Handball

Das Aus für die First-Four-Turniere

+
"Für uns wird ein DHB-Pokal-Spiel immer ein Vorbereitungsspiel auf die neue Saison bleiben", sagt Stefan Neff und sieht die DHB-Pokal-Problematik gelassen.

Schalksmühle – An den August 2018 denken die Handballfans in Halver und Schalksmühle gerne zurück: Der Deutsche Meister Flensburg, dazu Nordhorn und Ferndorf zum First-Four-Turnier des DHB-Pokals in Halver – ein Highlight, das es in dieser Form ab der übernächsten Saison nicht mehr geben soll. Der Deutsche Handballbund und die DKB Handball-Bundesliga planen in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden eine Reform des Pokalwettbewerbes.

Ab der Saison 20/21 sollen 32 Mannschaften im Haupt-Wettbewerb stehen. Dieser endet weiter mit dem Final-Four-Turnier, die First-Four-Turniere der 1. DHB-Pokalrunde sollen indes entfallen. Bis zum 30. Juni soll diese Reform beschlossen werden. Hauptgrund für die neuerliche Reform – die letzte gab es erst 2015 – ist der volle Terminkalender der Topteams, die im Pokal ein Spiel „sparen“ sollen. 

Ab der Saison 20/21 sollen also nur noch 44 Mannschaften am Pokal teilnehmen. Die 1. Runde soll mit 32 Teams stattfinden. Diese 32 Teams sollen sich aus 18 Erstligisten, den zwei Mannschaften aus dem Finale des DHB-Amateur-Pokals und zwölf Gewinnern einer vorgeschalteten Qualifikation zusammensetzen. Die 24 Mannschaften, die in zwölf K.o.-Duellen die Teilnehmer an der 1. Pokalrunde ermitteln sollen, sollen zur Hälfte Zweitligisten und zur anderen Hälfte Drittligisten sein. 

Das bedeutet: In der 2. Bundesliga garantiert nach diesem Modus in der Saison 19/20 nur noch Platz eins bis zwölf die DHB-Pokal-Qualifikation. In den vier Drittliga-Staffeln schaffen es danach nur noch die „Top 3“ pro Staffel, wobei sich weiterhin keine Reserveteams von Bundesligisten qualifizieren dürfen. 

„Der erzielte Kompromiss bringt allen Beteiligten spürbare Vorteile“, bewertet Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga GmbH, „in der aktuellen Termindiskussion kann die HBL durch die Pokalreform die Anzahl der Pokalspiele für die Topteams von sechs auf fünf reduzieren. Der Einstieg der Erstligisten erfolgt erst zu einem späteren Zeitpunkt der Saison, was zu einer Verlängerung der Sommerpause und somit zu mehr Regenerationszeit führt. Dies bedeutet eine deutliche Entlastung für die Erstligisten, vor allem für die Champions-League-Teilnehmer.“ 

Stefan Neff wünscht sich andere Reformen 

Bei den SGSH Dragons sieht man das Thema relativ entspannt. „Der Pokal wird für einen Drittligisten nie Priorität haben“, sagt Trainer Stefan Neff, „zum Final-Four in Hamburg kommen ohnehin immer vier Topteams – ganz egal, wie der Modus ist. Für uns wird ein DHB-Pokal-Spiel immer ein Vorbereitungsspiel auf die neue Saison bleiben.“ Was die Diskussion um den vollen Terminkalender angeht, so sieht Neff diese Reform allerdings als „Tropfen auf den heißen Stein“. 

Andere Ideen und Ansätze zur Attraktivität hätten für ihn mehr Gewicht, so regt der Hagener eine Wiedereinführung einer Nord- und einer Süd-Staffel in der 2. Bundesliga an, um diese Spielklasse für Drittligisten überhaupt erreichbar zu halten. „Aktuell ist die 2. Bundesliga doch für einen Drittligisten fast schon Utopie, wenn nicht einmal mehr der Meister direkt aufsteigt“, sagt der Dragons-Coach. 

Co-Trainer Hans-Peter Müller denkt zwar gerne an das „Hammerlos“ im DHB-Pokal im August 2018 zurück. „Aber so ein Glück hast du nicht immer. Vielleicht ist es nach dem neuen Modus sogar leichter, eine Runde weiterzukommen und dann ein attraktives Los zu ziehen“, sagt der Trainerfuchs, „auf jeden Fall kann ich nachvollziehen, dass es gut ist für einen Verein wie Flensburg, wenn nicht noch so ein Wochenende wie in Halver dazukommt. Im Sinne des Sports ist das sicherlich richtig.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare