SGSH unterliegt 23:24

Knock-out durch Alen Sijaric fünf Sekunden vor Schluss

Fassungslos: Mathias Grasediek (stehend), Dominic Luciano, Kevin Herzog und Niklas Polakovs (von links) können die späte Niederlage gar nicht recht begreifen.

HALVER - Der Rahmen war mit offiziell 914 Zuschauern genau der, den sich die SG Schalksmühle-Halver gewünscht hatte. Und noch etwas hatte sich ihr Trainer Mathias Grasediek gewünscht – etwas „ganz Besonderes“. Das bekam er im Südwestfalenderby gegen den TuS Ferndorf. Erst war es eine in der Tat besonders bemerkenswerte Leistung der Gastgeber mit einem allerdings auch besonders unglücklichen Finale. So siegte der Gast 24:23 (13:11). Alen Sijaric versetzte der SGSH fünf Sekunden vor dem Ende den Knock-out.

Von Thomas Machatzke

Die SGSH überraschte ihren Gegner zu Beginn angesichts des Ausfalls von Dmytruszynski (verletzt) und Stuhldreher (krank) mit einer ungewöhnlichen Deckungsvariante. Mit Positionsverteidigern wurden die beiden Rückraum-Halben des Gastes bekämpft. Dabei agierten die Hausherren mit all ihren Kreisläufern in der Defensive und spielten entsprechend auch vorne häufig mit zwei Kreisläufern.

Unterm Strich war es ein interessanter Ansatz. Er scheiterte jedoch bald, weil die Gäste im Abwehrinnenblock der SGSH immer wieder Spieler isolierten. Vor allem Dominic Luciano fehlte im 1:1-Spiel gegen die schnellen Ferndorfer die Schnelligkeit. Die ausgezeichnete Startphase von Mareks Skabeikis kaschierte etwas die Löchrigkeit des Systems.

Beim 4:6 (13.) trat Mathias Grasediek mit einer Auszeit die Bremse – und stellte auf ein 6:0-System um. Das brachte wenig Besserung, weil die SGSH nun Probleme mit dem Kreisläuferspiel über Barkow hatte. Beim 7:11 (21.) sah es nach einer klaren Sache für den Gast aus, doch der wurde nachlässig. Die SGSH dagegen zeigte viel Herz und nutzte jede sich bietende Gelegenheit. Das 11:13 zur Pause war der Lohn. Es waren gefühlt deutlichere Verhältnisse gewesen. Aber die SGSH war im Spiel.

Deutlich bessere zweite SGSH-Halbzeit

Und die deutlich bessere Halbzeit sollte noch vor ihr liegen. Die Paraden von Dominik Formella hinter einer nun sattelfesten 6:0-Formation erschütterten zu Beginn der zweiten Hälfte die Sicherheit des Zweitliga-Absteigers. Bis zur 42. Minute gelang dem TuS nur ein Tor. In dieser Zeit drehte die SGSH dank eines lupenreinen Brauckmann-Hattricks (beim Handball eine Rarität) die Partie zum 16:14. Es war nun ein reines Kampfspiel mit imposanter Kulisse und hohem Geräuschpegel. Das Derby, das sich nur der Gastgeber hatte wünschen können.

Vergebene Chancen auf der Zielgerade

Die Ferndorfer fighteten zum 18:19 (49., Schneider) zurück. Eine dumme Johnen-Zeitstrafe schien dann aber die SGSH endgültig auf die Siegerstraße zu bringen. In Überzahl und mit einem Tausendsassa zwischen den Pfosten warf die SGSH ein 22:19 (54.) heraus. Erik Wudtke nahm die letzte verbliebene Auszeit. Was dann geschah, war nicht mehr rational. In Unterzahl kam der TuS nach dem 23:21 (57.) durch Breuer und Barkow zum Ausgleich. Die SGSH hatte alles in der Hand, aber sie machte einfach nichts daraus.

Südwestfalen-Derby SGSH gegen TuS Ferndorf

Es gab Diskussionsbedarf über die Stürmerfoul-Entscheidungen gegen Diehl, auch über eine letzte zum Zeitspiel gehobene Hand. All das jedoch entschied die Partie nicht. Entscheidend waren die vergebenen Chancen auf der Zielgeraden – durch Müller beim Stande von 23:22, durch Krüger beim Stande von 23:23. Final durch Mayer, als Zeitspiel angezeigt war. Alen Sijaric dagegen behielt fünf Sekunden vor dem Ende von Linksaußen gegen Dominik Formella die Nerven. An diesem ganz besonderen Abend machte es den kleinen, aber feinen Unterschied.

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