Handball, 3. Liga Nord-West

Dragons: Fehlstart, geklautes Tor und doch ein Auftakt nach Maß

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Harter Fight gegen einen starken Neuling: Die SGSH besiegte Gesungen 29:23.

Halver - Mit einem 29:23 (14:11)-Erfolg gegen Hessenmeister und Drittliga-Neuling ESG Gensungen/Felsberg haben die SGSH Dragons einen guten Start in die neue Saison der 3. Liga Nord-West hingelegt. Allerdings war es ein hartes Stück Arbeit vor nur 140 Zuschauer an der Halveraner Mühlenstraße.

Für 204 Zuschauer war die Halle im Vorfeld freigegeben worden. Doch „ausverkauft“ durfte nicht vermeldet werden: Von den mehr als 150 Dauerkarten (inklusive Sponsorenkarten) waren im Vorfeld nur 48 abgerufen worden. Es wären also noch Karten an der Abendkasse da gewesen - so mancher potenzielle Zuschauer indes hatte sich wohl davon abschrecken lassen, dass nur noch knapp 50 Karten in den freien Verkauf gehen würden.

Auch der sportliche Start in die Saison war holprig. Die erste Viertelstunde gehörte dem Gast, der überaus entschlossen auftrat, aggressiv deckte, Mängel in der SGSH-Defensive offenlegte. 3:6 nach acht Minuten, 4:7 nach 15 Minuten - bis zum 6:9 (19.) lief die SGSH der Musik hinterher. Auch deshalb, weil dieser Neuling einen richtig guten Eindruck hinterließ. Dass Ante Vukas - ein Gegenspieler war ihm aufs Knie gefallen - bereits nach acht Minuten für Julian Borchert im Kasten Platz machen musste, gehörte auch nicht zu den Dingen, die den SGSH-Verantwortlichen gefallen konnten.

Doch die Partie kippte: Mit der Umstellung auf eine 3:2:1-Abwehr streute Mark Schmetz Sand ins ESG-Getriebe. Es häuften sich nun die leichteren Fehler beim Gast. Dazu kamen Zeitstrafen für die ESG-Abwehrspieler, die gegen die schnellen SGSH-Angreifer (Hüller, Gipperich, Bleckmann) häufig einen Schritt zu spät kamen, und auch Abschlusspech beim Kauffeld-Team. Beim 9:9 (26.) war die SGSH, bei der David Bleckmann nun richtig ins Rollen kam, wieder im Spiel, nach dem 11:11 gelang mit einem 3:0-Lauf in Überzahl (das letzte Tor als Empty-net-Goal Sekunden vor der Pause) ein überaus glückliches Finale. Das 14:11 für die Gastgeber zur Pause war schmeichelhaft.

Zwei Rote Karten für die Gästesieben

Weil die ESG ihre Fehlerquote nach der Pause aber weiterhin nicht in den Griff bekam, zudem Julian Borchert nun vermehrt im SGSH-Tor glänzte, schien beim 20:14 (43., Hecker) alles auf dem bestem Weg fürs Schmetz-Team, zumal bei den Hessen erst Koch (38., grobes Foulspiel) und dann auch noch Rossel (42., 3. Zeitstrafe) die Rote Karte gesehen hatten.

Die Gäste zeigten Moral, verkürzten zwar auf 20:16, doch das schien immer noch ein sattes Polster. Aber dann: Das Kampfgericht (Steinebach/Steinebach) hatte auf einmal ein 19:17 auf der Anzeigetafel stehen, die Schiedsrichter Völkening/Zollitsch (Minden) bestätigten nach langen Diskussionen diesen Spielstand. Die SGSH-Proteste liefen ins Leere. Es waren noch gut 13 Minuten auf der Uhr, und der Vorsprung war auf einmal nicht mehr komfortabel, im Gegenteil.

Die Dragons kassierten sogar das 19:18 (48.), doch danach behielten sie die Nerven. Während sie vorne nun zuverlässig trafen, erlaubte sich die ESG neuerlich zu viele leichte Fehler. Beim 24:19 (54., Hüller) war zum zweiten Mal an diesem Abend die Weiche auf Sieg gestellt. Diesmal sollte sich daran nichts mehr ändern. 

Über ein 27:20 steuerte die SGSH dem 29:23-Endstand entgegen, der eigentlich ein 30:22-Endstand gewesen wäre, aber sei's drum... Das Spiel machte den Trainer unterm Strich in seinem ersten Pflichteinsatz mit der SGSH zufrieden und ließ die Spieler zudem ausgelassen Sirtaki tanzen - zum ersten Mal nach sechseinhalb Monaten. Vieles war so anders an diesem Abend, das Abschlussritual aber war das aus der alten Saison. Ein schönes Abschlussbild am ersten Saisonabend.

Beste SGSH-Werfer: Bleckmann, Schetters, Frenzel (alle 5), Klasmann (5/1), Hecker (4) - beste ESG-Werfer: Wachs (4), Otto (4/1), Gruber (3), Kothe (3)

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