Handball

Vereine sollen durchs neue Portal für Westfalen entlastet werden

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"Vom Strukturaufbau sind wir schon sehr kompliziert in Westfalen", sagt Sebastian Elberg.

Olpe – Mit Sebastian Elberg war am Freitagabend der neue Vizepräsident Finanzen des Handball-Verbandes Westfalen auf der Vereinsvertretersitzung des Kreises Lenne-Sieg zu Gast. Doch Elbergs Thema waren nicht die Finanzen des Verbandes.

Elbergs Thema war das neue Handballportal in Westfalen, handball4all. Der Kreisvorsitzende Klaus Krass stellte Elberg als den Mann vor, der das neue und an der Basis nicht sehr beliebte Portal in Westfalen an der Seite der Programmierer in den vergangenen Monaten unermüdlich und entscheidend weiterentwickelt hat. Elberg erläuterte so manches für die Vereine wichtige Detail. Sportredakteur Thomas Machatzke sprach nach der Sitzung im Kolpinghaus mit dem Gast, der aus Dolberg stammt, dessen Heimatverein der TV Beckum ist und der auch noch als 1. Vorsitzender des Handballkreises Hellweg amtiert, über handball4all. 

Sebastian Elberg, die Delegierten haben viel von ihnen zum neuen Handballportal handball4all gehört. An der Basis gab es im vergangenen Sommer und noch bis heute viel Unverständnis für den Wechsel. Erklären Sie uns doch mal, weshalb handball4all die bessere Lösung ist als sis-handball… 

Wir mussten umsteigen, weil die Firma Gatecom mit sis-handball nicht den Datenschutz-Richtlinien entsprechen wollte, die vom Gesetzgeber und deshalb auch von uns gefordert wurden. Das ist der Hauptgrund. Dazu sind wir als Handball-Verband seit Jahren Teilhaber in der Aktiengesellschaft handball4all – auch wenn wir noch sis-Verträge hatten. 

Also profitieren auch die Vereine auf lange Sicht gesehen von der Umstellung des Portals? 

Perspektivisch ist wirtschaftlich der Plan, dass wir in eine Gewinnstruktur kommen, dass wir das System zumindest kostendeckend nullen oder vielleicht sogar Plus machen. Es ist das Ziel, mit dem eigenen System und den Ergebnissen aus dem System Geld generieren zu können. So wie es andere Sportverbände auch machen. Und die Vereine sollen damit dann finanziell entlastet werden – oder zumindest nicht noch mehr belastet werden, wenn ich an die große Strukturwandlung im DHB denke.

Wenn man das Portal anschaut: Sind mit dem aktuellen Stand zufrieden? 

Ja, wir sind sehr zufrieden damit. Die Darstellung der Namen zum Beispiel – das ist alles so, wie wir es vom Landesdatenschutz-Bereich vorgeschrieben bekommen haben. Da gab es in Richtung WHV und HV Westfalen einige böse Schreiben. Den Anforderungen genügen wir nun. Die Systeme laufen nun auch stabiler – am Anfang der Saison sind die Server abgestürzt. Das passiert aber immer bei Systemumstellungen. Das hatten wir beim sis auch. 

Gibt es denn auch noch Dinge, die man gerne verbessern würde? 

Wo es aktuell ein bisschen brennt, aber woran wir nicht tun können: Die Spieler sollten sich registrieren und ihre Namen im Portal freischalten. Das macht für die Presse die optisch bessere Darstellung. Das liegt aber in den Händen der Spieler selbst. Das andere sind administrative Aufgaben. Die betreffen ganz massiv den Schiedsrichterbereich. Da gibt es Sachen, bei denen wir viel improvisieren und Lösungen suchen müssen. Oder wir haben schon Lösungen, bei denen aber erst die Programmierer ranmüssen. 

Wann wird das System so laufen, dass Sie rundum zufrieden sein werden? 

Wenn ich unsere Wünsche sehe und auch die Gespräche einer User-Gruppe mit Anwendern aus allen Landesverbänden, denke ich, dass wir noch ein bis zwei Jahre brauchen. Das hängt aber davon ab, wieviel Programmierleistung umgesetzt wird. Aktuell sind die externen Programmierer so stark gebunden, da können wir wirtschaftlich nicht mitziehen. Wenn wir das wollten, müssten wir die Vereine melken, aber das wollen wir nicht. Da warten wir lieber etwas länger auf eine Funktion und belasten die Vereine nicht. 

Stimmt es, dass Westfalen beim neuen Portal sogar eine Sonderstellung hat, dass der Verband besonders kompliziert ist? 

Ja! Wir haben das Programm inzwischen fast zu 70 Prozent programmier-technisch abgekoppelt von anderen. Die Funktionen sind zwar ähnlich, aber nicht in der Form, dass man es noch mal für zwölf Kreise einzeln benötigt. Wir brauchen es nicht nur abgekoppelt von den anderen Landesverbänden, sondern innerhalb des Landesverbandes auch die Kreise abgetrennt. Dann kommt noch unsere Spezialgruppe „überkreislicher Spielbetrieb“ dazu. Die haben wir auch noch. Vom Strukturaufbau sind wir schon sehr kompliziert. Das ist so. Ansonsten aber arbeiten wir so gut zusammen, dass das schon klappt! 

Sebastian Elberg, vielen Dank für das Gespräch!

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