Klein, schnell, lästig: Ein Erfolgsrezept

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Kopf des STV: Max Loer.

Schalksmühle - Unter den 16 Mannschaften, die in der Saison 2014/15 in der 3. Liga West der Handballer antreten, sind sechs neue Gesichter mit von der Partie: die HSG Wiesbaden, der SV 64 Zweibrücken, der Soester TV, die SG Ratingen, der TSV GWD Minden II und die HSG Lemgo II. Was aber verbirgt sich hinter diesen Namen? Welche Ziele, Ambitionen und Ängste haben die Teams, die neu dazu gekommen sind? Wer sind die Leistungsträger? Wo wurde aufgerüstet? Wo sind die Sorgen am größten? Come-on.de stellt in einer kleinen Serie diese sechs neuen Gesichter vor. Heute: den Soester TV.

Von Thomas Machatzke

In der 3. Liga West hat es bisher eigentlich keinen Mangel gegeben an großen Rennereien. Nun kommt auch noch der Soester TV dazu. Mit dem Westfalenmeister, der nach Jahren in der Oberliga wieder drittklassig ist, dürfte es in Sachen Laufintensität noch eine echte Bereicherung geben.

Der Trainer: Dirk Lohse geht in der Halle des Börde-Berufskollegs bereits in seine achte Spielzeit. Der 45-jährige Dortmunder war als Spieler selbst ein schneller Spielmacher – und ähnlich wie er sich auf dem Feld bewegte, bewegt sich nun auch sein Team. Schnell, wuselig und immer dem Gegner lästig. Dass er es so lange in Soest ausgehalten hat, ist immerhin bemerkenswert, besteht das Team doch fast nur aus BVB-Fans, während Lohse bekennender Schalker ist.

Der Kader:  Nach dem Aufstieg hat der Soester TV keine ganz großen Coups auf dem Transfermarkt gelandet. Angesichts des Kreuzbandrisses von Ex-SGSH-Keeper Dennis Zielony wurde mit Aaron Pfennig (19) ein Perspektiv-Torhüter aus Wellinghofen geholt. Dazu kam Tim Luther aus Schwitten zurück. Die Namen Luther, Flor (Brüderpaar) und vor allem Bekel (noch ein Brüderpaar) stehen nun allen voran für das Alleinstellungsmerkmal des Neulings: Kein anderes Team dürfte so viele kleine, quirlige „Handballzwerge“ in seinem Aufgebot haben wie der STV. Aber natürlich gibt es auch die gestandeneren, größeren Spieler – wie das Brüderpaar Axel und Max Loer, Letzterer war immerhin schon einmal Torschützenkönig in der Regionalliga und ist der absolute Kopf des Teams. Ein Problem dürfte in den ersten Saisonwochen der Ausfall von Torben Voss-Fels sein, der sich bei einem Hobbykickerturnier verletzte. Aus der zweiten Reihe drängt dafür dessen jüngerer Bruder Finn nach, der zuletzt noch in der A-Jugend spielte.

Der Kader im Überblick:
Tor: Markus Jostes, Dennis Zielony, Aaron Pfennig
Rückraum: Torben Voss-Fels, Max Loer, Axel Loer, Yannick Eckervogt, Benedikt Haake, Tim Lutter, Finn Voss-Fels, Niko Thomanek
Kreis: Tobias Rückert, Anton Schönle, Robin Bekel
Außen: Kevin Bekel, Lukas Flor, Dominik Flor, Dirk Hartmann

Titelgewinn vor der Ahlener SG

Abschneiden in der Vorsaison: Eigentlich fühlte sich der STV nach eigener Aussage als eines der Topteams der Oberliga ganz wohl, doch in der vergangenen Saison gelang dann doch der große Aufstiegscoup: 41:11-Punkte bedeuteten am Ende zwei Punkte Vorsprung vor der Ahlener SG und gar sieben Punkte vor dem Tabellendritten HSG Menden-Lendringsen.

Besonderheiten:  Der Soester TV setzt als Erfolgsrezept auf verschiedene Abwehrsysteme, allen voran eine offensiv ausgelegte 3:3-Deckung, mit der die vielen schnellen, aber körperlich häufig unterlegenen Akteuren den Gegnern im aufgebauten Angriff keine Ruhe lassen wollen. In der Oberliga profitierte das Team von seinen Vorteilen im athletischen Bereich. Damit rechnet Lohse in der 3. Liga nicht mehr.

Spielort: Die Heimspiele finden in der Sporthalle des Börde-Berufskollegs statt. Die Halle ist zwar schon ein wenig in die Jahre gekommen, dafür sind die STV-Fans lautstark und zahlreich. Die SGSH ist am 9. März in Soest zu Gast, das Rückspiel findet am 21. März statt.

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