HSG-Frauen kündigen nach 24:25 Protest an

Michelle Pleuger (links) erzielte in der Schlussminute den 24:24-Ausgleich für die HSG Lüdenscheid – ein umstrittenes Tor in der Schlusssekunde bedeutete aber noch das 25:24 für Bommern. Foto: Krüger

Lüdenscheid - Diese 60 Minuten werden wegen einer einzigen Sekunde wohl noch ein Nachspiel haben: Unmittelbar nach der 24:25 (10:13)-Heimniederlage der Landesligafrauen der HSG Lüdenscheid gegen den TuS Bommern kündigten die Bergstädterinnen Protest gegen die Spielwertung bei der Staffelleitung an, so dass sich möglicherweise der Bezirksspruchausschuss mit dem Fall beschäftigen muss.

Klar akustisch und optisch wahrnehmbar war für die meisten Zuschauer und Beteiligten, dass Gästespielerin Josefine Bernstein beim Stand von 24:24 noch deutlich in der Ausholbewegung war, als die Schlusssirene ertönte. Erst dann warf die TuS-Akteurin die Kugel ins Tor, doch die Schiedsrichter Binder/Schwarzer gaben den Treffer.

Bommern bejubelte den vermeintlichen Auswärtssieg, während HSG-Coach Christian Köster die Video-Aufzeichnung studierte und danach verkündete: „Ganz klar zu sehen und zu hören: Der Treffer erfolgte erst nach Spielende.“

Eingeforderte Konzentration weiter vermisst

Die HSG hält die Hoffnung auf einen Punkt oder eine Wiederholung aufrecht, hatte sich den schlechten Start zur abendlichen Weihnachtsfeier freilich in erster Linie selbst zuzuschreiben. Nicht von ungefähr hatte Köster trotz zuletzt zweier Auswärtssiege höheres Tempo und stärkere Konzentration angemahnt, weil „solche Leistungen gegen Bommern nicht ausreichen“.

Und das taten sie auch nicht gegen einen tempoharten und kampfstarken Gast. Die HSG lebte von zu vielen Einzelaktionen, schloss über ihre linke Seite zu schwach ab, um die Wittenerinnen abzuhängen. Ganz im Gegenteil: Nach der 6:3-Führung (10.) konnten auch die überragende Saskia Oppl und die später eingewechselte gute Torfrau Hannah Steinacker nicht verhindern, dass die Partie kippte. Beim 7:7 (17.) glich der Gast aus und hatte nach einem 7:0-Lauf die Nase beim 11:7 (24.) deutlich vorn.

Lüdenscheid gelingt ganz spät der Ausgleich

Und diese Führung hatte auch bis 25 Sekunden vor Schluss Bestand, obwohl Köster zwischenzeitlich von einer 5:1- auf eine 6:0-Deckung umgestellt hatte, um die vielen Freistellungen der einrückenden Außen oder Halben am Kreis zu verhindern, und in der Schlussphase die starke Anspielerin Nathalie Scherber durch Steffi Eicker kurz nehmen ließ. Zwischenzeitlich mit vier Treffern vorn, hieß es schließlich 24:23 für die Gäste, obwohl die ab Minute 46 nach einem unglücklichen Foul Birte Hofmanns auf die starke Nicole Schmidt wegen Verletzung verzichten mussten. Mit schöner Einzelleistung glich Michelle Pleuger aus vollem Tempo aus. Aber den letzten Ballbesitz hatte der TuS, der schließlich jubelte – vielleicht aber doch verfrüht.

Erfolgreichste Werferinnen waren bei der HSG Saskia Oppl (11/5), Alina Schmidt und Michelle Pleuger (je 4), bei Bommern Rabea Striebeck (5), Josefine Bernstein (5/2) und Nicole Schmidt (4).

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