Reichlich schlechte Laune nach erster Niederrhein-Tour

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Diese große Chance zum 27:28-Anschlusstreffer ließ SGSH-Linksaußen Daniel Krüger gegen TVK-Keeper Keutmann ungenutzt. Bis zum Ende blieb es in der Waldsporthalle beim 28:26 für die Gastgeber.

SCHALKSMÜHLE - Bereits am Samstagabend hatte Mathias Grasediek bei Radio MK verkündet, dass er die „mega-schlechte Laune“ des Momentes mit in die Trainingswoche nehmen werde. Tatsächlich war der Zorn über die Umstände bei der 26:28-Niederlage der SG Schalksmühle-Halver beim TV Korschenbroich auch am Montagmittag noch nicht verraucht.

„Es hat mich einfach unheimlich enttäuscht, dass wir so viele einfache Fehler gemacht haben“, stellte der Diplom-Sportlehrer aus Herdecke fest, „es macht mich sauer, weil so Training einfach keinen Sinn macht. Ich habe den Eindruck, dass sich bei uns zu viele in der Komfortzone eingerichtet haben.“

Vor allem die Startphase bis zum 1:6-Rückstand nach zehn Minuten hatte das Trainerteam in Rage gebracht. „Da waren all die Dinge falsch, über die wir die ganze Woche über gesprochen haben“, sagt Grasediek, „das wird in dieser Woche kein spaßiges Training für die Jungs. Das lasse ich mir nicht gefallen. Da schaut man acht bis zehn Stunden Video vom Gegner, damit dann nichts davon umgesetzt wird. So geht es nicht.“

Der SGSH-Trainer war indes nicht der einzige, der am Samstag nach dem Abpfiff in der Waldsporthalle richtig schlechte Laune hatte. Daniel Buff ging noch in der Halle via Radio-Mikrophon mit seinem Rückraum ins Gericht. Dass er permanent frei gestanden und keine Bälle bekommen habe, beschwerte sich der Kreisläufer, den auch die Zeitstrafe nach dem angeblichen Foul gegen Gelbke in der Schlussphase vergrätzt hatte. „Ich habe ihn auch häufig frei gesehen. Das war so“, stellte Mathias Grasediek fest, „das Interview habe ich nicht gehört, deshalb kann ich dazu nicht viel sagen. Ich denke nur, dass es da grundsätzlich noch ein paar andere Ansatzpunkte gibt.“

Hoher Respekt vor Neusser HV

Vor allem in Sachen Kopfgeschwindigkeit sieht Grasediek einen Ansatz, endgültig in der neuen Spielklasse anzukommen. Immer dann, wenn der Gegner aus einer starken Abwehr heraus mit viel Tempo nach vorne spielt, hat die SGSH aktuell große Probleme. Bis sie defensiv die Ordnung gefunden hat, ist es dann häufig schon zu spät.

Am Samstag wartet mit dem Neusser HV ein Gegner, der indes genauso so viele oder wenige Erfahrungen wie die SGSH in der 3. Liga hat – nämlich die Erfahrung von sieben Spielen. Der Niederrhein-Meister hat wie die SGSH 6:8-Zähler und kommt mit der Empfehlung eines 33:19-Sieges gegen Altenhagen zum Löh.

„Ich habe mehrere Videos von Neuss gesehen und kann mit 100-prozentiger Sicherheit sagen, dass es gegen diesen Gegner schwerer wird zu gewinnen als in Korschenbroich“, sagt Grasediek, „da wartet eine Mannschaft, die mit vollem Herz und hoher Qualität spielt.“ Gerade deshalb ärgert ihn die Niederlage am Niederrhein auch besonders. „Das Fehlen von Rommelfanger hat Korschenbroich doch viel mehr weh getan als uns das Fehlen von Dmytruszynski“, sagt Grasediek, „deshalb hatte ich auch vor dem Spiel formuliert, dass da in Korschenbroich eine Riesenchance für uns liegt. Dies haben wir nun leider ausgelassen.“

Thomas Machatzke

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