Ein lebhaftes Desinteresse am Wettbewerb

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Für Kai-Uwe Brüggendieck (rechts) und Sören Miossec (links) reichte es in Fellinghausen nicht zum Weiterkommen.

Lüdenscheid - Es hatte nicht weh getan, doch der Spaßfaktor war auch überschaubar gewesen. Das 30:34 der HSG Lüdenscheid im Kreispokal-Achtelfinale beim Kreisligisten TuS Fellinghausen am Sonntagabend war letztlich vor allem eines: Ein weiterer Beweis dafür, dass der Pokal keinen hohen Stellenwert bei vielen Vereinen hat.

Von Thomas Machatzke

Das Problem ist kein Lenne-Sieg-Problem. Im Nachbarkreis Iserlohn/Arnsberg, in dem das Pokal-Achtelfinale am Wochenende geballt binnen vier Tagen durchgezogen wurde, war das Interesse auch sehr unterschiedlich ausgeprägt. So schied ein Landesliga-Topteam wie die HSG Hohenlimburg beim TV Neheim aus, holte sich ein Top-Landesligist wie Westfalia Halingen (mit nur zwei Spielern aus dem Landesliga-Kader) beim Mendener Landesliga-Nachbarn TV Schwitten eine 19:32-Klatsche ab. Für die HSG Schwerte/Westhofen gab es beim 22:36 beim Verbandsligisten HTV Sundwig/Westig richtig sportliche Prügel. Und der TV Arnsberg ließ sich beim 26:40 in Letmathe auch vorführen. Immerhin: Im Kreis Iserlohn/Arnsberg machen alle mit – selbst Oberligist HSG Menden/Lendringsen.

Im HH-Kreis Lenne-Sieg, der fast einen Monat für die Runde brauchte, ist das schon lange nicht mehr so. Gerade im Altkreis Lüdenscheid auf der Volme-Schiene ist das Interesse gering. Bei der HSG Lüdenscheid freute man sich auch nicht über den Zusatztermin in Kreuztal. „Immerhin müssen wir jetzt nicht mehr über die Dörfer“, kommentierte Eckhard Füller das Ausscheiden am Sonntagabend, „eigentlich weiß ich gar nicht, warum wir gemeldet haben.“

Keine HSG-Antwort auf Mails aus Fellinghausen

Möglicherweise war es eher so, dass sich die HSG nicht rechtzeitig abgemeldet hat vom Wettbewerb. Markus Schürhoff, Ex-HSG-Coach und am Sonntag als Trainer Sieger mit dem TuS Fellinghausen, berichtete nach dem Spiel übers Zustandekommen des ungewöhnlichen Termins am Sonntag um 19 Uhr. „Wir haben die HSG mehrmals angemailt, aber auf keine Mail eine Antwort erhalten“, stellte Schürhoff fest, „irgendwann hat Roland Janson als Pokalspielleiter dann den Termin angesetzt.“

So fuhr die HSG nach Kreuztal – allerdings ohne Trainer Davor Fath, ohne Co-Trainer und Geburtstagskind „Motz“ Prumbaum, ohne Reserve-Trainer Heiko Fischer und ohne Reserve-Teammanager Michael Mirus. Es gab nur Spieler in gelb-blauen Trikots – Mannschaftsverantwortlicher war am Ende der Kreisläufer, Sören Miossec. Aus dem Landesliga-Kader fehlten von Oepen, Buyna, Baberg, Jaschke, Kämper, Luft, Kahlstadt und Wüllner. Aus der Reserve fehlten auch manche Leistungsträger (u.a. Lausen). Damit nicht genug, schauten sich Miossec, Kapp und Walter das Treiben erst einmal von Außen an – ganz so, als wolle man dem Kreisligisten erst einmal ein paar Tore vorgeben. Das Unterfangen ging in die Hose. Die 30:34-Niederlage war verdient. Fellinghausen freut sich nun auf den Verbandsligisten Ferndorf II – und die HSG wieder ganz auf die Meisterschaft. Auf ein harzfreies Spiel am Samstagabend in Warstein.

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