Die Suche nach mehr Grundordnung im Spiel

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Suche nach der Grundordnung: Mathias Grasediek.

Schalksmühle - Platz sechs nach acht von 30 Saisonspielen – damit kann Handball-Drittligist SG Schalksmühle-Halver gut leben. „Was wir bis jetzt haben, das ist in Ordnung“, sagt Trainer Mathias Grasediek, „nun können wir selbst dafür sorgen, dass es noch besser wird. In Neuss wird das am Samstag allerdings superschwierig.“

Von Thomas Machatzke 

In Neuss wartet am Samstag schließlich nicht irgendwer, sondern der neue Tabellenletzte. Gegen Tabellenletzte zu spielen, ist zuletzt meist eine heikle Angelegenheit gewesen für die SGSH. Gegen Düsseldorf im Frühjahr und gegen Ratingen vor drei Wochen gab es ein böses Erwachen. Auf ein Deja-vu am Niederrhein ist im Umfeld des Klubs niemand scharf.

Was indes heißt schon Tabellenletzter? Den Neusser HV hatte für diese Rolle fast niemand auf der Rechnung. Schließlich hatte der Klub als Rückschluss aus der engen Vorsaison ordentlich zugeschlagen auf dem Transfermarkt. Dennis Aust kam aus Ferndorf, dazu wurde das Team mit Ivan Kosic und später im September noch mit dem Brasilianer Franklin Bezerra Filho international verstärkt. „Ich habe gar keine Lust, jeden Gegner stark zu reden, aber man muss sich nur anschauen, gegen wen Neuss gespielt hat bisher“, sagt Grasediek, „das ist eine Mannschaft, die am Ende im Mittelfeld landen wird.“

Die sechs Niederlagen gab es bisher gegen Teams aus den „Top 8“ – aus dieser Region fehlen als Gegner nur noch die SGSH und Lemgo II. „Die Neusser werden ihre Punkte noch holen“, sagt Grasediek, „für sie fängt die Saison praktisch jetzt erst an.“ So scheint es im Nachhinein nicht so schlecht gewesen zu sein, dass die SGSH vor dem Saisonstart aus spieltechnischen Gründen die Schlüsselzahl mit dem NHV getauscht hat. Das NHV-Programm jedenfalls blieb der SGSH erspart. Sie hatte es deshalb nicht unglaublich leicht, aber die eine oder andere glückliche Fügung hielt die Saison bisher doch bereit.

Schwerwiegender Feldmann-Ausfall

So am Samstag gegen Gladbeck jene, dass mit Krönung und Brandes zwei wichtige Akteure fehlten. So wie im September in Duisburg mehr als die Hälfte aller Leistungsträger hatten passen müssen. Es waren günstige Gelegenheiten, aber die SGSH zierte sich in beiden Fällen gewaltig und griff am Ende doch zu. Für Trainer sind Spiele wie jenes am Samstagabend beim 26:22 gegen Gladbeck zwar nicht zufriedenstellend – immerhin aber bieten sie gute Möglichkeiten, danach direkt wieder in die Arbeit einzusteigen.

„Ich will mich gar nicht in Einzelkritik verlieren“, sagt Grasediek, „aber was uns aktuell fehlt, das ist die Grundordnung – warum wir im Angriff immer wieder das System verlassen, erschließt sich mir nicht. Es ärgert mich sogar maßlos, weil man unglaublich viel Arbeit investiert, um einen Matchplan zu haben, der dann einfach nicht umgesetzt wird.“ Mit Blick aufs Gladbeck-Spiel ergänzt der Diplom-Sportlehrer: „Der Ausfall von Christian Feldmann war da für uns, weil es um Ordnung und Disziplin geht, noch schwerwiegender als die Ausfälle auf Gladbecker Seite.“ So hofft der Trainer auf die Rückkehr des Spielmachers und wird in der Zwischenzeit einen neuen Matchplan erstellen für die Neuss-Reise, denn wenn es noch besser werden soll für die SGSH, muss zuallererst die SGSH selbst noch ein Stück besser werden. Oder besser: grundordentlicher.

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