die SGSH in der Tabelle mit nun 13:23-Punkten auf den ersten Abstiegsplatz abgerutscht. „Natürlich haben wir uns das alle ganz anders vorgestellt“, sagt Mathias Grasediek und weiß um den Druck, der sich vor dem Spiel gegen gegen den Tabellenzehnten von der Nordsee aufbaut, „aber für solche Spiele lebst du als Handballer andererseits doch auch. Sie machen auch den Reiz aus.“

Auch in Varel ist die Partie als Vier-Punkte-Spiel deklariert worden. Das Staszewski-Team hat nach 18 von 30 Spielen 16:20-Punkte – nur drei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Eine Niederlage würde auch die HSG, die das Hinspiel 25:23 für sich entschied, wieder stärker unter Druck setzen vor den Heimspielen gegen Fredenbeck und Korschenbroich.

So wartet am Samstagabend purer Abstiegskampf am Löh. Die SGSH geht ihn trotz der Negativ-Serie zuversichtlich an. „Wir müssen die positiven Dinge aus dem Spiel in Fredenbeck mitnehmen und über die kompletten 60 Minuten eine konzentrierte Leistung zeigen“, sagt Mathias Grasediek, „wir haben gegen so manches Spitzenteam 45 sehr gute Minuten gehabt, aber eben auch eine schwächere Phase. Außergewöhnlich schlechte zehn Minuten dürfen wir uns auch gegen Varel nicht erlauben.“

Ein neuer Abwehr-Innenblock ist möglich

Personell sieht es so gut aus, wie es aktuell geht: Lutz Weßeling, vor dem HSG-Coach Staszewski besonderen Respekt hat, hat nach überstandener Grippe wieder normal trainiert. Kristian Eskericic hat nach den Erfolgserlebnissen im Landkreis Stade auch eine gute Trainingswoche hingelegt. Nur Maciej Dmytruszynski und Florian Diehl mussten aufgrund ihrer Blessuren in der ersten Wochenhälfte passen. Mit ihnen rechnet Grasediek aber fest, so dass nur die langzeitverletzten Feldmann und Merhar fehlen. Die neue Konstellation nach dem Comeback von Todor Ruskov in Fredenbeck könnte den SGSH-Fans am Löh auch erstmals einen internationalen Abwehr-Innenblock mit Ruskov und Dmytruszynski bescheren. Das gefällt auch Grasediek, hat aber einen Haken: Beide sind eher keine Option für den Angriff – zwei Spezialistenwechsel wären zumindest heikel.

„Für uns geht es darum, dass sich alle selbst disziplinieren und dass wir so mutig spielen wie in Fredenbeck“, sagt Grasediek und ist fest überzeugt davon, dass sein Team gegen Varel den Trend umkehren kann. Gegen Varel und dann in zwei Wochen wieder am Löh gegen Ratingen gilt es, den Marsch ins Tabellen-Mittelfeld anzutreten. Gingen die Punkte am Samstagabend dagegen auf Reise gen Nordsee – es würden wohl noch unruhigere Wochen für die SGSH als zuletzt.

SGSH: Formella, Plessers – Ruskov, Eskericic, Dmytruszynski, Wardzinski, Jansen, Mayer, Müller, Diehl, Büchel, Eigenbrodt, Ludwig, Luciano, Weßeling

Auch HSG Varel mit Personalproblemen

Die HSG Varel Friesland hat sich in dieser Saison trotz großen Aderlasses im Sommer und einiger Verletzungsprobleme bisher erstaunlich sicher von den Abstiegsplätzen fern gehalten. Seit dem zweiten Saisonspiel fehlt der HSG mit Trainersohn Oliver Staszewski ein wichtiger Rückraumspieler (Schulter-Operation), dazu fehlt seit Wochen der Stammkeeper und Punktegarant André Seefeldt (Innenbandverletzung im Knie).

„Die HSG stellt eine ausgezeichnete Abwehr, macht darüber gut Tempo. Und vorne ist Malvin Patzack natürlich eine Macht“, sagt Mathias Grasediek über die Norddeutschen. Der im Sommer gekommene Rückraum-Linke Patzack erzielte bereits 98 Feldtore für die HSG. Noch erfolgreicher war Linkshänder Marek Mikeci im rechten Rückraum – bei seinen 110 Toren sind allerdings 23 Siebenmeter dabei. Mikeci hat am Samstag ein persönliches Ziel, will in der Torjägerliste SGSH-Shooter Lutz Weßeling (111/30) überholen.

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