Lennetaler in Dortmund Sieger im Spiel der Emotionen

An dieses Gefühl könnten sie sich gewöhnen: die HSV-Spieler nach dem Auswärtserfolg in Dortmund. Foto: Krüger

Werdohl/Plettenberg - Es war auch ein Abend der Emotionen: In der Sporthalle Wellinghofen sorgten die zum Teil mit im Bus angereisten Fans der HSV Plettenberg/Werdohl fast für eine Heimspiel-Atmosphäre, was die Verbandsliga-Handballer in Blau und Rot anstachelte, alles aus sich herauszuholen. Während sich bei den HSV-Spielern nach dem 34:31-Auswärtssieg bei Borussia Höchsten Jubel und auch Erleichterung ihren Weg brachen, wollte sich ihr Trainer Friedhelm Ziel allerdings nicht in den Reigen einreihen.

Von Axel Krüger

Der Grund: Mit der Abwehrleistung seiner Sieben war der Lüdenscheider nicht zufrieden. An den Nahtstellen habe immer wieder ein Rädchen nicht ins andere gegriffen, kritisierte der pensionierte Ingenieur. Vor der Partie hatte Ziel vor allem ein gutes Rücklaufverhalten eingefordert. „Die erste Welle der Höchstener mit den Außen Drees und Leimbrink sowie Kreisläufer Brenscheidt ist Oberliga-tauglich. Die drei Spieler laufen schon mit dem Schuss der gegnerischen Mannschaft los“, hatte der Coach gewarnt. Erfolgreich: Das Tempospiel der Gastgeber spielte keine große Rolle.

„Kein scharfes Bild“ von Genau und Austermann

Die Aufstellung des Tabellenletzten mit dem wuchtigen Spielertrainer Tobias Genau und Robin Austermann, der aufgrund seiner Arbeit in Frankfurt nur sporadisch bei den Dortmundern zum Einsatz kommt, sorgte jedoch für Unruhe beim Übungsleiter der Handballer aus dem Lennetal. „Das sind zwei Spieler, von denen ich kein scharfes Bild habe“, klagte Ziel vor dem Anpfiff und schickte sein Team mit einer 6:0-Deckung aufs Feld.

Diese Abwehrformation war aber anfällig gegen die beweglichen Dennis Brenscheidt und Spielmacher David Fischer, der bereits ab Minute zwölf kurz gedeckt wurde. In der Folge wuselte gerade Brenscheidt weiter durch die HSV-Deckung, sorgte mit für die Freiräume, die Genau für seine Durchbrüche auf der Halbposition brauchte. So hielten die Borussen das Spiel bis zum 11:11 (22.) offen.

Probleme im Spiel gegen die offene Deckung

Der folgende 6:0-Lauf der Gäste zum 17:11 (28.) brachte den Sauerländern einen Vorsprung, den sie gut zehn Minuten lang verwalteten, ehe Höchsten auf die Karte „Manndeckung“ setzte und aufholte. „Die offene Deckung ist schwer zu spielen, das wissen wir“, sagte Friedhelm Ziel. In dieser Phase machten seine Spieler zu viel allein: „Da prellt einer, sieht hoch – und alle sind gedeckt.“ In dieser Phase war gerade das Publikum eine Stütze für kampfstarke HSV-Spieler, die im entscheidenden Moment die Übersicht wiederfanden und einen 4:0-Lauf zum 34:31-Sieg starteten.

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