Handball, 3. Liga

Die letzten Unbesiegten der Republik

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„Ein bisschen stolz“: Stefan Neff freut sich darüber, dass die SGSH Dragons der letzte Drittligist bundesweit sind, der nach dem ersten Saisonviertel noch ungeschlagen ist.

Schalksmühle - Acht Spieltage sind gespielt in der 3. Liga West, manche Mannschaften haben erst sieben Spiele absolviert. Wenn man so will, ist gleichwohl etwa ein Viertel der Saison vorüber. Die Spreu hat sich vom Weizen getrennt. Es ist eine Situation entstanden, die Stefan Neff „eine schöne Momentaufnahme“ nennt. Seine SGSH Dragons gehören zu jenem Spitzentrio, dass in der West-Staffel mit zwei Minuspunkten das Klassement anführt.

Mehr noch: Die SGSH Dragons sind zwar mit einem Spiel weniger als Krefeld (14:2) und Leichlingen (14:2) mit 12:2-Punkten nur Tabellendritter der West-Staffel, aber sie sind seit Samstagabend auch der einzige Drittligist bundesweit, der noch ungeschlagen ist. In der Ost-Staffel verlor Eisenach als letztes ungeschlagenes Team in Rodgau Nieder-Roden, im Süden erwischte es den TSB Heilbronn-Horkheim daheim gegen Zweitliga-Absteiger HSG Konstanz. Seitdem haben nur noch die Handballer aus Schalksmühle und Halver kein einziges Spiel verloren. Ein Alleinstellungsmerkmal, „das uns ein bisschen stolz macht“, sagt Stefan Neff, der trotz des Punktverlustes in Spenge aktuell vor allem eines ist: zufrieden. 

„Wir wollten unter die ‚Top 4‘, nun gehören wir zu den ‚Top 3‘ und werden von den Gegnern auch als Team der ‚Top 3‘ wahrgenommen – das ist ein Kompliment“, sagt der Hagener. Adler, Piraten und Drachen – auf diesen Dreikampf also läuft es wohl hinaus, wobei sich die Mannschaften des Top-Trios aus Krefeld, Leichlingen und dem Sauerland bislang noch nicht einmal in direkten Duellen gegenüberstanden. 

Erst im November ist es so weit, wenn Leichlingen am 4. des Monats in Krefeld gastiert und am 24. in Halver. Die Dragons wiederum sind am 1. Dezember am vorletzten Spieltag der Hinserie in Krefeld bei den Eagles zu Gast. Die Spielplantechniker haben der West-Staffel einen attraktiven Spielplan beschert, keine Frage. Entscheidet sich indes die Titelfrage in den direkten Duellen? Oder entscheidet sie sich am Ende gar in Ostwestfalen? Mit der Mindener Reserve, die Leichlingen die einzige Niederlage beibrachte, und dem TuS Spenge, der Krefeld besiegte und den Dragons einen Punkt abnahm, sitzen hier Mannschaften mit dem Potenzial, auch die Top-Teams an einem guten Tag zu schlagen, auch wenn es für sie selbst am Ende vielleicht nicht ganz nach oben reichen wird. 

„Minden II, gerade wenn Kister und Staar spielen, ist stark, Spenge auch“, sagt Stefan Neff, „vielleicht ist es so, dass in Ostwestfalen die Richtung vorgegeben wird. Allerdings haben wir gerade in Langenfeld erlebt, dass jeder Gegner gefährlich werden kann.“ Dazu verweist Neff auf den relativ guten Verlauf, was Verletzte angeht. „Wenn sich wichtige Spieler verletzen, kann es schnell ganz anders laufen“, sagt er, „ich bin keiner, der gerne klagt und lamentiert. Aber in Spenge hat uns der Ausfall von Natko Merhar natürlich weh getan. Und auch Alexandre Brüning.“ Brüning hatte sich direkt in der ersten Abwehraktion eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen. Er hat am Montag und Dienstag mit dem Training ausgesetzt. 

Team Lippe II kommt an die Volme 

Neff wehrt sich beim Blick auf die Gesamtkonstellation dagegen, jetzt schon auf die Spiele gegen Leichlingen und Krefeld zu schauen. Und er wehrt sich gegen Kritiker, die die Auftaktserie mit Blick auf den Verlust zahlreicher Top-Teams in der West-Staffel kleinreden wollen. „Wir haben ja in der Vergangenheit nicht nur gegen Hagen, Ferndorf oder Dormagen verloren, sondern eben auch gegen so manchen anderen Gegner“, sagt Neff und sieht seine Schützlinge in diesem Punkt einen sehr großen Schritt weiter. Deshalb bleibt auch vor dem samstäglichen Heimspiel gegen das Kellerkind mit dem schönen neuen Namen Team Handball Lippe II – dahinter verbirgt sich ein Zusammenschluss der Lemgoer Reserve mit dem Ex-Zweitligisten HSG Augustdorf/Hövelhof – diese Anspannung präsent, die es braucht, um auch einen Gegner, der zuletzt daheim mit 14 Toren Unterschied gegen Leichlingen verlor, nicht zu unterschätzen. Denn eines ist für Neff und die Dragons-Verantwortlichen klar. Die Titelfrage darf sich gerne in den direkten Duellen der Top-Teams entscheiden, womöglich auch bei deren Auftritten in Ostwestfalen, aber sie soll sich für die SGSH Dragons nicht in der Sporthalle Löh gegen ein Kellerkind entscheiden. Auf gar keinen Fall.

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