Handball

Saisonende im August  nicht vorstellbar

+
Auch in der Landesliga dürfte im Hochsommer nicht mehr gespielt werden.

Kreisgebiet – Ob und wann die Handball-Saison 2019/20 in der 3. Liga Nord-West und in Westfalen fortgesetzt wird – es ist offen. Der Spielbetrieb ist bis zum 19. April ausgesetzt. Andreas Tiemann, Staffelleiter der Männer-Drittliga-Staffeln und Chef-Spieltechniker in Westfalen, hat beide Bereiche im Blick.

„Wenn es soweit ist, werden sich die Verbände äußern“, sagt Tiemann, macht allerdings klar: Wenn die Politik die Beschränkungen verlängern sollte und ein Wiedereinstieg zumindest in den Trainingsbetrieb nach den Osterferien nicht möglich ist, dann würde die Saison wohl bei den Handballern abgebrochen werden müssen. „Es ist ja eine einfache Rechnung“, sagt Tiemann, „in den Spielklassen sind noch sechs bis neun Partien zu spielen – wenn man erst Mitte Mai in die Hallen käme und den Vereinen dann ja sicherlich noch zwei bis drei Wochen geben müsste für eine kurze Vorbereitung, dann kann dies nicht mehr klappen.“

Tiemann sieht das Saisonende bis zum 30. Juni als bindend an. „So ist es festgeschrieben“, wendet sich der Ostwestfale gegen den Vorschlag des Mindener Rechtsanwaltes Helge Käding, die Saison zur Not bis in den August fortzusetzen. Käding hatte sich gegenüber dem Internet-Portals www.handball-world.de geäußert, dass ein Abschluss der Saison mit der Ermittlung von Meistern, Auf- und Absteigern die höchste Priorität habe. Käding hatte dort auch den Verband Hessen und die Frauen-Bundesliga für den frühzeitigen Saison-Abbruch kritisiert.

Käding gegenüber dem Internet-Portal: „Ich bin der Meinung, dass sich sowohl die HBF als auch der hessische Handballverband mit dem frühen Abbruch der Saison unter kartellrechtlichen Grundsätzen und Aspekten der Verhältnismäßigkeit in gefährlichem Fahrwasser bewegen. Man sollte sich fragen, wo die Rechtsgrundlage für einen Abbruch zu einem so frühen Zeitpunkt ist? Wahrscheinlich wird es gut gehen, aber man weiß nie, was passieren könnte, sollte es zu Schadensersatzforderungen kommen.“ Käding geht von Klagen vor ordentlichen Gerichten aus, auch deshalb, weil die Sportrichter nicht immer Juristen und zum Teil im Zweifel „verbandshörig“ seien.

Klare Absage an Barnhusen-Idee

Tiemann teilt zumindest die Einschätzung, dass man in Hessen und auch bei den Frauen noch hätte warten können mit einem Abbruch. Natürlich würden auch die Spieltechniker die Saison gerne irgendwie zu Ende spielen – denn wenn dies nicht gelingt, dann hätte jede denkbare Lösung (z.B. Annullierung der Spielzeit, Abschlusstabelle zur Zeit des Abbruches, Abschlusstabelle nach der Hinserie) Gewinner und Verlierer, würde wohl auch den einen oder anderen Rechtsstreit nach sich ziehen.

„Es gibt Spielklassen, in denen die Lage zumindest gefühlt relativ klar ist, zum Beispiel in der 3. Liga West, in der Wilhelmshaven klar vorne liegt, Ahlen und Menden hinten schon etwas abgeschlagen sind. Aber in der Oberliga Westfalen zum Beispiel ist das anders“, sagt Andreas Tiemann. Hier führen der ASV Hamm II, Loxten und Altenhagen die Tabelle durch gerade zwei Punkte getrennt an. „Und die müssten alle noch in der Rückrunde im direkten Duell gegeneinander antreten“, sagt Tiemann, der allerdings eines klar macht: Eine Lösung im Falle eines Abbruchs der Saison mit drei Aufsteigern aus der Oberliga Westfalen in die 3. Liga wird es nicht geben. Willi Barnhusen, Präsident des HV Westfalen, hatte in der vergangenen Woche gegenüber dem Westfälischen Anzeiger in Werne geäußert, dass er dies für die beste Lösung halte. „Aber das ist absolut nicht realistisch“, sagt Andreas Tiemann.

Der Chef-Spieltechniker aus Westfalen bringt noch einen ganz anderen Aspekt ins Spiel: Für die 3. Liga in der Saison 20/21 müssen die Vereine, die dort spielen wollen, bis zum 15. April melden. „Wenn die Vereine wieder in die Halle dürfen, dann ist doch die zweite Frage, ob auch die Sponsoren, die diese Vereine unterstützen, angesichts der wirtschaftlichen Situation dazu in der nächsten Zeit überhaupt in der Lage sein werden“, sagt Tiemann und ist durchaus skeptisch, „die Insolvenz von den Rhein Vikings und Nussloch – das könnte nur der Anfang gewesen sein...“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare