Früher Saisonabschied vom hohen Norden

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Ohne Druck gen Norden: Florian Diehl, Daniel Buff und die SGSH kommen als Gast des Wilhelmshavener HV nicht über die Rolle eines krassen Außenseiters hinaus.

SCHALKSMÜHLE - Die Zielgerade der Saison ist noch längst nicht in Sicht, für die Drittliga-Handballer der SG Schalksmühle-Halver heißt es am Samstag indes, Abschied zu nehmen: Die Fahrt nach Wilhelmshaven ist die dritte und letzte Nordsee-Tour der Spielzeit 2013/14. Und es ist wohl auch die schwerste Aufgabe im Norden. Das Grasediek-Team stellt sich am Samstagabend um 19.30 Uhr beim Tabellendritten in der Nordfrost-Arena vor.

„Wenn wir uns das Ganze realistisch betrachten, dann ist es bei unserem aktuellen Personal fast unmöglich, dort zu gewinnen“, sagt SGSH-Trainer Mathias Grasediek, „auf uns wartet ein eindrucksvoller Gegner in einer eindrucksvollen Halle. Das wird für die Jungs schon ein ganz besonderes Erlebnis.“

Die als „Nordsee-Sporthalle“ 1982 erbaute Sportstätte hat ein Fassungsvermögen von 2500 Zuschauern – und die sind es in der glorreichen Vergangenheit des Wilhelmshavener HV auch häufig gewesen. Auch am Samstag im Aufstiegskampf der Liga wird die Kulisse imposant sein. Zuletzt kämpfte der WHV in diesem „Hexenkessel“ den VfL Eintracht Hagen 29:26 nieder.

Und nun also die SGSH in Wilhelmshaven: Im Hinspiel demonstrierte der WHV in Halver zwar 30 Minuten lang seine Klasse (12:17) – am Ende aber war die SGSH dicht dran an einem Punktgewinn, unterlag 27:29. Grasediek erwartet indes einen deutlich stärkeren, gefestigteren Kontrahenten als noch Ende September an der Mühlenstraße. „Was sich im neuen Jahr zeigt: Die Top-Mannschaften sind inzwischen wesentlich stabiler, geben kaum mehr unverhofft Punkte ab“, sagt der Diplom-Sportlehrer. Für die SGSH war das zuletzt zumindest in der Hinsicht gut, dass die Teams hinter der SGSH keinen Boden gut machten.

Das Team aus Halver und Schalksmühle war vielleicht am dichtesten an einer Sensation: Das 23:24 gegen Ferndorf war ein Mutmacher, allerdings eben auch einer der schwer verdaulichen Sorte. „Obwohl wir am Freitag gespielt haben, waren die Beine im Training noch lange schwer“, sagt Grasediek, „das hängt vielleicht auch mit dem Kopf zusammen.“ Den Kopf dürfen seine Schützlinge am Samstagabend frei haben. „Wir haben überhaupt keinen Druck dort“, sagt Grasediek, „und wenn dann doch am Wegesrand etwas herumliegt, was man mitnehmen könnte, dann wollen wir das natürlich gerne tun.“

Größere Risiken mag der SGSH dafür indes nicht eingehen. Maciej Dmytruszynski (Muskelfaserriss) wird vor allem in den Wochen nach Wilhelmshaven gebraucht. Er wird definitiv nicht spielen. Jan Stuhldreher hat inzwischen trainiert, allerdings ist die Erkältung noch nicht überstanden. Einsatz fraglich. Dazu klagt Christian Feldmann über Schulter- und Hüftprobleme, Daniel Buff musste im Training beruflich bedingt kürzer treten. „Wenn man gegen so einen Gegner eine Chance haben will, muss man sich extrem gut vorbereiten“, sagt Grasediek – ein Ausfall mag dazu nicht passen.

Sei’s drum: Der Trainer sieht die Partie nicht nur als besonderes Erlebnis für sein Team, sondern auch als Durchgangsstation. Im Februar warten noch Heimspiele gegen Varel und Korschenbroich, dazu die wichtige Partie in Neuss. In diesen Spielen gilt es. Die Partie in Wilhelmshaven ist das Spiel vor den Wochen der Wahrheit. Nicht mehr, aber auch nicht weniger…

Thomas Machatzke

SGSH: Formella, Skabeikis – Feldmann, Diehl, Oberste, Stuhldreher (?), Buff, Luciano, Brauckmann, Hermann, Krüger, Mayer, Müller, Polakovs, Herzog

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