SGSH mit 31:31 gegen Minden II

Eine Punkteteilung und zwei verletzte Trainer

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Mit vereinten Kräften gegen Mindens Besten im zweiten Durchgang: Dominic Luciano (links) und Maciej Dmytruszynski (rechts) mühen sich gegen Christopher Kunisch, der seine sieben Tore des Tages alle in Halbzeit zwei erzielte.

Schalksmühle - Handball-Drittligist SG Schalksmühle-Halver hat sich am Sonntagnachmittag mit einem 31:31 (15:14)-Unentschieden gegen den TSV GWD Minden II in die Weihnachtspause verabschiedet. Nach drei Niederlagen in Folge verpasste das Grasediek-Team vor 300 Zuschauern am Löh auf der Zielgeraden einen durchaus möglichen Sieg.

Von Thomas Machatzke

Enge Spiele sind immer auch emotionale Spiele in der 3. Liga West. Am Sonntag ging es derart emotional zu, dass nicht etwa das spielende Personal, wohl aber das coachende Schäden davontrug. SGSH-Trainer Mathias Grasediek saß nach Spielende lädiert auf der Auswechselbank – er hatte sich im finalen Ärger über die Leistung der Referees beim Tritt gegen eine Wasserflasche wohl einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen. GWD-Pendant Markus Ernst war da längst in der Kabine und wurde dort auch behandelt – er hatte über einen verspannten Nacken geklagt. Nach einer unglücklichen Bewegung im letzten Angriff konnte er sich im Halsbereich gar nicht mehr bewegen.

Auf dem Parkett gab es trotz einer leidenschaftlich geführten Auseinandersetzung keine Verluste zu beklagen. Die hatte der TSV allerdings im Vorfeld gehabt: Rechtsaußen Antonevitch war wie Linksaußen Kunkel in der 1. Liga im Einsatz, zudem fehlten mit Jungmann und Bagats zwei weitere wichtige Spieler, so dass Ernst den kleinen Kader mit A-Jugendlichen und Fabian Hartwich, einem wuchtigen Kreisläufer aus der dritten Mannschaft, aufgefüllt hatte. Bei der SGSH waren neben Christian Feldmann auch Achim Jansen und Daniel Krüger nicht so fit, dass sie Spielanteile erhalten sollten.

Die SGSH begann gut, spielte in der Offensive mit einem guten Rydz als Spielmacher konzentriert ihre Chancen heraus, deckte aggressiv und führte schnell 4:1 (4.), später 9:6 (19.). Es war eine gute, aber keine in letzter Konsequenz konstant gute Vorstellung. Dafür fehlte es nach Ballverlusten gegen die variable Abwehr der Ostwestfalen an Tempo im Rücklaufverhalten. Übers Tempospiel und da vor allem über die beiden A-Junioren Breuer und Korte kämpfte sich Minden ins Spiel zurück, führte gar 13:11 (26.), ehe eine doppelte Überzahl der SGSH drei Tore in Folge und eine 15:14-Pausenführung bescherte.

31:31 zwischen der SGSH und dem TSV GWD Minden II

Nach dem Wechsel begannen die Hausherren konzentriert, arbeiteten ein 21:16 (39.) heraus. Nach einer TSV-Auszeit aber genügten drei schwächere Minuten, um das mühsam Erarbeitete viel zu leicht wieder herzuschenken (21:20, 42.). So verpasste es die SGSH gegen ein nie aufsteckendes Mindener Team, frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Das gelang auch fortan nicht, weil die SGSH-Abwehr Kunisch nie in den Griff bekam.

Rote Karten gegen Schneider und Dmytruszynski

Die Gastgeber führten zwar permanent, doch sie setzten sich nicht ab. Und wurden dafür bestraft. Nach Schneiders dritter Zeitstrafe (56.) und damit der roten Karte gegen einen Mindener schickten die Referees Hannes/Hannes im nächsten Angriff auch Dmytruszynski nach dritter Zeitstrafe vorzeitig duschen. Es war eine seltsame Entscheidung – der Pole hatte den Abstand wohl nicht eingehalten bei einem Freiwurf, der freilich noch gar nicht ausgeführt war. Dieser Pfiff war nicht der einzige umstrittene auf der Zielgeraden der Partie. Im hitzigen Gefecht glichen Gräfe und Kunisch nach dem 30:28 (58.) zum 30:30 aus. Der beste SGSH-Werfer Jacek Wardzinski sorgte noch einmal für eine letzte Führung (31:30). Da waren noch 23 Sekunden zu spielen. 23 Sekunden, die dem Gast reichten: zwei Sekunden vor der Schluss-Sirene traf Gräfe zum 31:31-Endstand.

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