Ende einer langen Schiedsrichter-Karriere

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Nach 28 Jahren ist Schluss: Harald Blümel (re.) und Michael Schlesiger leiten am Samstag ihr letztes gemeinsames Spiel – das Landesliga-Derby zwischen der HSG Lüdenscheid und der SGSH II.

Schalksmühle - Gegen 19 Uhr wird am Samstagabend in der Sporthalle des Lüdenscheider Bergstadt-Gymnasiums sein letzter Pfiff ertönen. Nach 28 Jahren beendet der Schalksmühler Schiedsrichter Harald Blümel (54) seine aktive Karriere.

Mit einem besonderen „Bonbon“ übrigens: Gemeinsam mit seinem langjährigen Gespannpartner Michael Schlesiger (Iserlohn) – seit 24 Jahren pfeift das Duo zusammen und dürfte damit zu den dienstältesten Gespannen in Westfalen gehören – leitet Blümel das Landesliga-Derby zwischen der HSG Lüdenscheid und der SG Schalksmühle-Halver II. Sportredakteur Axel Meyrich sprach vor dem letzten Spiel als aktiver Referee mit Harald Blümel.

Harald Blümel, eine Frage vorweg: Warum hängen Sie Pfeife und Schiedsrichtertrikot an den Nagel?

Blümel: Die sportliche Fitness hat für mich immer oberste Priorität gehabt. Meine Meinung war stets, dass ich auf dem Spielfeld alles geben muss. Ich habe immer gesagt: Wenn ich die an mich gestellten Ansprüche nicht mehr erfüllen kann, höre ich auf. Da die Knochen nicht mehr so wollen, wie ich gerne möchte, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, das Spielfeld zu verlassen.

Ein Blick zurück: Wie sind Sie zum Handball und zur Schiedsrichterei gekommen?

Blümel: Das Handballspielen habe ich in Schalksmühle begonnen, später dann in Hagen bei der SG Vorhalle 09 gespielt. Nach mehreren Verletzungen habe ich 1986 aufgehört und bin Schiedsrichter geworden. Seit 1990 bilde ich ein Gespann mit Michael, den ich seit meiner Jugend kenne. 19 Jahre haben wir dem HV-Schiedsrichterkader angehört und Spiele bis zur Oberliga geleitet. In den beiden vergangenen Jahren waren wir dann noch bis zur Landesliga aktiv.

Wenn wir Sie um eine kurze Bilanz dieser Zeit bitten dürfen...

Blümel: Es war eine schöne Zeit, gar keine Frage. Aber diese Leidenschaft zum Handball kann man nur ausleben, wenn die Ehefrauen das mittragen. Das ist bei uns beiden immer der Fall gewesen, auch als unsere Kinder noch klein waren.

Was hat sich über diese knapp drei Jahrzehnte geändert in den Hallen?

Blümel: Vor allem das Publikum. Die Zuschauer sind wilder geworden, teilweise sogar fanatisch. Und das ist nicht auf bestimmte Alters- oder Spielklassen beschränkt.

Auch die Handballregeln wurden zum Teil modifiziert. Woran denken Sie da besonders?

Blümel: Die „schnelle Mitte“ hat das Spiel massiv beeinflusst und attraktiver gemacht. Auch wir Schiedsrichter mussten uns umstellen. Ich persönlich habe es als sinnvoll empfunden, dass Torhüter bei einem Zusammenprall außerhalb des Kreises schneller disqualifiziert werden. Die Torhüter sind viel vorsichtiger geworden, schwere Verletzung werden so vermieden.

Wenn Sie einen Wunsch zur Regeländerung frei hätten, wie würde der lauten?

Blümel: Eigentlich sind die Regeln gut, wie sie sind. Das passive Spiel ist vielleicht etwas zu dehnbar. Da merkt man schnell, welche Schiedsrichter früher selbst Handball gespielt haben und welche nicht. Da fällt es den Mannschaften schon mal schwer, sich auf die Schiedsrichter einzustellen.

Harald Blümel ohne Handball – geht das überhaupt?

Blümel:  Nein, natürlich nicht. Ich werde weiterhin für die SGSH die Schiedsrichterbeobachtung der Drittliga-Spiele übernehmen, die Spiele der 1. Mannschaft öfter zusammen mit meiner Frau schauen. Außerdem liegt mir die Betreuung der jungen Gespanne im Kreis am Herzen. Da werde ich mich weiter engagieren. Ich möchte meine Erfahrung einfach ein Stück weit an die junge Generation weitergeben.

Harald Blümel, vielen Dank für das Gespräch!

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