Grasediek hadert: „Der Glaube hat uns gefehlt“

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In der ersten Halbzeit mit drei Torerfolgen, nach dem Wechsel aber ohne Durchschlagskraft gegen die 6:0-Abwehr der Gastgeber: Marc Oberste, hier im Zweikampf mit Ferndorfs Alexander Koke.

SCHALKSMÜHLE - Lob hatte es von vielen Seiten gegeben, doch davon wollte der Trainer zwei Tage nach der 28:32-Niederlage der SGSH beim Drittliga-Spitzenreiter TuS Ferndorf nichts mehr hören. Bei Mathias Grasediek hatte der Ärger die Oberhand gewonnen. Ärger darüber, dass eine phasenweise sehr gute Leistung nichts Zählbares eingebracht hatte.

„Wir dürfen jetzt nicht hergehen und sagen: Das war ganz nett“, stellte Grasediek fest, „ich warne davor, dass man sich mit verlorenen Spielen in irgendeiner Form zufrieden gibt. Wir waren am Samstag mehr als nah dran – vielleicht hat auch der letzte Glaube gefehlt, in Ferndorf gewinnen zu können.“ Und der Coach ergänzte: „Das Wochenende in der Liga hat gezeigt: Ein paar Punkte, mit denen keiner gerechnet hat, braucht man. In Kreuztal lag für uns einer. Aber den haben wir liegen lassen...“

Das SGSH-Gastspiel an der Stählerwiese – es war 20 Minuten lang ein überragender Auftritt einer bestens vorbereiteten und fokussierten SGSH gewesen. Bis zur 12:6-Führung gab es wenig bis nichts zu beanstanden. Perfekte 20 Minuten eben.

„Danach haben wir selbst dazu beigetragen, dass wir kein Kapital aus dieser Leistung geschlagen haben“, analysierte der Diplom-Sportlehrer, „je länger es gedauert hätte, umso größer wäre der Druck für Ferndorf geworden. Aber wir haben die Bälle gegen die 6:0-Abwehr viel zu leicht weggeworfen.“

Ausgenommen aus dieser kollektiven Offensiv-Kritik war Julian Mayer. Der junge Linkshänder aus dem Oberbergischen fügte seinen Topleistungen aus den ersten Spielen eine weitere hinzu. Mutig nahm er die Wurfchancen an, die sich ihm boten, und war mit acht Toren bester Werfer der SGSH. Das freute nicht nur die SGSH, sondern auch TuS-Coach Erik Wudtke. „Ich habe Julian in der Mittelrhein-Auswahl trainiert. Er hat sich toll entwickelt. Es freut mich für ihn, dass er so ein gutes Spiel gemacht hat“, stellte Wudtke am Samstagabend bei der Pressekonferenz fest. Nicht nur der TuS-Coach war seinerzeit Mayers Trainer – Wudtke teilte sich die Aufgabe mit einem gewissen Alexander Koke. Der führte am Samstagabend in Halbzeit zwei Regie im Ferndorfer Rückraum und hatte gemeinsam mit den Breuer-Brüdern großen Anteil daran, dass der Favorit seiner Rolle doch noch gerecht wurde.

Rücklauf-Verhalten noch nicht liga-tauglich

Beim Gast erneuerte Mathias Grasediek eine Kritik, die er auch schon nach der Auftaktniederlage gegen den VfL Eintracht Hagen geäußert hatte. „Beim Abwehrsystem und Rücklaufverhalten müssen wir uns noch deutlich verbessern“, sagt er, „gerade unser Rücklauf-Verhalten ist noch nicht liga-tauglich. Genau das entscheidet in dieser Liga aber Spiele.“

Konsequenz: Grasediek will im Training die Zügel anziehen. Für Selbstzufriedenheit ist nach dem Start kein Platz. Trotz der 4:4-Zähler ist der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz bei einem Punkt klein. Gegen Titelaspirant Wilhelmshaven wartet am Sonntag (17 Uhr, Mühlenstraße) die nächste Aufgabe, die der Kategorie sehr schwer zuzuordnen ist. Grasediek schert das wenig. „Der WHV hat in Hagen das gezeigt, was jeder von Beginn an erwartet hat“, sagt Grasediek, „das ist eine Top-Mannschaft, keine Frage. Aber wir müssen uns gegen überhaupt gar keinen Gegner verstecken.“

Thomas Machatzke

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