Handball, 3. Liga Nord-West

Drittliga-Lockdown wäre auch für die SGSH Dragons ein "Riesenproblem"

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Ein Lockdown für den Drittliga-Handball (Foto mit Lukas Hüller aus dem Menden-Spiel) würde die Vereine vor große Probleme stellen.

Schalksmühle – In der Diskussion um die Fortsetzung des Spielbetriebs im Handballkreis Lenne-Sieg hat Handball-Drittligist SGSH Dragons klar Stellung bezogen – pro Lockdown. Im Leistungshandball liegen die Dinge dagegen nicht so einfach. Hier würde ein sportlicher Lockdown für den Drittliga-Handball den Verein vor große Probleme stellen.

„Im Breitensport, in dem kein Geld fließt, ist das schon richtig so“, sagt Mark Schür, 1. Vorsitzender der SGSH, „aber in den Profiligen, und dazu zähle ich auch die 3. Liga, ist das anders. Klar: Unwohl ist uns allen im Moment bei den steigenden Zahlen. Aber in der 3. Liga ist es schwierig, die Saison einfach auszusetzen. Da muss man sehen, dass man die Saison irgendwie zu Ende spielt – zur Not ohne Zuschauer...“ 

Schür hatte bereits im Sommer nach Bekanntwerden des Spielkonzeptes Kritik an den 18er-Staffeln im Männerbereich der 3. Liga geübt. „Hätte man kleinere Staffeln, könnte man auch mal eine kleine Pause machen, aber bei dem engen Spielplan nun muss man das Programm auf Biegen und Brechen durchbringen. Das macht es umso schwieriger.“ 

Und wenn die Politik am Ende doch allen Bemühungen um eine Saisonfortsetzung einen Riegel vorschieben würde? „Dann wäre das ein Riesenproblem für die Vereine“, sagt Schür, „für uns würde sich dann die Frage stellen, wie es überhaupt weitergehen kann mit dem Leistungshandball in der Region. Dann würde das, was wir uns in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, komplett in Frage gestellt. Wir würden diese Saison finanziell wohl noch ganz gut hinbekommen, aber wie es dann im nächsten Sommer aussehen würde, das steht in den Sternen. Die Frage ist dann doch, welche Perspektiven man frühzeitig Handballern aufzeigen kann, die aus Essen oder Düsseldorf anreisen und sich mit dem Handball vielleicht einen Teil ihres Studiums finanzieren.“ 

Sollte ein Lockdown kommen, käme auch wieder viel Arbeit auf den Vereinsvorstand zu: Gespräche mit den Sponsoren: die bange Frage: Würden diese womöglich Sponsorengelder zurückfordern, weil die Leistung der anderen Seite nicht mehr erbracht werden kann? Dazu kommen die Dauerkartenbesitzer – auch bei ihnen müsste der Verein im Falle des Falles Gelder erstatten. Und schließlich ginge es auch wieder ums eigene Personal und die Frage, wie hier weiter Gelder bezahlt werden können und in welcher Höhe. 

Jahreshauptversammlung steht auf der Kippe 

Es ist ein Szenario, von dem Schür hofft, dass es nicht eintreten wird. Deshalb kämpfen der junge Vorsitzende und seine Mitstreiter darum, dass es irgendwie weitergeht. Für das Heimspiel-Derby am Samstag gegen den TuS Volmetal (19.30 Uhr, Mühlenstraße) gilt erstmals das neue Vorverkaufs-Konzept mit Online-Kartenkauf auch für Nicht-Dauerkarten-Inhaber im Vorfeld. „Es gibt viele Anfragen, ich denke, dass die Halle mit 204 Zuschauern diesmal voll sein wird“, sagt Schür. 

Gästefans aus Hagen-Dahl sind offiziell nicht zugelassen. Und es bleibt die Ungewissheit, ob bei den aktuellen Infektionszahlen die Zuschauerkapazität von den Behörden nicht am Ende doch noch nach unten korrigiert wird. „Gehört habe ich noch nichts“, sagt Schür, „aber das kann natürlich noch passieren.“ In Ahlen haben die Behörden der ASG Anfang der Woche mitgeteilt, dass aufgrund der Entwicklung am Wochenende zum Heimspiel gegen Spenge nur noch 100 Zuschauer in die Friedrich-Ebert-Halle dürfen. Der Verein hat darauf reagiert und das Spiel komplett zum Geisterspiel erklärt. Schür hofft, dass es in Halver bei den 204 Zuschauern bleibt – das Hygienekonzept dafür ist von der Stadt abgenommen. Aber die Ungewissheit bleibt. 

Ungewiss ist auch, ob die Dragons ihre Jahreshauptversammlung am 4. November wie geplant durchziehen. Die Diskussion läuft. Eine Verschiebung auf Anfang 2021 steht ebenso im Raum wie eine Online-JHV noch vor dem Jahresende. Auch ein Umzug mit der Versammlung in eine Sporthalle wird geprüft. Ein Treffen – wie geplant – im Kulturbahnhof ist inzwischen unwahrscheinlich. Es gäbe viel zu besprechen in dieser Zeit, doch es gibt wenig Gelegenheiten und Räume dafür. Auch das macht die Planungen nicht leichter für die Verantwortlichen.

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