Handball-Landesliga (Frauen)

Doch kein Platz für die HSG Lüdenscheid

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Kommando zurück: Melanie Schäfer und das neu formierte Team der HSG-Frauen haben nun doch keinen Platz in der Landesliga-Staffel 4 – beim Verband hat man sich verrechnet. Die Zukunft liegt in der Bezirksliga Südwestfalen. 

Lüdenscheid - Der kollektive Jubel ist noch in bester Erinnerung: Mit dem Heimsieg gegen den HCE Bad Oeynhausen im letzten Spiel der Abstiegs-Relegation wähnten sich Landesliga-Frauen der HSG Lüdenscheid am 26. Mai am Ziel. Doch nun heißt es Kommando zurück: Es gibt doch keinen Platz in der Landesliga-Staffel 4 für die HSG.

Am Dienstagabend veröffentliche der Handball-Verband Westfalen die Staffeleinteilung für seine 14 Spielklassen bei Männern und Frauen. Die HSG Lüdenscheid tauchte bei den Frauen nicht auf. Und damit beginnt eine Geschichte, die bizarre Züge hat, nicht nur beim Verband. 

Nachfrage bei Staffelleiter Friedhelm Krietemeyer (Minden). Krietemeyer ist offen und ehrlich. Er sagt: „Meine Aussage gegenüber den Vereinen ist eine falsche gewesen. Durch die Rückzüge gab es da einen Gedankenfehler. Das darf natürlich nicht passieren. Das ist nicht gut.“ 

Falsch gerechnet: Nach dem Riemker Abstieg aus der Verbandsliga galt Teutonia Riemke II als Zwangsabsteiger aus der Landesliga. Danach zogen Hamm und Drolshagen ihre Teams zurück. Recklinghausen stieg aus der 3. Liga West ab. All diese Faktoren kombiniert, blieben für Krietemeyer zwei freie Plätze in der Landesliga übrig. Was er nicht bedacht hatte: Durch den Hammer Rückzug war Riemke in der Verbandsliga gerettet, ergo durfte auch Riemke II die Klasse halten. „Mein Fehler“, sagt Krietemeyer, „die HSG wird einen Einspruch einlegen.“ Es klingt nicht so, als ob er dafür kein Verständnis hätte. 

Auf jeden Fall informierte der Mindener bereits am 2. Juni die HSG, nach seiner Aussage eine Verantwortliche aus dem Frauenbereich und per E-Mail den Vorstandssprecher Sören Miossec. Der war telefonisch nicht erreichbar gewesen. Angekommen ist die Information bei der HSG. Sören Miossec ist auch jetzt telefonisch nicht erreichbar. Aber Peter Werner, der sich mit um den Frauenbereich bei der HSG bemüht. 

„Es hat uns wie eine Bombe vor den Kopf gehauen“, sagt Werner, „natürlich haben wir Einspruch eingelegt. Aber wir wollten es erst einmal im Ruhigen halten.“ Mit anderen Worten: Trainer Detlev Nebert und die Mannschaft wurden informiert, auch sie waren wie vor den Kopf gestoßen. Werner argumentiert: „Wir haben nur eine Mail bekommen, nicht einmal ein offizielles Schreiben. In allen Berichten, sogar im Handballportal SIS, wo Auf- und Abstieg farblich und mit Pfeilen gekennzeichnet ist, waren zwei Teams ausgewiesen.“ 

Für Peter Werner steht fest, dass es so nicht geht. „Dann sollen sie sehen, dass sie die Staffel 4 mit 13 Mannschaften spielen.“ So weit, so klar. Doch wie steht es um den Einspruch? Nachfrage beim früheren HSG-Vorsitzenden Dr. Peter Altrogge, der nach Werners Aussage, die sich mit der Aussage von Männerspielwart Niclas Beckmann deckt, die HSG juristisch vertreten soll. Altrogge liegt gar keine Anfrage der HSG vor. 

Ein Kommunikationsfehler? Sören Miossec, der kommunizieren sollte, ist nicht erreichbar. Und nun? Die Klassen sind eingeteilt, die Spielpläne erstellt. Die HSG hat kein offizielles Schreiben vom Verband, nur eine E-Mail, der Verband aber auch keinen offiziellen Einspruch, nur die Aussage, dass es einen Einspruch geben werde. Aber auch dafür gibt es Fristen. Der Zukunft der HSG-Frauen liegt bis auf Widerruf in der Bezirksliga Südwestfalen. Der Nachgeschmack dabei ist ein doppelt schaler.

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