Handball

Beckmann-Nachfolge geklärt: Felix Kroll übernimmt bei der HSG

Übergabe der Amtsgeschäfte: Der scheidende HSG-Chef Niclas Beckmann (Mitte) wird von Felix Kroll (2.v.l.) und seinem designierten Stellvertreter Matthias Skutta (l.) beerbt. Rechts Teammanager Michael Mirus und der stellvertretende HSG-Geschäftsführer Peter Werner (2.v.r.).

Lüdenscheid – Nach den Handballerinnen der HSG Lüdenscheid (wir berichteten) hat jetzt auch die Herren-Abteilung ihren personellen und strukturellen Erneuerungsprozess fortgesetzt. Nachfolger des scheidenden Abteilungsleiters Niclas Beckmann, der sich aus beruflichen und privaten Gründen nach Dortmund verändert, wird der bisherige Sportliche Leiter Felix Kroll.

Kroll erhält – wie schon in der Sportlichen Leitung – Unterstützung von Matthias Skutta. Das Duo übernimmt die Führung der Abteilung zunächst kommissarisch und soll im Rahmen der nächsten Jahreshauptversammlung, die voraussichtlich im November oder Dezember stattfindet, offiziell von den Mitgliedern gewählt werden. Für den stellvertretenden HSG-Geschäftsführer Peter Werner (das Amt des Geschäftsführers ist weiterhin vakant) ist das Aufrücken des Duos an die Abteilungsspitze ein logischer Schritt. „Felix und Matthias haben trotz des schwachen sportlichen Auftretens der HSG eine Klasse-Arbeit geleistet und viele wichtige Prozesse im Gesamtverein und bei den Herren ans Laufen gebracht.“

Teammanager Michael Mirus sieht das genauso: „Beide haben Ende des Jahres einen überragenden Job gemacht, als sie die Mannschaft zusammengehalten haben.“ Gemeinsam mit Niclas Beckmann traf sich die neue HSG-Abteilungsführung am Donnerstag zur Übergabe der Amtsgeschäfte. Denn wenngleich Niclas Beckmann der HSG natürlich verbunden bleiben wird, ist auch klar, dass die Fäden der Abteilung künftig bei Felix Kroll und Matthias Skutta zusammenlaufen. Der 33-Jährige Kroll, der lange Jahre für die HSG spielte, dann zum VfB Altena wechselte und im Jahr 2014 in die Bergstadt zurückkehrte, macht klar, in welche Richtung sich der Verein entwickeln soll. „Niclas war zu sehr auf sich alleine gestellt“, sagt er, „wir müssen die Dinge künftig viel mehr im Team angehen.“ 

Die vergangenen Monate, so Kroll, seien eine echte Mammutaufgabe gewesen. Im November habe sich die HSG aufgrund der prekären sportlichen Situation am Abgrund befunden. Der Verlust von Leistungsträgern wie Marcel Kämmerer oder Kevin Plate, dann die Trennung von Trainer Axel Schürfeld, eine ernüchternde Platzierung mit nur einem Pluspunkt am Tabellenende, schließlich der pandemie-bedingte Saisonabbruch und die unverhoffte Chance, die Landesliga quasi durch die Hintertür doch noch zu halten – es waren turbulente Wochen, die hinter der neuen HSG-Führungscrew liegen. Doch inzwischen steuert das Schiff in deutlich ruhigerem Fahrwasser. Der komplette Kader (bis auf Niclas Beckmann) und Trainer Stephan Nocke wurden gehalten, das Aufgebot sogar noch sinnvoll verstärkt. 

"Wir möchten den Verein auf allen Ebenen enger zusammenbringen"

Personell sieht Kroll die 1. Mannschaft für die Spielzeit 2020/21 somit gerüstet, wenngleich klar ist, „dass es für uns ausschließlich um den Klassenerhalt gehen kann“. Als Top-Favoriten nennt der designierte Abteilungschef übrigens die TG Voerde mit ihrem neuen Trainer Hans-Peter Müller. Aber der Arbeitsbereich des neuen Führungs-Duos geht natürlich weit über die Personalplanung hinaus. 

„Wir möchten den Verein wieder auf allen Ebenen enger zusammenbringen“, nennt Felix Kroll einen weiteren Ansatzpunkt, und auch die wirtschaftlichen Aspekte in einer coronageplagten Region sind nicht zu unterschätzen. Wenngleich die meisten Sponsoren bis dato bei der Stange geblieben sind, so zeichnet sich doch ab, dass die Pandemie ihre Spuren hinterlassen wird. „Es ist unheimlich schwierig, das Jugendsponsorenfeld zu füllen“, so Kroll, „und auch mit Blick auf das Hallenheft spüren wir viel Zurückhaltung.“ 

Umso erfreulicher ist es deshalb, dass die noch bis zum 31. Juli laufende Trikotaktion – für einen bestimmten Geldbetrag werden die Namen der Unterstützer auf einen Trikotsatz gedruckt – sehr gut läuft. Den individuell gestalteten Satz erhält übrigens die weibliche C-Jugend der HSG. Auch ein Zeichen, dass sich beileibe nicht alles auf die 1. Mannschaft konzentrieren soll bei den Handballern in der Bergstadt.

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