Direkt eine zweite Chance für die SGSH

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Mal wieder völlig unbedrängt in bester Wurfposition: Mike Schulz (rechts) enteilte am Samstagabend erst Fleischhauer, dann Krüger, später noch Rydz als einlaufender Außen und traf am Ende sieben Mal. Dafür hatte Mathias Grasediek nur Kopfschütteln übrig.

Schalksmühle - Eine gewisse Unsortiertheit in der Tabelle in den ersten Saisonwochen ist im Teamsport nichts Ungewöhnliches. Da straucheln Favoriten, da wachsen Underdogs über sich hinaus, nutzen das Momentum, um sich da einzunisten, wo sie niemand erwartet hat. Die 3. Liga West ist ein gutes Beispiel. Hagen nach einem Saisonfünftel vor Zweibrücken und Krefeld –für diesen Tipp hätte es wohl vorher hohe Quoten gegeben.

Von Thomas Machatzke

Die SGSH ist nach sechs Spielen Tabellenvierter. Wenn so etwas am Ende der Saison zu Buche stehen würde – die Verantwortlichen würden es wohl mit Kusshand nehmen. Solche Gedanken waren derweil nicht vorherrschend am Samstagabend. Gegen einen Tabellenletzten – gerade einen, der bis dahin noch gar nicht gewonnen hat – verliert jeder ungern. Eine solche Niederlage riecht immer nach Blamage. Ganz besonders, wenn man gerade Tabellenzweiter gewesen ist.

„Uns fehlt einfach noch die Stabilität“, suchte Co-Trainer Axel Meyrich direkt nach jenem 25:27 gegen die SG Ratingen nüchtern nach Erklärungen. Chefcoach Mathias Grasediek suchte noch nicht so sehr. Ihm hatten die 60 Minuten eher schon nachhaltig die Laune verhagelt. Er war aus dem Urlaub aus Holland nach Halver gekommen und reiste nach dem Spiel direkt zurück. Mit einer Portion Wut im Bauch.

Es hatte ja nicht nur ein Ärgernis gegeben: Die Fehlgriffe des Kampfgerichts hatten den Coach auf die Palme gebracht („unterirdisch“), die Schiedsrichter auch. „Ich haben ihnen geraten, sich mal intensiv das Video der ersten Halbzeit anzuschauen und für sich zu entscheiden, ob man einer 6:0-Abwehr wirklich so viel gestatten darf“, übte der Coach Kritik, „für mich war das, was Spieler wie Janus und Bartmann im Innenblock da machen, mehr als grenzwertig…“

Bei aller Kritik: Im Kern waren es primär die eigenen Unzulänglichkeiten des Abends gewesen, die den Diplom-Sportlehrer wurmten. Dass sich seine Formation gerade ohne Oberste und Dmytruszynski (spielte angeschlagen nur in der Abwehr) gegen dieses Abwehrbollwerk vom Niederrhein schwer tun würde – das war zu erwarten gewesen. Andere Dinge indes nicht. „Wenn wir alleine Anfang der zweiten Halbzeit die leichten Gegentore über den Gegenstoß verhindern, reicht es vielleicht schon“, sagte der Herdecker, „was mich aber am allermeisten geärgert hat, waren die Gegentore über den einlaufenden Außen.“

Schulz führt gleich drei SGSH-Akteure vor

Letzteres war für die SGSH ein Zeugnis mangelhafter Lernfähigkeit binnen eines Spiels. Rechtsaußen Mike Schulz enteilte erst Fleischhauer, später Krüger, später noch Rydz von ganz weit draußen im Sauseschritt ins Zentrum und durfte dort zumeist in SGR-Unterzahl unbedrängt Tore werfen. Grasediek hatte darauf vor dem Spiel und auch während der Partie hingewiesen – nachher blieb ihm nur das pure Kopfschütteln.

Das nahm er mit nach Holland, schon bald aber ist das Ziel in Gegenrichtung: Am Samstag wartet die erste weite Saisonreise, und die führt die SGSH in die hessische Hauptstadt Wiesbaden. Wieder ein Neuling, wieder einer aus dem Keller, die SGSH wieder in der Favoritenrolle – es gibt immer eine zweite Chance, die Dinge besser zu machen. Für die SGSH kommt sie in diesem Fall ad hoc – und damit kommt sie gar nicht ungelegen.

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