Dragan Markovic bei der SGSH

Markovic und Kontakte zum "Magier"

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Dienstantritt im Sauerland: Der 1. SGSH-Vorsitzende Ken Börner und sein Stellvertreter Markus Knuth Dienstagabend an der Mühlenstraße beim zweiten Training mit dem neuen SGSH-Coach Dragan Markovic.

Schalksmühle - "Ich mache das gern, ich bin doch Handballer vom Kopf bis zur Ferse“, sagt Dragan Markovic. Er sitzt am Dienstagmittag im „Restaurant International“ zwischen Dahlerbrück und Rummenohl und wirkt beim Lieblings-Kroaten der SGSH bereits überaus heimisch. Im „International“ hat die SGSH schon manchen Sieg gefeiert. Hier wohnt ihr neuer Trainer nun, wenn er nicht gerade nach Wetzlar nach Hause fährt.

Am Montagabend hat Markovic erstmals mit seinem neuen Team in der Halle gestanden. „Eine sehr professionelle Einstellung“ habe sein Team gezeigt, sagt er. Lange geredet wurde nicht – es ging im Training direkt in die Vollen. „Schusstraining, Taktik“, sagt der Bosnier, „und ich habe sie konditionell getestet...“ Gute Werte? „Manche sehr gut“, sagt Markovic, „andere brauchen noch etwas – naja, sie waren ja auch zum Teil lange verletzt.“

Zwölf Tage hat Markovic vom Dienstantritt bis zur ersten Prüfung am 13. Februar gegen die SG Ratingen. Nur zwölf Tage. Oder: immerhin zwölf Tage. Karneval eröffnet ihm ein bisschen Spielraum, den er nutzen will. 

Am Sonntag wird die SGSH eine Trainingseinheit einschieben. Dragan Markovic kennt so viel von der Handballwelt, die 3. Liga West bisher aber natürlich nur von Videos. „Live ist es immer noch etwas anderes“, sagt er, nur so viel bereits: „Viele gute Spieler hat jede Mannschaft, die ich bisher gesehen habe.“

Seine Zuversicht ist trotzdem groß, mit der SGSH das neue Ziel Klassenerhalt zu schaffen. „Das ist eine gute Mannschaft“, sagt der A-Lizenz-Inhaber und will gar nicht zu sehr eingreifen in bestehende Konzepte, „aber zu verbessern gibt es schon etwas.“ Die Verbesserungen realisieren, dem Team Sicherheit geben, positiv nach vorne schauen –darum geht es aktuell für eine Mannschaft, die doch sehr unverhofft in diese Situation geraten ist.

Der bosnische Nationaltrainer ist am Löh der zweite Nationaltrainer vom Balkan. In den 70er-Jahren gab es schon einmal einen gewissen Vlado Stenzel, 1972 Olympiasieger mit Jugoslawien und 1978 Weltmeister mit Deutschland. Da war Markovic gerade neun Jahre alt. 

In Banja Luka wurde er ein Handballer von Rang, gewann mit Borac den jugoslawischen Pokal und 1991 den IHF-Pokal auf europäischer Ebene. In Belgrad spielte er u.a. mit großen Namen wie Nenad Perunicic und Aleksandar Knezevic. 1993 dann kreuzten sich die Wege von Stenzel und Markovic. Der ehemals am Löh tätige „Magier“ war es, der Markovic nach Deutschland holte.

Im Sommer geht es wieder nach Willstätt

„Er ist wie ein Vater“, sagt Markovic, „auch heute noch telefonieren wir oft vor den Spielen, und er hatte immer interessante Ideen.“ Nach zwei Jahren in Schutterwald wurde Willstätt seine Heimat. Ein Spielmacher war der Allrounder dort, später Co-Trainer und Trainer, eine Instanz im Verein. 2005 holte ihn Rainer Dotzauer im Erstliga-Abstiegskampf nach Wetzlar. 

Als Nachfolger von Martin Schwalb führte Markovic das Team zum Klassenerhalt. Auch wenn er bald nicht mehr die HSG trainierte, wohnt er doch bis heute dort. Gut für die SGSH, denn so ist die Distanz gut zu schaffen für den Handballer aus Leidenschaft.

Für die Familie Markovic stehen derweil in Wetzlar die Zeichen auf Abschied: Im Sommer geht es zurück nach Willstätt. Sein älterer Sohn spielt dort. Dragan Markovic hat einen Vier-Jahres-Vertrag, soll den BW-Oberligisten in vielfältiger Funktion wieder nach oben führen. 

Darauf freut der 46-Jährige sich. Eine Familienzusammenführung ist es, eine neue Aufgabe beim alten Herzensklub. Vorher aber gibt es noch zwei andere Ziele: die WM-Play-Offs mit Bosnien-Herzegowina im Juni gegen Schweden, und vorher natürlich elf Drittliga-Spiele mit der SGSH – elf Spiele auf dem Weg zum anstrebten Klassenerhalt.

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