Handball, 3. Liga West

Demonstration der Ferndorfer Stärke

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Zu selten so frei wie hier: Dominic Luciano.

Halver - Es sollte ein ganz besonderer Handballabend für die SG Schalksmühle-Halver werden, doch das ganz Besondere gelang ihr nicht. Gegen den Primus der 3. Liga West, TuS Ferndorf, verlor das Neff-Team vor 800 Zuschauern an der Mühlenstraße 19:30 (11:16). Es war unterm Strich vor allem eines: eine Demonstration der Stärke des verlustpunktfreien Halbzeitmeisters.

In der ersten Halbzeit war es gar nicht einmal so, dass die Leistung der SGSH eine enttäuschende gewesen wäre, im Gegenteil. Spielmacher Alexandre Brüning machte viele schlaue Dinge und unterm Strich ein richtig gutes Spiel. Der von Stefan Neff geforderte Mut war oft anzutreffen. Aber es war eben auch so, dass die SGSH auf einen Gegner traf, gegen den Mut allein in vielen Situationen nicht ausreichte.

An der Körpersprache des Gastes war von der ersten Minute an abzulesen, dass er dieses Spiel in Halver sehr ernstnahm. Die 6:0-Abwehr bestätigte all das, was im Vorfeld an Gutem über sie erzählt worden war. Und auch vorne machten die Siegerländer fast nichts falsch. Vielleicht lag es ein Stück weit daran, dass sich bei der SGSH Abwehrspezialist Todor Ruskov im Abschlusstraining eine Kapselverletzung im Finger zugezogen hatte und passen musste. Auf jeden Fall gewann die SGSH kaum einmal einen Ball, so gab es auch selten Tempospiel. Das Höchste der Gefühle war, die Gäste in eine Abwehr mit ihren sechs Angreifern zu zwingen. Das Bedeutete: eine Abwehr ohne Abwehrchef Branimir Koloper, der nach einer Grippe vorne geschont wurde. Aber selbst das gelang der SGSH zu selten. Und im aufgebauten Angriff fehlten dem Neff-Team die Mittel oder besser - den Werfern häufig die Abschluss-Qualität. Das 11:16 zur Pause - es bildete die Kräfteverhältnisse gut ab.

Zwei Tore per Unterwurf, aber über den Ferndorfer Block über 60 Minuten ohne Erfolgserlebnis: Lutz Weßeling.

Nach der Pause wurde es keineswegs besser. Die Ferndorfer signalisierten erneut etwas mit ihrer Körpersprache. Sie sagten damit: Macht euch keine Hoffnungen, wir lassen heute nicht nach. Spätestens beim 14:22 (41.) war die Partie gelaufen. Die SGSH hatte sich aufzubäumen versucht, aber es hatte nicht geklappt. Und nun wurde es eher schlechter als besser. Keine Idee gegen die Abschluss-Schwäche, letztlich auch kein Mittel gegen clevere Angreifer wie Lucas Schneider (6/1), Jonas Faulenbach (7) oder den beeindruckend abgezockten Kreisläufer-Youngster Mattis Michel (6/2), für den es am Sonntag direkt weitergeht zum Lehrgang der Junioren-Nationalmannschaft nach Warendorf.

Neuzugang Schetters vom HTV Hemer

Am Ende stand ein 19:30 zu Buche - Stefan Neff hatte noch viel durchgewechselt, und auch der Gast hatte es zuletzt nicht mehr so konsequent zu Ende gespielt wie eine Dreiviertelstunde lang. Unterm Strich stand die Erkenntnis: Die SGSH war ziemlich weit entfernt von der absoluten Spitze der Liga, vielleicht sogar noch ein Stückchen weiter als im Heimspiel gegen Bayer Dormagen. Allerdings vielleicht auch gegen einen zwar weniger spektakulären, aber dafür nachhaltig in allen Mannschaftsfteilen noch stärkeren Gegner.

Neuer Vertrag für Stefan Neff

Am Rande des Spiels gegen Ferndorf gab es auch ein bisschen etwas Neues für die Zukunftsplanung der SGSH: Im Sommer 2018 kommt Linksaußen Tobias Schetters vom HTV Hemer. Der Oberligist gab den Wechsel seines Außen, der u.a. vier Jahre lang für TuSEM Essen (31 Einsätze in der 2. Bundesliga) gespielt hat, bekannt. Mit 43 Toren ist Schetters aktuell zweitbester Torschütze des Oberligisten aus dem Nordkreis. Nach Fabian Hecker ist Schetters der nächste Spieler aus Hemer, der den Weg in den Südkreis nach Schalksmühle findet. Die SGSH hat die Verpflichtung noch nicht offiziell bestätigt.

Dafür hat der Verein die Vertragsverlängerung mit Trainer Stefan Neff am Samstagabend offiziell bekannt gemacht. Der Hagener unterschrieb am Mittwoch einen Ein-Jahres-Vertrag, wird das Team auch in der Saison 2018/19 trainieren. Ein nach der jüngsten sportlichen Entwicklung allseits erwarteter Schritt. 

Geht bei der SGSH im Sommer ins dritte Jahr: Stefan Neff.

„Wir sind sehr froh, dass wir uns mit Stefan auf ein weiteres Engagement einigen konnten. Die Mannschaft hat eine hervorragende Hinrunde gespielt und die Verlängerung des Vertrags ist die erhoffte Konsequenz daraus. Mit Stefan haben wir einen engagierten und fachlich ausgezeichneten Mann, der das Team in Zusammenarbeit mit Co-Trainer HaPe Müller noch weiter nach vorne bringen wird“, wird Timo Blumberg, Sportlicher Leiter Gesamtkonzept, in der offiziellen Verlautbarung der SGSH zitiert.

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