Das Ende des HVW-Bezirks Süd

Tage des Abschieds im Handballbezirk

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Wie es für die Bezirksliga-Teams der Region – hier Sebastian Radziej von der HSG Lüdenscheid II – weitergeht, wird in dieser Woche festgezurrt.

Kreisgebiet - Der 30. Januar, der 13. Februar und der 16. April sind für die Handballer der Region Tage des Abschieds. An diesen Tagen dürfen sie Abschied nehmen von ihrem Bezirk Süd des HV Westfalen. Drei Tagungen nurmehr – dann soll der Verbandstag am 4. Juni in Unna die Auflösung der beiden Bezirke beschließen.

„Bezirkstage für Nüsse“, sagt Walter Kraft, wenn er an den Bezirks-Jugendtag (30. Januar, 10.30 Uhr, Eintracht-Sportzentrum in Dortmund), den Bezirks-Schiedsrichtertag (13. Februar, Aula der Schule in Wellinghofen) und den Bezirkstag (16. April, 10.30 Uhr, Eintracht-Sportzentrum in Dortmund) denkt. Soll der Bezirk noch einmal Funktionsträger wählen? Für welche Aufgaben? Nur für den Fall, dass der Verband die Zwei-Drittel-Mehrheit für die Auflösung der Bezirke nicht zusammenbekommt?

„Das passiert nicht“, sagt Kraft. Der Bezirksvorsitzende aus Dortmund ist Realist. Er überlegt kurz, dann sagt er: „Was würde auch ein Bezirk nützen ohne einen eigenen Spielbetrieb? Das wäre so ähnlich wie im Westdeutschen Handballverband.“ Den Spielbetrieb in den Bezirken hat man perspektivisch ja bereits ad acta gelegt. Kraft wird in diesem Jahr 74 Jahre alt, er ist sich auch im Alter treu geblieben. Der Sportsmann spricht gerne offen aus, was er denkt, ist unbequem für die neue Generation von Funktionären.

Am Montagabend ist Kraft im Kreis Hellweg zu Gast gewesen. Sebastian Elberg aus Ahlen ist dort zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt worden, Helmut Hubeny (Selm) ist nun Ehrenvorsitzender des Kreises. Der Kreis Hellweg war der vorletzte Kreis, der vor dem Bezirkstag seine neue Führung gewählt hat. Es folgt nur noch der Kreistag im Kreis Industrie. Dann haben sich die Kreise im Süden des Verbandsgebietes allesamt neu aufgestellt.

Ein Verband, zwölf Kreise – so sieht die Zukunft des Handballs in Westfalen aus. Landesligen unter dem Dach des HV Westfalen, und Bezirksligen, die von den Kreisen organisiert werden. Wer wird dort spielen? Wer steigt in diesem Jahr ab? In dieser Woche sprechen die Kreisfunktionäre über die genauen Modalitäten. Unfassbar spät sind sie dran. Im Januar wird festgelegt, wer im April absteigen muss. Bizarr.

Abschied auch für Hilmar Schöler

Wobei sich die Zahl der neuen „Bezirksligen“ ja nicht ändern wird. Nur der Zusammenschnitt. Der Kreis Hellweg macht bekanntlich sein eigenes Ding – ohne Kooperation mit Nachbarkreisen. „Die haben im Frauen-Bereich vier Bezirksligisten“, sagt Kraft, „also müssen sie mit acht bis zehn Mannschaften aus dem Kreis aufstocken.“ Wie er es sagt, verrät, was er von diesem Alleingang denkt. „Klar ist, dass es nun eine Bezirksliga Hellweg, eine Bezirksliga Ruhrgebiet mit den Teams aus Dortmund und Industrie und eine Bezirksliga Südwestfalen geben wird“, sagt Kraft. In die restliche Planung ist er nicht involviert. Sie wird von den Kreisvertretern gemacht. Für den Kreis Lenne-Sieg sitzt der neue Vorsitzende Klaus Krass mit im Gremium, dessen Sprecher Olaf Strunk aus dem Kreis Industrie ist.

Im Bezirk stehen derweil die Zeichen auf Abschied: Der Männerspielwart Hilmar Schöler aus Netphen, seit Jahrzehnten Staffelleiter für die südwestfalischen Klassen auf Bezirksebene, wird ebenso aufhören wie Frauenspielwartin Heidrun Redell und auf Verbandsebene Paula Beimesche. Säulen des Spielbetriebs gehen bei der Abschaffung einer funktionierenden Ebene verloren.

Kraft wird auch kürzer treten, bleibt aber noch 2. Vorsitzender im Kreis Dortmund. Er ist immer ein Mann der Basis gewesen. „Der Weg vom Kreis hin zu den Funktionären auf Verbandsebene wird weiter“, sagt er. Als Zeitnehmer in der 3. Liga und Jugend-Bundesliga sowie als Schiedsrichter macht Walter Kraft noch weiter, und natürlich bei seinem OSC Dortmund. Auch mit 73 Jahren ist er nicht müde, nur traurig über das, was mit seinem Bezirk passiert. Und vielleicht auch ein wenig besorgt. Die Tage des Abschieds, sie werden wohl keine wirklich schönen Tage werden.

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