Handball, 3. Liga West

"Tag zum Vergessen" an der Nordsee

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Da ging diesmal nichts: Auch Ante Vukas (links, hier mit Co-Trainer Hans-Peter Müller) bekam in Varel kaum einmal eine Hand an den Ball.

Varel - Dieser Jahresausklang will so gar nicht zum starken zweiten Halbjahr des Handball-Drittligisten SGSH Dragons passen. 25:33 (14:19) verloren die Schützlinge von Trainer Stefan Neff zwei Tage vor dem Christfest beim Tabellendrittletzten HSG VTB Altjührden, es war die erst zweite Niederlage in der Spielzeit 2018/19.

Von einem „Tag zum Vergessen“ sprach der Coach nach der Reise an die Nordsee. Ein Tag, der schon am Vorabend nicht gut begonnen hatte. Im Abschlusstraining hatte sich eine Reizung der Achillessehne bei Christopher Klasmann als so gravierend herausgestellt, dass ein Einsatz ausgeschlossen war. Bis zum 7. Januar muss Klasmann sich komplett schonen. 

So fehlte den SGSH Dragons im Rückraum mit Lukas Hüller (Nasenbeinbruch), David Bleckmann (Kahnbeinbruch) und Christopher Klasmann gleich ein ganzes Trio gestandener Spieler. 

Der Matchplan stellte umso mehr die Abwehr in den Vordergrund. Über eine starke Defensive sollte der Weg zum Sieg beim Kellerkind geebnet werden. In der Abwehr aber ging an diesem Tag wenig. Erst nach 23 Minuten gelang den Gästen in der Manfred-Schmidt-Sporthalle der erste Ballgewinn. Stefan Neff und Co-Trainer Hans-Peter Müller notierten für die ersten 30 Minuten keine einzige Torwartparade von Vukas und Plessers, die sich erfolglos zwischen den Pfosten abwechselten. Nach dem Wechsel sollten es gerade drei Paraden sein. Auch wenn die Keeper diesmal wenig Unterstützung von der Abwehr erhielten, war dies schon extrem dürftig. 

Neff ging bald von der 6:0-Abwehr ab, versuchte es mit einer Manndeckung gegen Lukas Kalafut und später gar mit einer doppelten Manndeckung gegen Lukas Kalafut und den im Vergleich zum Hinspiel nicht wiederzuerkennenden Dennis Summa. Nichts fruchtete. Das lag auch daran, dass die Gastgeber nach dem Punktgewinn in Leichlingen und einem guten Start gegen die Dragons mit viel Selbstvertrauen ihre Chancen nutzten. „Da sind 700 Zuschauer in der Halle, und die sind schnell euphorisiert, weil sie merken, dass an diesem Tag etwas geht für ihr Team“, beschreibt Stefan Neff die Atmosphäre in der Sportstätte, die sich einst in Zweitliga-Zeiten den Namen „Hölle des Nordens“ verdient hatte. 

Sechs Punkte Rückstand auf Krefeld

So war das Spiel bis zum 8:6 (13.) noch einigermaßen eng, danach aber enteilten die Schützlinge von Ralf Koring bis auf 18:11 (26.) und nahmen ein 19:14 mit in die Halbzeitpause. Wer nach dem Wechsel nun ein Aufbäumen und die Wende erwartete, der wurde enttäuscht. Die Dragons taten sich weiterhin schwer, zumal sich die Altjührdener Defensive vor Keeper Levin Stasch noch einmal steigerte, zwischen der 31. und 50. Minute nur fünf Gästetreffer zuließ. 28:19 hieß es zehn Minuten vor dem Ende, eine Vorentscheidung war gefallen. 

Gerade vorne fehlten dem Gast natürlich auch Alternativen. Stefan Neff probierte es nun mit Florian Diehl in der Spielmacherrolle (für Alexandre Brüning) und mit Tobias Schetters im linken Rückraum, brachte auch Steffen Prior am Kreis und Todor Ruskov im rechten Rückraum. Nachhaltigen Erfolg zeitigten diese Maßnahme allerdings in Varel nicht. 

Am Ende stand ein 33:25-Sieg für die Gastgeber, die in Linksaußen Patryk Abram (9) ihren besten Werfer hatte, zu Buche. Dieser Sieg war hochverdient. Die Dragons weisen damit zum Jahresende als Tabellenzweiter sechs Punkte Rückstand auf die HSG Krefeld auf. Das Rogawska-Team löste die letzte Aufgabe des Jahres beim Team HandbALL Lippe II beim 32:25 souverän und feierte den 16. Sieg in Serie.

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